Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Journal
- Bericht der Exekutive der Zionistischen Organisation an den ... Zionistenkongress
- Volume
- XVII (1931)
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 127 (sequence 131)
- Language
- German
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sehen. Wirtschaftsproblem und der menschlichen und geistigen Haltung der Juden gegenüber der neuen politischen und wirtschaftlichen Entwicklung ihrer Umwelt. In der Auseinandersetzung mit antizionistischm Organisationen und der Assimilation im allgemeinen spielte unsere Auffassung vom Antisemitismus, der die Stellung der Juden in Deutschland stärker als je bedroht, eine Avesentliche Rolle. Wir machten die Erfahrung, daß zionistische Entschiedenheit und Zuversicht in keiner Weise dadurch abgeschwächt wurden, daß wir die schwierigen und ernsten politischen Probleme des Zionismus mit voller Offenheit und frei von allem Illusionismus zu behandeln versuchten. Die Z. V. f. D. folgte der Anregung der Exekutive, zur Feier des 70. Geburtstages des Präsidenten Sokolow einen Werbemonat zu veranstalten. Diese Aktion wurde von Mitte März bis Ende April durchgeführt und umfaßte 128 Versammlungen an 64 Orten. In der Schriftenreihe der „Jüdischen Rundschau" erschienen weiter folgende Hefte: Gorelik, Herzl in seinen Tagebüchern. Dokumente zur Palästina-Politik 1929/30. Das Pro Palästina-Komitee setzte seine Tätigkeit, gestützt auf die Zustimmung der höchsten Regierungsstellen, unter der Führung seines Präsidenten, Graf Bernstorff, fort. Es veranstaltete in der Berichtszeit eine Reihe großer öffentlicher Kundgebungen, auf denen Graf Bernstorff, der belgische Staatsminister Emile Yandervelde und andere sprachen. Das Komitee veranstaltete weiter Empfänge für Lord Robert Cecil und den früheren britischen Kolonialminister Amery. In einer Reihe von Schriften wurden die auf den Kundgebungen gehaltenem Ansprachen veröffentlicht. Die Z. V. f. D. ist u. a. vertreten: im Hilfsverein der deutschen Juden und zahlreichen sozialen Institutionen des deutschen Judentums. Aus der Zentralverwaltung der Gesellschaft „ORT" und aus der Leitung des „ORT" in Deutschland sind die Vertreter der Z. V. f. D. dagegen ausgeschieden. In der Berichtszeit wurden unsere Bemühungen um die Eroberung der Gemeinden fortgesetzt. Der Kampf um Demokratie und um Gleichberechtigung aller, auch der ausländischen Juden in den Gemeinden muß leider noch mit allen Kräften geführt werden. Im Jahre 1930 fanden in zahlreichen Gemeinden Nemvahlen statt, vielfach zusammen mit den Wahlen zum Preußischen Landesverband Jüdischer Gemeinden. Wir konnten unsere Position überall verbessern. Bei den Wahlen zur Jüdischen Gemeinde in Berlin stieg die für die Jüdische Volkspartei- und die Poale Zion-Liste abgegebene Stimmenzahl von 16 370 bei der vorigen Wahl auf 27 741. Obgleich das Ergebnis der Wahlen noch eine Majorität der Liberalen war, hat das außerordentliche Anwachsen der für unsere Listen abgegebenen Stimmen großen Eindruck gemacht. Die Jugendorganisationen, über die im Bericht an den vorigen Kongreß nähere Angaben gemacht wurden (Kartell Jüdischer Verbindungen, Jungjüdischer Wanderbund, Zeire Misrachi, Zophim, Brith Trumpeldor und zahlreiche lokale Jugendorganisationen), wurden in ihrer Arbeit von der Z. V. f. D. nach Möglichkeit gefördert, soweit bei 127