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Das jüdische Echo · 1933-03-03 · 9 (3.3.1933) · p. Seite 69

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
20 (1933)
Issue
9 (3.3.1933)
Date
1933-03-03
Page
Seite 69 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 9 Das Jüdische Echo 69 Feuilleton Der jüdische Krieg Bemerkungen zu Lioii Feuchtwancers Buch" I. Das Thema Jawne und Jerusalem bleibt ewig aktuell in der jüdischen Geschichte. II. Lion Feuchtwanger hat den „Jüdischen Krieg“ des Flavins Josephus aus der Aktualität der Historie in die Aktualität des Tages übersetzt. III. Die Übersetzung macht aus dem „jüdischen Krieg“ einen Roman, gemischt aus den modernsten Ingredienzien von eminenter Anschaulichkeit, einen Film geradezu von ungeheuren und dramatischen Kontrastwirkungen. IV. „Doktor Flavins Josephus — oder Lion Feuchtwanger vor 2000 Jahren“ wäre auch ein guter Titel gewesen. V. Die kriegerischen Taten des Doktor Joseph sind nur Vorspiel und Hintergrund seiner geistigen Leistungen. VI. Die geistigen Leistungen des Doktor Joseph bestehen in der Hauptsache darin, daß er die Ideologie des Central-Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens — allerdings mit dem vor zehn Jahren üblichen und jetzt schon wieder unmodernen Ausblick ins Kosmopolitische — bereits vor 2000 Jahren erfunden hat. VII. In der Nebensache bestehen sie darin, daß er in mehreren Sprachen denkt, aber in keiner richtig. Seinen aramäischen Wortschatz hat der Herr Doktor anscheinend aus einem sonst unbekannten Wörterbuch geschönft. VIII. Berenike oder Berlin W im Hauptquartier des Kroimrinzen. Ein trübes Kapitel aus Politik und Liebe. IX. Jawne und Jerusalem — Spannung und Aufgabe bleiben ewig aktuell in der jüdischen Geschichte. Flavius — Feuchtwanger kennt sie und er optiert für Rom. * Der jüdische Krieg von Lion Feuchtwanger, Propyläenverlag. Gemeinden- und Vereins-Echo Zionistische Ortsgruppe Am 23. Februar sprach in der Zionistischen Ortsgruppe Herr Dr. Raphael Straus über: „Die jüdische Geschichte im Lichte der Vergangenheit“. Hs kam dem Redner, wie aus seinen einleitenden Worten hervorging, weniger darauf an, über jüdische oder zionistische Dinge zu sprechen, als vielmehr zu einer gründlichen und gerechten Betrachtung der Geschichte anzuregen. Seine Ausführungen dienten der Widerlegung des so oft gehörten und auch in dem Referat von Rosenkranz ausgesprochenen Schlagwortes vom wiederkehrenden Mittelalter. Dieses Schlagwort „Mittelalter“ stelle die Konstruktion eines Begriffes dar, den es tatsächlich nicht geben könne; denn es sei unmöglich, eine Periode von über 1000 Jahren als Einheit zu betrachten. Er versuchte seine These in einer historischen Studie (Regensburg im späten Mittelalter) nachzuweisen, indem er zeigte, welch verschiedene Faktoren im Laufe weniger Jahrhunderte bestimmend waren für die Gestaltung der Geschichte und damit auch für die Behandlung der Juden. Es sei falsch, die Verhältnisse des späten Mittelalters mit seinen Judenverfolgungen auf das frühe Mittelalter zurückzuprojizieren und daraus das Schlagwort „Mittelalter“ zu konstruieren. Es sei notwendig die Probleme nicht zu isolieren, sondern sie in ihrer Bedingtheit und Relativität zu betrachten. ln der Diskussion sprachen Justizrat Dr. Elias Straus und Herr Jakob Reich. W. Oueg Schabbath, München Samstag, den 4. März, findet keine Messiba statt. Das Referat für Samstag, den 11. d. M.. über Purim hat Herr J.-R. Dr. Emil Fränkel übernommen. Jüdischer Frauenbund, Ortsgruppe München In dem Zyklus der Wintervorträge „Was bleibt uns?“ findet der nächste Vortrag am Dienstag, den 7. März, abends 8.15 Uhr, im Bibliotheksaal der Gemeinde (Herzog-Max-Straße 7) statt. Fräulein Hannah Straus spricht über „H offen a u t neue Gemeinschaftsbildung und neues Werd en“. Gäste willkommen. Jüdischer Jugendverein, München Am Donnerstag, dem 9. März 1933, spricht Herr Justizrat Dr. Alfred Bloch im Lessingsaal, Herzog- Rudolf-Straße 1, über: Richard Wagners Stellung zum Judentum. Beginn 20.30 Uhr. Purim-Abend Am Samstag, den 11. März abends 8.45 Uhr, veranstaltet der Jüd. Kulturverein I. L. Perez im Lessingsaal einen Vortragsabend unter Mitwirkung von Kantor D. Davidovics (Tenor), Dr. A. Percikowitsch (Rezitation). Kurt J a c o b (Klavier) und Mitgliedern des lüdischen Kammerorchesters. Zu Gehör gelangen: Allegro für Klavier und kleines Orchester g-moll (Uraufführe.) von M. Goldberg (Solist: K. Jacob): hebräische und jiddische Volkslieder: „Aschira na Iididi“ (5 Kap. Jesaja) nach einem alten palästinensischen Volksgesang, „Jakobs-Lied aus Rumänien“. .. lakobs-Lied aus Litauen“, „Dos jiddische Lied“. ..Besser a Melamed“, „Jankele geht in Schul arein“: heitere Geschichten von Bialik und Maiofis. und 3 chassidische Tänze für Flöte, Klarinette. Streicher und Klavier. Programm und Garderobe 50 Rpf.; Jugendliche 30 Rpf. Der Reinertrag fließt wohltätigen Zwekken zu. Palästinareise des K.J.V. Zu Pessach veranstalten wir eine Reise mit der 24 000 Tonnen großen Vulcania. beginnend am 5. April in Neapel. Abfahrt von Palästina am 26. April ab Haifa auf dem Dampfer Italia des Lloyd Triestino. Die Rückreise kann auch später angetreten werden, ohne daß sich der Fahrpreis erhöht. Der Preis der Reise inkl. der Gesellschaftsreise im

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