Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 20 (1933)
- Issue
- 7 (17.2.1933)
- Date
- 1933-02-17
- Page
- Seite 53 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 7 Das Jüdische Echo 53 Verband jüdischer Gemeinden Österreichs Wien, 7. Februar. (JTA.) In der Plenarsitzungdes Vorstandes der Wiener Israelitischen Kultusgemeinde wurde mitgeteilt, daß die Gründung eines, Verbandes jüdischer Gemeinden ganz Österreichs Tatsache geworden ist. Von den in den österreichischen Bundesländern bestehenden 33 jüdischen Gemeinden haben 26, unter ihnen 3 orthodoxe, Gemeinden im Burgenlande, den Anschluß an den Verband vollzogen, während 5 burgenländische Gemeinden bis jetzt eine positive Antwort nicht und 2 einen ablehnenden Bescheid gegeben haben. In den nächsten Tagen wird die Konstituierung des Gemeindeverbandes und die Wahl einer Repräsentanz der gesamten österreichischen Judenheit vor sich gehen. Demnächst sollen Verhandlungen mit der Regierung und mit anderen politischen Faktoren über wichtige Angelegenheiten der österreichischen Juden aufgenommen werden. Protest der Wiener Kultusgemeinde gegen den Hirtenbrief des Bischofs Gföllner Wien, 7. Februar. (JTA.) Die Wiener Israelitische Kultusgemeinde hat in öffentlicher Sitzung eine scka.fe Protestresolution gegen den antisemitischen Inhalt des Hirtenbriefes des Linzer Bischofs Dr. Gföllner angenommen. Ähnliche Resolutionen faßten zahlreiche andere Gemeinden Österreichs Alle diese Entschließungen wurden der österreichischen Regierung, dem Erzbischof von Wien, sowie anderen weltlichen und kirchlichen Behörden übermittelt. Schändung der Synagoge in St. Pölten W i e n , 9. Februar. (JTA.) Unerkannt gebliebene Täter haben in der Nacht zum 8. Februar die wertvollen Fenstermalereien der Synagoge in St. Poelten bei Wien zerstört und die Nordseite des Tempels stark beschädigt. Die Polizei hat eine Belohnung für die Ermittlung der Vandalen ausgeschrieben. Die Preisverteilungen auf der Winter-Makkabiade in Zakopane Zakopane, 7. Februar. (JTA.) Das schlechte Wetter, durch das die Austragung mehrerer Sportkämpfe der Winter-Makkabiade in Zakopane verhindert worden ist, ließ auch die Sportspiele in Krinica, wohin sich ein großer Teil der Makkabiah- 7’eilnehmer begeben hatte, nicht zu. Die verschiedenen Länder-Delegationen haben sich sämtlich auf die Rückreise in die Heimat begeben. Den ersten Preis — eine von Lord Melchett gestiftete, die jüdische Sportbegeisterung symbolisierende silberne Statue — erhielt der polnische Makkabi, der mit 131 Punkten an der Spitze der Delegationen steht. Den zweiten Preis — vom Welt- Makkabi gestiftet — erhielt die tschechoslowakische Mannschaft (32 Punkte), den dritten Preis die österreichische Mannschaft (20 Punkte), den viert( n Preis die rumänische Mannschaft (8 Punkte). Dr. David Alkalay gestorben Belgrad, 5. Februar. (JTA.) Im Alter von 71 Jahren verstarb in Belgrad der Präsident des zionistischen Landesverbandes in Jugoslavien, Advokat Dr. David Alkalay. Er entstammte einer im sephardischen Judentum in hohem Ansehen stehenden Familie, deren Vorfahren aus Spanien nach dem Balkan gekommen sind. Noch während seiner Studienjahre in Wien schloß er sich der jüdisch-nationalen Bewegung an und war Mitglied des akademischen Vereins Kadimah. Er vertrat die Zionistische Organisation Serbiens auf dem ersten Zionisten-Kongreß und nahm auch an mehreren späteren Kongressen teil. Mit Theodor Herzl pflegte ei einen intimen Verkehr, Herzl setzte ihm ein Denkmal in seinem Roman „Altneuland“, in dem er unter dem Namen Aladin als Chef des Bodenkauf-Departements figuriert. Dr. Alkalay war Begründer und langjähriger Präsident des ersten zionistischen Vereins in Belgrad. Er besuchte wiederholt Palästina und wohnte 1930 als Repräsentant der jugoslavischen Zionisten der Einweihung des König Peter-Waldes auf dem Boden des Keren Kajemeth bei. Seit 1924 war er Präsident des zionistischen Landesverbandes Jugoslaviens. Von König Peter wie von König Alexander von Jugoslavien wurde er wiederholt ausgezeichnet. Sokolow von König Fuad empfangen Kairo, 10. Februar. (JTA.) Der Präsident der Zionistischen Weltorganisation und der Jewish Agency Nahum Sokolow ist hier von König Fuad von Ägypten in längerer Audienz empfangen worden. Über den Inhalt des Gesprächs zwischen Sokolow und dem König ist ein Bericht noch nicht ausgegeben worden. Streik in der Jerusalemer Fabrik Froumin beigelegt Jerusalem, 6. Februar. (JTA.) Der Streik in der Biskuitfabrik „Froumin“ wurde nach einer Dauer von vier Monaten auf folgender Grundlage beigelegt: 1. Froumin erkennt die Histadruth als die Arbeitergewerkschaft an; 2. alle Streikenden werden wieder eingestellt; 3. Froumin verpflichtet sich, in Zukunft mindestens 80% Arbeiter, die in der Histadruth organisiert sind, zu beschäftigen; 4. von den während des Streiks eingestellten revisionistischen 25 Arbeitern werden nur 10 und diese nur für die Dauer von acht Monaten beschäftigt. Neue Form der Arbeiter-Siedlung in Palästina J e r u s a 1 e m , 6. Februar. (JTA.) Die von der jüdischen Arbeiter-Föderation Histadruth begründete Gesellschaft „Nir“ hat einen Plan ausgearbeitet, nach dem es jedem jüdischen Arbeiter und Angestellten Palästinas ermöglicht werden soll, Siedlungsland zu außergewöhnlich günstigen Bedingungen zu erwerben. Jeder siedlungswillige Arbeiter wird ab Februar des Jahres monatlich eine kleine Sparsumme in die Arbeiter-Bank einzahlen; erreicht die Sparsumme die Höhe von 60 Pfund, so übergibt ihm „Nir“ eine Bodenparzelle und gewährt ihm andere Erleichterungen zur Ansiedlung. Der Jüdische Nationalfonds unterstützt warm diesen Plan. 1932 kein einziger Insolvenz-Fall in Haifa Haifa, 6. Februar. (JTA.) Nach Mitteilung der Haifaer Jüdischen Handelskammer war im Verlauf des Jahres 1932 in Haifa kein einziger Fall von Inst Ivenz zu verzeichnen. Die Zahl der Wechselproteste war von 1605 im Jahre 1931 auf 675 im Jahre 1932 gesunken. Im Verlauf des Jahres 1932 hat sich die Zahl der von Juden erbauten Häuser in Haifa verdoppelt. Neue Wendung in der transjordanischen Bodenkauf-Frage Jerusalem, 7. Februar. (JTA.) Die Frage des jüdischen Bodenerwerbs in Transjordanien hat heute insofern eine neue Wendung genommen, als 21 der einflußreichsten transjordanischen Stammes- Oberhäupter sämtlich Mitglieder der transjordanischen Gesetzgebenden Versammlung sind, dem