Mannheim
Compact Memory

Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress · 1931-01-01 · XVII (1931) · p. Seite 228

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
Volume
XVII (1931)
Date
1931-01-01
Page
Seite 228 (sequence 232)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
97% known words query
IRI
…/9038125-9093591--2641-9089228
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

sationsland wie Palästina mit größerer Plötzlichkeit eintreten, als in Ländern mit mehr konsolidierter Wirtschaft. Darüber hinaus aber kann kein Zweifel bestehen, daß die Berechnungen sowohl der Regierung als a>uch der Jewish Agency anderen unvermeidlichen Fehlern ausgesetzt sind. Es ist deshalb der Vorschlag einer Reform der zurzeit geübten Praxis in Richtung einer Vereinfachung derselben gemacht worden, und zwar soll diese Vereinfachung darin bestehen, daß die wirtschaftliche Aufnahmefähigkeit des Landes für neue Arbeiteremigranten nicht mehr Schätzungen für die Zukunft unterliegen soll, sondern daß diese wirtschaftliche Aufnahmefähigkeit gleichsam wie an einem Barometer nach dem Stand der Arbeitslosen abgelesen werden soll. Da über die Zahl der jüdischen Arbeitslosen recht genaue Statistiken vorliegen, die auch von der Regierung nicht bestritten werden, und da im wesentlichen zwischen der Regierung und der Jewish Agency auch Einverständnis darüber besteht, für welche Arbeiten neue jüdische Immigranten in Betracht kommen, so würde durch die Annahme eines solchen Prinzips eine ungeheure Vereinfachung der Behandlung der Immigrationsfrage, wenigstens was die Arbeiter-Einwanderung angeht, eintreten. In der Praxis müßte eine gewisse Prozentziffer der Arbeitslosigkeit unter den jüdischen Arbeitern festgesetzt werden, bei deren Überschreiten die Einwanderung arbeitender Elemente so lange sistiert wird, bis das Fallen der Arbeitslosigkeit unter diese Prozentziffer eine neue Aufnahme ermöglicht. Wir halten eine Änderung der Einwanderungsgesetzgebung in diesem Sinne für äußerst wichtig, schon weil dadurch eine ganze Reihe von Mißverständnissen und Meinungsverschiedenheiten in Fortfall kommen würde, die notwendigerweise bei reinen Schätzungen entstehen müssen. 2. Mittelstands-Einwanderung. Ein zweites Problem, dessen Schwerpunkt freilich mehr in der Diaspora liegt und für dessen Lösung von uns selbst mehr getan werden kann als für die Lösung des ersten Problems, ist das der Einwanderung mittelständischer Elemente. Die wirtschaftliche Entwicklung Palästinas in den letzten zehn Jahren hat auch für die große Öffentlichkeit das dem Wirtschaftler längst bekannte Geheimnis enthüllt, daß die wirtschaftliche Aufnahmefähigkeit eines Landes für Immigration in enger Beziehung zu dem in dieses Land importierten und in ihm produktiv angelegten Kapital steht. Die Mittelstands-Einwanderung des Jahres 1925 hat einerseits klar gezeigt, daß die bloße Kapitalzufuhr ohne eine ausreichende, wirtschaftlich produktive Verwendung noch keine dauernden Einwanderungsmöglichkeiten gewährleistet. Andererseits hat aber das trotz aller Schwierigkeiten von den mittelständischen Einwanderern Geleistete klar bewiesen, daß die Einwanderung solcher mittelständischein Elemente, die ihr Kapital in produktiven Unternehmungen anlegen, die Aufnahmefähigkeit des Landes für neue, insbesondere auch für Arbeiterimmigration wesentlich erhöht Die Exekutive hat daher dem Problem der Mittelstands-Einwanderung bereits in der Berichtszeit ernsteste Aufmerksamkeit geschenkt. Es unterliegt aber keinem Zweifel, daß in dieser Richtung noch viel zu tun ist, insbesondere auch durch. Information und Organisierung der in Betracht kommenden Kreise in der Diaspora. Bezüglich landwirtschaftlicher Kolonisation solcher Elemente 228

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.