Das jüdische Echo
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- Das jüdische Echo
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- Das Jüdische Palästina. Sonder-Abdruck aus dem "Jüdischen Echo"
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- Das Jüdische Palästina. Sonder-Abdruck aus dem "Jüdischen Echo"
- Date
- 1930-10-24
- Page
- Seite 3 (sequence 5)
- Language
- German
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DER AUFBAU 3 schlossen werden, die von Gaza über Berseba nach Jerusalem führt. Ebenso könnte eine Bahn von Jerusalem über Nablus durch das Jordantal bis an den Tiberias-See gebaut werden, um das Jordantal für die Landwirtschaft zu erschließen. Sie wissen vielleicht, daß dieses Jordantal eines der merkwürdigsten Gebiete darstellt. Es liegt 300 Meter unter dem Meere, hat subtropisches Klima und subtropische Vegetation. Es gedeihen nicht nur Orangen und Zitronen, sondern auch Bananen, Zuckerrohr u. v. a. Dieses Gebiet ist durch die Eisenbahn von dem Hafen Haifa nur wenige Stunden entfernt und könnte in weniger als 5 Tagen seine Produkte auf den europäischen Markt bringen. Hier ist ein Siedlungsgebiet offen, in dem es möglich ist, auf einem verhältnismäßig kleinen Raum viele Menschen zu ernähren, ohne daß es nötig sein wird, andere Leute zu verdrängen; denn die Araber bedienen sich sehr primitiver Bewässerungsmethoden, so daß sie sich nur halten können, wo genügend Regen fällt. Wir dagegen würden durch große Bewässerungsanlagen das Wasser aus dem Jordan nutzbar machen und dadurch Boden, der bisher tot lag, lebendig machen und eine Existenzmöglichkeit für hunderte von Familien schaffen. Nebenbei könnte die Kraft des Jordans und seiner Nebenflüsse auch zur Gewinnung von elektrischer Kraft benützt werden. Es müßten große Überlandzentralen geschaffen und damit das ganze Land mit elektrischer Kraft und Licht versorgt werden. Das ist deshalb wichtig, weil Palästina keine Kohlen hat und elektrische Kraft die fehlende Kohle ersetzen muß. dr.r. Aushau, det-heidetu Häfen von Jaffa und Haifa. Bisher bestehen hier nur offene Rheden, die für den Verkehr völlig unzureichend sind. Die Schiffe müssen zwei Kilometer vor der Küste ankern, was im Winter sehr unangenehm ist, weil dann Stürme sehr häufig die Ausbootung verhindern. Ich habe eine ungefähre Schätzung gemacht, welche Summen für alle diese Arbeiten nötig sind. Für Eisenbahnen, Entwässerungs- und Bewässefungsarbeiten, Bau von Eisenbahnen, für Instandhaltung der Häfen wäre eine Gesamtsumme von etwa 140 Millionen Franken aufzubringen. Es ist möglich, daß diese Anlagen im Anfänge sich nicht sofort verzinsen, aber dafür wird durch eine große jüdische Einwanderung die Verzinsung umso größer sein und wir werden sagen können, daß es unsere Arbeit gewesen ist, die Palästina aus seiner bisherigen Lethargie aufgeweckt hat. Nach diesen Arbeiten, die der Assanierung, der Bewässerung und der Verbesserung der Verkehrsmittel zu dienen haben, muß uns, bevor wir eine Massensiedlung beginnen, der Erwerb des für die Siedlung notwendigen Bodens sichergestellt sein. Ich glaube, daß hierin keine unüberwindlichen Schwierigkeiten liegen, weit es in Palästina noch sehr viel herrenlosen Boden und sehr viel Boden, der nur ganz extensiv bebaut wird, gibt. Der arabische Fellache bebaut nicht in jedem Jahre seinen ganzen Boden. Wenn wir ihm durch Einführung intensiver Bewirtschaftung die Möglichkeit geben, das gleiche Stück jährlich anzubauen, kann er mit einem bedeutend kleineren Besitz auskommen und es wird dadurch mehr Boden für uns frei. Wir werden es also nicht nötig haben, den palästinensischen Araber von seinem Boden zu verdrängen. Wir müssen allerdings verlangen, daß uns aller herrenlose und aller durch unsere Entwässerungs- und Bewässerungsanlagen neu erschlossene Boden zur Verfügung gestellt wird, ebenso der Boden in der Eisenbahnzone (d. h. in angemessener Entfernung links und rechts von den durch uns gebauten Eisenbahnen) zu einem angemessenen Preise überlasse" wird. Den kleinen Landwirtschaft treibenden Fellachen wollen wir nicht verdrängen und werden wir nicht verdrängen. Wir werden ihm in allen Fällen, mag er bisher Eigentümer oder Pächter gewesen sein, so viel Boden belassen, wie er bisher jährlich bebaut hat. Wir brauchen ferner eine National-Autonomie. Wir müssen die jüdische Wohlfahrtspflege in eigene Hände nehmen, das Schulwesen selbst verwalten, das Recht haben, unsere Streitigkeiten durch eigene Schiedsgerichte zu entscheiden, unsere eigene Sprache im Verkehr zu verwenden und alle jüdischen Kolonien und Stadtviertel frei zu verwalten. Die Juden sollen zu einer jüdischen Gemeinschaft zusammengeschlossen werden und ein von ihnen gewählter Oberster Rat soll alle jüdischen Angelegenheiten leiten. Ein gewisses nationales Leben war ja bisher schon vorhanden, nur war es von der Regierung nicht anerkannt. Wir hatten in den Kolonien bereits kommunale Selbstverwaltung. Ebenso wurde das jüdische Stadtviertel Teil Awiw bei Jaffa, das 1908 erbaut wurde und in kurzer Zeit mehr als 200 Häuser und über 2000 Einwohner hatte, durch einen selbstgewählten Bürgermeister sehr gut verwaltet. Es ist dort für Wasserleitung, öffentliche Sicherheit. Straßenpflasterung usw. aufs beste ge- -sorei. AueJi_ ein__iüdisches Schiedsgericht ist in Jaffa vorhanden. Die hebräische Sprache'hat in den letzten Jahren vor dem Kriege einen gewaltigen Aufschwung genommen und ist die Umgangssprache der Jugend geworden. Was die Regelung der allgemeinen staatsbürgerlichen Rechte anbelangt, so denke ich mir sie so, daß die Juden, solange sie eine Minderheit im Lande sind, gegen Vergewaltigungen geschützt werden müssen. Gleichzeitig muß ihnen die Möglichkeit gegeben werden, durch Masseneinwanderung zur Mehrheit zu werden. Könnte man heute durch ein Wunder alle Juden der Welt, die nach Palästina übersiedeln wollen, mit einem Schlag nach Palästina versetzen, so wären wir schon heute drüben die Mehrheit. Aber dieser Prozeß der Übersiedlung kann eben nicht an einem Tage erfolgen und für diese Übergangszeit soll nach meiner Ansicht ein von der Schutzf.iacht Palästinas ernannter Gouverneur die oberste Regierungsgewalt ausüben. Später, wenn der Übersiedlungsprozeß zu Ende ist. soll das Land eine Verfassung auf weiter demokratischer Grundlage erhalten. Die den anderen Religionen teueren Stätten werden wir mit allem Respekt behandeln. Wir werden ihnen territoriale Selbstverwaltung geben und sie nicht den einheimischen Behörden unterstellen. Das sind ungefähr die Voraussetzungen, die für eine jüdische Masensiedlung notwendig sind. Es fragt sich jetzt, welches die wirtschaftliche Basis der neu Einwanderndpn sein soll. Ich sehe hierfür folgende Möglichkeit. Zunächst werden die von mir vorhin angeführten öffentlichen Arbeiten und Verkehrsunternehmungen einer großen Zahl von Juden Beschäftigung geben. Das ist besonders wichtig, weil ich von allen Seiten höre, daß sich besonders in Osteuropa eine große Aus-