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Das jüdische Echo · 1933-02-24 · 8 (24.2.1933) · p. Seite 61

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
20 (1933)
Issue
8 (24.2.1933)
Date
1933-02-24
Page
Seite 61 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 8 Das Jüdische Echo 61 mas Maron vor trug, sprach der frühere preußische Minister Wolfgang Heine über die „Freiheit der Kunst“. Als er von „Brutalität“ sprach, die amtlich angepriesen werde, und dann eine Redewendung von „einem vor Jahrhunderten in einem jüdischen Grab gefundenen Hakenkreuz“ gebrauchte, erklärte der überwachende Polizeibeamte den Kongreß für aufgelöst. Aron Hirsch 75 Jahre Am 6. Februar beging Dr. li. c. Aron Hirsch, der bekannte Großindustrielle, seinen 75. Geburtstag. Br ist Vorsitzender des Verwaltungsrates der „Akademie für die Wissenschaft des Judentums“, Berlin, und einer der Führer des konservativen Judentums. Die beiden jüdischen Polizei-Beamtinnen entlassen Berlin, 20. Februar. (JTA.) Frau Regierungsrat Rosenheim, die im preußischen Innenministerium unter Severing und Grzesinski eine Vertrauensstelle bekleidete und später bei der Gewerbepoiized tätig wiar, mußte ebenso wie die Polizeirätin Fräulein Dr. Mosse, die in der Theaterpolizei ihren Dienst versah, den Posten verlassen. Gegen beide Beamtinnen hatte die nationalsozialistische Presse als „Jüdinnen“ eine hemmungslose Agitation entfaltet. Terror in Viersen Berlin, 16. Februar. (JTA.) ln Viersen im Rheinland wurden bei einem nationalsozialistischen Umzug am 31. Januar die Fenster dreier jüdischer Firmen durch Steine zertrümmert. Am Sonntag, dem 5. Februar, wurden in Viersen von Nationalsozialisten sechs Revolverschüsse auf die Haustür der jüdischen Familie Lambertz abgegeben, ein Schuß traf auch das Fenster der ersten Etage. Zwei hinzueilende Schutzleute wurden niedergeschossen und mußten schwerverletzt in das Hospital gebracht werden. Einer der Täter konnte festgenommen werden, die beiden anderen Täter sind mit Namen bekannt. Österreichische Regierung hat kein Geld für jüdische religiöse Zwecke Wien, 7. Februar. (JTA.) Der Präsident der Wiener Israelitischen Kultusgemeinde Dr. Desider Friedmann sprach beim österreichischen Bundeskanzleramt und beim Kultusminister Dr. Rintelen vor und brachte aufs neue die alte, in der Bundesverfassung wie in den Landesgesetzen begründete Forderung nach einer Subventionierung des jüdischen Kultus aus Staatsmitteln vor. Die Mitglieder der Regierung erklärten, sie erkennen die Berechtigung der jüdischen Forderung an, aber die österreichische Regierung sei im Hinblick auf die beschränkten Staatsmittel nicht in der Lage, eine Staatssubvention zu gewähren. 50 000 Juden Wiens auf öffentliche Hilfe angewiesen Wien, 16. Februar. (JTA.) Das Fürsorgeamt der Wiener Israelitischen Kultusgemeinde erläßt einen Aufruf für die Auffüllung des völlig erschöpften Hilfsfonds der Gemeinde für jüdische Notleidende. Etwa 50 000 Wiener Juden, mehr als der vierte Teil der Wiener Judeuheit leidet Not und ist auf öffentliche jüdische Hilfe angewiesen. Einem solchen Massenelend sei die Wiener Judenheit bisher niemals ausgesetzt gewesen. Der Jüdische Parlamentsklub Polens stimmt gegen das Budget Warschau, 14. Februar. (JTA.) Vor der Abstimmung über das Regierungsbudget im polnischen Sejm verlas der Vorsitzende des Jüdischen Klubs Abg. Dr. J. Thon die folgende Erklärung, in der es unter anderem heißt: Jahrelang gab sich der Jüdische Klub der Hoffnung hin, daß es ihm mit (der Zeit gelingen wird, die Mauer der Gleichgültigkeit zu durchbrechen und die Regierung dazu zu bringen, über die Lage der jüdischen Bevölkerung nachzudenken und nach dieser Richtung hin eine Aktivität zu. entfalten. Wir stimmten in früheren Jahren nicht für das Budget, weil es eine Überbelastung der jüdischen Bevölkerung bei gleichzeitiger Ignorierung ihrer Bedürfnisse seitens der Regierung bedeutete, aber wir zogen auch nicht die letzte Konsequenz, sondern enthielten uns nur der Abstimmung. Heute aber, wo die jüdische Bevölkerung einer grenzenlosen Verzweiflung entgegengetrieben wird, muß ihre Vertretung im Sejm sich des stärksten parlamentarischen Mittels bedienen und gegen das Budget stimmen. Nahum Sokolow bei Mussolini Rom, 17. Februar. (JTA.) Der Chef der italienischen Regierung, Benito Mussolini, empfing am 16. Februar den Präsidenten der Jewish Agency, Nahum Sokolow, der auf seiner Rückreise von Palästina nach London in Ägypten und Italien kurzen Aufenthalt genommen hat. Mussolini unterhielt sich mit Sokolow eine halbe Stunde lang über Fragen des Zionismus und des Palästina-Aufbaus, wobei Mussolini ein lebhaftes Interesse für die jüdischen Leistungen im Aufbau Palästinas an den Tag legte. Auch der Verband der jüdischen Gemeinden Italiens in Rom gab Sokolow einen Empfang. Sokolow wird in den nächsten Tagen Florenz, Mailand, Livorno und noch einige andere italienische Städte besuchen. Rekordziffer im Budget der Palästinaregierung Jerusalem, 15. Februar. (JTA.) Wie der JTA-Vertreter erfährt, schätzen die Regierungssachverständigen die Einkünfte der Palästinaregierung im nächsten Fiskaljahr auf 3 Millionen Pfund ein; dies würde eine Rekordziffer gegenüber allen bisherigen Jahresbudgets bedeuten. Die Juden, die heute 20 Prozent der Gesamtbevölkerung Palästinas repräsentieren, tragen zu dieser Budgetsumme 45 Prozent bei. Tagung der Histadruth Jerusalem, 19. Februar. (JTA.) In der vierten Konferenz der Allgemeinen jüdischen ArbeiteriÖderation (Histadruth) hielt der Vorsitzende der Histadruth, Ben Gurion, eine großangelegte, zwei Stunden dauernde Rede, in der er die Rolle der jüdischen Arbeiterschaft im Aufbau Palästinas dariegte. Über 70 000 Palästina-Einwohner, also mehr als ein Drittel der jüdischen Gesamtbevölkerung Palästinas, sagte Ben Gurion, ist direkt oder indirekt mit der Arbeit der Histadruth verbunden. Die eigentliche Mitgliederzahl der Histadruth übersteigt die Ziffer 35 000. Von diesen 35 000 Arbeitern sind 13 000 verheiratet und haben rund 22 000 Kinder. Die Histadruth-Institutionen verfügen heute über ein festes Kapital von 218 000 Pfund,_ der Jahresumsatz erreichte die Höhe von 878 000 Pfund. Von den Mitgliedern der Histadruth wohnen 56 Prozent in den Städten und 44 Prozent in den Kolonien. 152 000 Dunam Keren-Kajemeth-Boden werden von jüdischen Arbeitern in erster Hand bebaut. In den durch privates Kapital aufgebauten Kolonien ist die Zahl der der Histadruth angeschlossenen jüdischen Arbeiter in den letzten Jahren von

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