Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Journal
- Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Volume
- XVII (1931)
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 126 (sequence 130)
- Language
- German
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wenn auch nicht zu bezweifeln ist, daß die politische Lage und die schwere wirtschaftliche Depression, die Deutschland mehr als viele andere Länder trifft^ eine unablässige Verstärkung der zionistischen Anstrengungen erforderlich machen. Während im Rahmen der Erweiterten Jewish Agency und des Keren Hajessod ein freundschaftliches und fruchtbares Zusammenarbeiten mit nichtzionistischen Kreisen fortgesetzt wurde, wurde gleichzeitig mit großer Entschiedenheit die Auseinandersetzung mit dem assimilatorischen und antizionistischen Judentum weitergeführt. Diese Auseinandersetzung fand in zahlreichen öffentlichen Versammlungen, in den Gemeinden und in der Presse, insbesondere in unserem Zentralorgan, der „Jüdischen Rundschau" statt. Die Z. V. f. D. hat die Einheitlichkeit ihrer organisatorischen Struktur bewahrt und insofern noch verstärken können, als ein großer Teil der bisher außerhalb der Z. V. f. D. stehenden Mitglieder der Poale Zion- Partei in die Z. V. f. D. eingetreten ist. Die Z. Y. f. D. faßt alle zionistischen Arbeitsgebiete unter ihrer verantwortlichen Kontrolle zusammen: die Propaganda, die Tätigkeit der zionistischen Fonds, die Ge"- meinde-, Frauen- und Jugendarbeit. In der Berichtsperiode fand der XXIII. D el e g i e r te.n tag der Z. V. f. D. in Jena statt. Dieser Delegiertentag, noch ganz beherrscht von der außenpolitischen Diskussion im Anschluß an die August- Ereignisse, erhielt sein besonderes Gepräge durch die Teilnahme Dr. Weizmanns. Kurt Blumenfeld wurde wieder zum Vorsitzenden gewählt, nachdem der Delegiertentag mit großer Majorität die bisherige Haltung der verantwortlichen politischen Instanzen der Z. V. f. D. und der „Jüdischen Rundschau" durch Annahme einer Resolution gebilligt hatte. Der neugewählte Geschäftsführende Ausschuß, der aus dem Vorsitzenden und 7 Mitgliedern besteht, stellt eine Koalition von Allgemeinen Zionisten, Hitachduth und sozialistischen Zionisten sowie Misrachi dar. Dagegen scheiterten die Remühungen, auch die anderen in Deutschland bestehenden zionistischen Gruppierungen an der Führung der Geschäfte und Verantwortung für die zionistische Arbeit zu beteiligen, an deren Widerstand. Der Delegiertentag wählte einen Landesvorstand von 53 Mitgliedern, in dem alle zionistischen Gruppen vertreten sind. Die P r opaganda -Tätigkeit der Z. V. f. D. war in der Berichtsperiode sehr lebhaft. Öffentliche Versammlungen und Zirkel- Veranstaltungen fanden in allen Orten statt. Der Z. V. f. D. stand für ihre Propaganda eine große Anzahl bewährter Gesinnungsgenossen zur Verfügung. Wir hatten ferner die Freude, verschiedentlich Freunde aus anderen Ländern in Deutschland zu begrüßen und sie in Veranstaltungen wirken zu lassen. Erwähnt seien besonders: Dr. Weizmann, Professor Brodetsky, Nahum Sokolow, Dr. Schmarjah Levin, Leo Motzkin, Joseph Sprinzak, der belgische Staatsminister Emile Vandervelde, Dr. Ernst Simon-Palästina. Der wichtigste Inhalt der Arbeit war eine immer wieder neu durchdachte zionistische Ideenpropaganda. Wir bemühten uns, alle Erscheinungen des Lebens zionistisch zu beherrschen. Die von uns veranlaßten Vorträge beschäftigten sich demgemäß mit der „objektiven Judenfrage" und mit der Entwicklung des jüdischen Lebens in aller Welt, dem jüdi- 126