Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Journal
- Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Volume
- XVII (1931)
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 183 (sequence 187)
- Language
- German
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zu lassen. Dies ist eine Verpflichtung, der sich die Regierung nicht entziehen und für deren Erfüllung sie alle ihr zur Verfügung stehenden Mittel anwenden wird." Diese Erklärung schien keinen Zweifel bezüglich der Absichten der Regierung zu gestatten. 8. Im Mai traten jedoch zwei Ereignisse ein, die nach Ansicht der Exekutive mit dieser politischen Erklärung schwerlich in Einklang zü bringen waren. Am 6. Mai wurde Sir John Hope Simpson zum Kommissar der Britischen Regierung ernannt mit dem Auftrage, einen Bericht über die Fragen der Einwanderung, Landbesiedlung und -erschließung zu erstatten (s. unten Abschn. 15-—18); am 16. Mai erhielt die Exekutive von ihren Kollegen in Jerusalem die Mitteilung, daß die Palästina- Regierung die Zurückhaltung des größten Teiles der 3300 Einwanderungs- Zertifikate, die auf Grund der am 12. Mai gebilligten Arbeiter-Einwanderungsliste bewilligt worden waren, angeordnet habe. Die Zurückhaltung dieser Zertifikate sei, so wurde erklärt, eine vorläufige Maßnahme, „um Vorkehrungen zu treffen, daß in der Zwischenzeit (d. h. bis zum Erscheinen von Sir John Hope Simpsons Bericht) die Einwanderung nicht die wirtschaftliche Zukunft des Landes gefährde". Eine weitere Erläuterung des von der Regierung in dieser Frage eingenommenen Standpunktes brachte der Unterstaatssekretär für die Kov Ionien in einer Erklärung, die er am 21. Mai in Beantwortung einer Anfrage im Unterhause abgab: „Im Hinblick auf die im Bericht der Shaw-Kommission enthaltenen kritischen Feststellungen und mit Rücksicht auf die darauffolgende Entsendung von Sir John Hope Simpson nach Palästina, der speziell die Fragen des Bodens und der Einwanderung prüfen soll, ist es wünschenswert, daß bis zum Eintreffen von Sir John Hope Simpsons Bericht die weitere Einwanderung beschränkt bleibt..... Es sind keine Zertifikate für ungültig erklärt worden, noch wurde ein endgültiger Beschluß über die den Zeitraum bis zum 30. September 1930 betreffende Arbeiter-Einwanderungsliste gefaßt." 9. Die Exekutive erließ einen nachdrücklichen Protest gegen das Vorgehen der Palästina-Regierung bei der Zurückhaltung dieser Zertifikate und erhielt darauf die Mitteilung, daß Sir John Hope Simpson um sofortigen Bericht über diese Frage gebeten worden sei. Weitere Proteste in der Presse, im Parlament und an die Permanente Mandatskommission gaben Veranlassung zu wiederholten Erklärungen von Regierungsmitgliedern, daß ,,das Vorgehen der Regierung lediglich vorübergehender und provisorischer Natur sei" und daß ,,keine Zertifikate für ungültig erklärt" worden seien. Währenddessen hatte das Londoner Büro von Zionisten aus allen Teilen der Welt Proteste gegen die Suspendierung erhalten, und auch die Presse Englands und anderer Länder widmete den zionistischen Argumenten bedeutende Aufmerksamkeit. 10. Im Hinblick auf die bevorstehende Sitzung der Permanenten Mandatskommission, die den Bericht der Shaw-Kommission behandeln sollte, beschloß daher die Exekutive, ihren Standpunkt zu diesem Bericht schriftlich niederzulegen. Demgemäß arbeitete Mr. Stein eine formelle Darlegung der jüdischen Entgegnungen auf den Bericht aus, die am 26. Mai dem Kolonialamt zwecks Uebermittlung nach Genf überreicht 183