Mannheim
Compact Memory

Das jüdische Echo · 1933-02-24 · 8 (24.2.1933) · p. Seite 60

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das jüdische Echo
Volume
20 (1933)
Issue
8 (24.2.1933)
Date
1933-02-24
Page
Seite 60 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/9072829-9103090-9187271--12704-9084773
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

60 Das Jüdische Echo Nr. 8 würdiges Dasein versagt hat, vergreift es sich jetzt auch noch am den Grabsteinen und Gebeinen seiner Toten. " Welche Verwüstung muß die bolschewistische Propaganda in einzelnen Teilen der jüdischen Jugend amgerichtet haben, wenn diese im Anblick solcher „Maßnahmen“ ihre Schwärmerei für die alleinseligmachende Sowjetunion nicht aufgibt! Aus der Jüdischen Welt Wahlkampfflugblätter für das Gesamtarchiv der deutschen Juden Berlin, im Februar 1933. Wir stehen im Wahlkampf. Voraussichtlich wird auch diesmal eine Fülle von Flugblättern und Broschüren erscheinen, in denen die verschiedenen Parteien Deutschlands zur Judenfrage Stellung nehmen. Das Gesamtarchiv der deutschen Juden — Berlin N 24, Oranienburger Straße 28 — bittet, wie bei früheren Gelegenheiten, auch diesmal ihm solche Flugschriften und Flugblätter, möglichst in mehreren Exemplaren, zur Verfügung zu stellen. Tagung des Rates des Preußischen Landesverbandes Berlin, 20. Februar. (JTA.) (Amtlich.) Am 19. Februar 1933 trat der Rat des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden zu seiner ersten Tagung im laufenden Jahre in Berlin zusammen. Der Präsident Kammergerichtsrat Leo Wolff wies in seiner Begrüßungsansprache darauf hin, daß die politische und wirtschaftliche Lage sowie die Schwierigkeit der notwendigen Vorbereitungsarbeiten die Einberufung des Rates stark verzögert habe. Die Tagesordnung enthielt außer der Beratung über den Rechnungsabschluß und der Aufstellung des Voranschlages für das künftige Haushaltsjahr noch eine Reihe wichtiger Punkte. Diese konnten jedoch infolge der sehr eingehenden Erörterungen, obgleich sich die Sitzung über die Zeit von morgens 9.30 Uhr bis abends 21.30 Uhr erstreckte, nicht alle erledigt werden. Dem Rate lag der Entwurf eines Haushaltsplanes vor, dessen Festsetzung im einzelnen dem Kollegium der Berliner Dezernenten übertragen wurde. Es wurde beschlossen, die Umlage für 1933/34 in der bisherigen Höhe von 1 Prozent des Reichseinkommensteuersolls zu erheben. Daneben sollen diejenigen Gemeinden, denen Zuschläge zur Vermögenssteuer zufließen, auch von diesen einen Teilbetrag an den Landesverband abführen. Die 1. Sitzung der Repräsentantenversammlung der jüdischen Gemeinde Berlin im Jahre befaßte sich eingehend mit Fragen des Gottesdienstes und Schulfragen. Weiterhin fand eine Etatberatung statt und einige Nachbewilligungen wurden vorgenommen. Die Tagung der zionistischen Organisations- Kommission Vom 12. bis 15. Februar fand in Berlin eine Tagung der von der Zionistischen Exekutive gemeinsam mit dem Präsidium des Aktions-Komitees gemäß einem Beschlüsse des letzten Kongresses eingesetzten Ständigen Kommission für Organisation und Propaganda statt. An den Beratungen nahmen folgende Mitglieder der Kommission teil: Rabbiner Dr. S. Federbusch (Helsingfors), Dr. G. Halpern (Berlin), Dr. M. Kollenscher (Berlin). R. Lichtheim (Berlin), M. Neustadt (Warschau), Ing. Reiß (Warschau), Dr. M. Rosenblüth (Berlin), Ing. Scheskin (Warschau), Dr. A. Tartakower (Lodz), Dr. N. Goldmann (Berlin) sowie F. Bernstein (Rotterdam) in Vertretung der Exekutive die Herren: B. Locker und Dr. L. Lauterbach; der Präsident des Aktions- Komitees L. Motzkin, weiter die Herren Rechtsanwalt Gronemann, Dr. A. Barth, Dr. Hantke, A. Pollak sowie eine Anzahl von eingeladenen Sachverständigen und Vertretern von zionistischen Jugendverbänden und Frauenorganisationen. Das Programm der Tagung gliederte sich in vier Hauptpunkte: 1. Organisatorische Reformen, 2. Zionistische Propaganda, 3. Zionistische Jugendbewegung, 4. Reorganisierung der Jewish Agency. Beim ersten Punkt, über den Dr. Lauterbach referierte, wurden zwei Fragenkomplexe besonders behandelt, und zwar die Form 'der Zusammenfassung der Zionisten in den einzelnen Ländern, sowie Vorschläge zur Reform des Schekelwesens. Konkret wurde die Gründung von zionistischen Territorialverbänden in allen Ländern sowie die Einführung des zweijährigen Schekels als Voraussetzung des Kongreßwahlrechts vorgeschlagen. Beim zweiten und dritten Propagandapunkte wurden auf Grund von Referaten der Herren Dr. Goldmann und Dr. G. Landauer verschiedene Anregungen zur Erneuerung und zentralen Leitung zionistischer Propaganda sowie zur Bekämpfung destruktiver Tendenzen gegeben. Sobernheim-Trauerfeier Am 15. Februar abends veranstaltete die Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums im großen Tempel des Logenhauses eine Trauerfeier für ihren verstorbenen Vorsitzenden Legationsrat Prof. Sobernbeim. Neben zahlreichen Mitgliedern aus Berlin und dem Reiche und ausländischen Mitgliedern der Gesellschaft wohnten Vertreter fast aller jüdischen Kulturorganisationen der Feier bei. Rabbiner Baeck und Prof. Mittwoch geleiteten die Mitglieder der Familie Soberheim in den Saal, woraufhin die Versammlung einige Minuten schweigend verharrte. Nach einer Begrüßungsrede von Dr. Baeck gedachte Dr. Ernst Schaedler, Professor der orientalischen Sprachen an der Universität in Berlin, zunächst des verstorbenen Staatsministers' Dr. h. c. C. H. Becker, der sich mit Sobernheim in der Arbeit zusammenfand, und würdigte dann die Tätigkeit und das Wirken Sobernheims für Juden und Judentum und für die Orient-Wissenschaften. Zum Schluß appellierte er an die Judenheit, sich der hohen Kulturmiission der Wissenschaft des Judentums bewußt zu bleiben und Sobernheims Werk fortzuführen. Dr. Friedrich Ollendorf gedachte im Namen der Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden, des Deutsch- Israeliitischen Gemeindebundes und der Huuptstelle für jüdische Wanderfürsorge des Sozialpolitikers Sobernheim. Es folgten Musikvorträge des Geigers Alfred Wittenberg. Im Anschluß an die Feier fand die Hauptversammlung des Vereins der Gesellschaft statt. Die Gesellschaft wählte an Stelle von Sobernheim Prof. Dr. Eugen Mittwoch, Direktor des Orientalischen Seminars, zu ihrem Vorsitzenden. Warum der Kongreß für das „Freie Wort“ aufgelöst wurde Berlin, 20. Februar. (JTA.) In Berlin trat am Sonntag morgen im Festsaal von Kroll der Kongreß für das „Freie Wort“ zusammen. Nach Ansprachen von Polizeioberst a. D. Lange, des Oberpräsidenten a. D. Dr. Falck, des Professors Tönnies aus Kiel und des früheren Kultusministers Dr. Grimme, der dem Kongreß ein Manifest von Tho-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.