Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 20 (1933)
- Issue
- 7 (17.2.1933)
- Date
- 1933-02-17
- Page
- Seite 51 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 7 Das Jüdische Echo 51 Deutschlands am 12. Februar 1933 in Berlin unter dem Vorsitz des Präsidenten des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden, Kammergenchtsrat Wolff, zu einer außerordentlichen Sitzung zusammen. Die Reichsvertretung ist bekanntlich durch Beschluß vom 1. Januar 1932 begründet worden mit der besonderen Aufgabe, die allgemeinen jüdischen Interessen bei den öffentlichen Stellen im Reiche wahrzunehmen. Sie setzt sich aus 13 Vertretern der Landesverbände und den führenden Herren des deutschen Rabbinerverbandes zusammen. In eingehenden Ausführungen wurde von den preußischen, bayerischen, badischen, sächsischen, hessischen, mecklenburgischen und hanseatischen Mitgliedern des Gremiums die politische, wirtschaftliche und kulturelle Situation im Reiche und in den einzelnen Ländern eingehend besprochen. Es wurden auch alle Schritte erwogen, die zweckmäßigerweise jetzt oder in nächster Zukunft nötig werden könnten. Um etwaige Maßnahmen zu jeder Zeit und ohne irgendwelche Verzögerung ergreifen zu können, auch die dauernde Fühlungnahme zwischen den offiziellen Organisationen des deutschen Judentums zu gewährleisten, wurde ein aus fünf Herren bestehendes Präsidium der Reichsvertretung gewählt, das ermächtigt ist, alle ihm erforderlich scheinenden Schritte dauernd als Vertretung des gesamten deutschen Judentums einzuleiten und durchzuführen. Das fünfgliedrige Präsidium setzt sich aus drei preußischen und zwei süddeutschen Mitgliedern zusammen. Sein Sitz ist Berlin. Am Schluß der Verhandlung wurde von allen Seiten die Notwendigkeit betont, daß alle jüdische Arbeit im Geiste der Gemeinsamkeit geleistet werde, um in der jetzigen ernsten Zeit bei den deutschen Juden in Stadt und Land das Gefühl der Zusammengehörigkeit und des Zusammenstehens zu stärken.“ Worte Hitlers Es wird anläßlich der Machtergreifung Hitlers interessieren, seine Meinung zu wichtigen sittlichen Fragen zu hören. Die wörtlichen Zitate sind seiner Schrift „Mein Kampf“ entnommen. (Seitenzahlen der 2. Auflage.) Die Titel der einzelnen Absätze sind von uns hinzugefügt. A r i e r t u m Was wir heute an menschlicher Kultur, an Ergebnissen von Kunst und Wissenschaft und Technik vor uns sehen, ist nahezu ausschließlich schöpferisches Produkt des Ariers. (S. 306.) Judentum Der Jude ist und bleibt der typische Parasit, ein Schmarotzer, der, wie ein schädlicher Bazillus, sich immer mehr ausbreitet, sowie nur ein günstiger Nährboden dazu einlädt. Die Wirkung seines Daseins gleicht ebenfalls der von Schmarotzern: wo er auftritt, stirbt das Wirtsvolk nach kürzerer oder längerer Zeit ab. (S. 322.) Jüdische Kultur Den Juden fehlt vollständig die allerwesentlichste Voraussetzung für ein Kulturvolk, die idealistische Gesinnung. (S. 318.) Als wesentliches Merkmal bei der Beurteilung des Judentums in seiner Stellung zur Frage der menschlichen Kultur muß man sich immer vor Augen halten, daß es eine jüdische Kunst niemals gab und demgemäß auch heute nicht gibt; daß vor allem die beiden Königinnen aller Künste, Architektur und Musik, dem Judentum nichts Ursprüngliches zu verdanken haben. Was er auf dem Gebiete der Kunst leistet, ist entweder Verballhornisierung oder geistiger Diebstahl. Damit aber fehlen dem Juden jene Eigenschaften, die schöpferisch und damit kulturell begnadete Rassen auszeichnen. (S. 320.) Über den Zionismus Indem der Zionismus der anderen Welt weißzumachen versucht, daß die völkische Selbstbesinnung der Juden in der Schaffung eines palästinensischen Staates seine Befriedigung fände, betölpeln die Juden abermals die dummen Gojim auf das gerissenste. Sie denken gar nicht daran, in Palästina einen jüdischen Staat aufzubauen, um ihn etwa zu bewohnen, sondern sie wünschen nur eine mit eigenen Hoheitsrechten ausgestattete, dem Zugriff anderer Staaten entzogene Organisationszentrale ihrer internationalen Weltbegaunerei: eine Zufluchtsstätte überwiesener Lumpen und eine Hochschule werdender Gauner. (S. 344.) 50 Jahre Bne Brfss-Orden in Deutschland Berlin, 13. Februar. (JTA.) 40 Jahre nach der Gründung des „Independent Order Bene Berith“ in den Vereinigten Staaten von Amerika errichteten nach Überwindung zahlreicher innerer und äußerer Widerstände und mehrjähriger Vorarbeit etwa 20 jüdische Männer ohne Einfluß und Stellung im öffentlichen Leben 1880 die erste jüdische Loge in Deutschland, die „Deutsche Reichsloge“ in Berlin. Nach zwei Jahren bestanden schon 12 Logen im Reiche, davon drei in Berlin, und vor 50 Jahren wurde mit Genehmigung der Ordensleitung die „Großloge für Deutschland VIII UOBB“ (Unabhängiger Orden Bne Briss) gegründet. Der Logengründer Julius Fenchel, der erst vor wenigen Jahren in hohem Alter gestorben ist, zog sich bald von der Leitung zurück. Großpräsidenten waren nach ihm Dr. Matretzki, der Schöpfer der sozialen Logenwerke, Geheimer Justizrat Timendorfer, der 25 Jahre Führer war, und seit 1924 Rabbiner Dr. Leo Baeck. Die Jubiläurnstagung im Logenhause zu Berlin war von fast allen Expräsidenten der Berliner Logen und zahlreichen Vertretern aus allen Teilen des Reiches besucht. Die Weiherede hielt der Großpräsident Rabbiner Dr. Baeck. Die Festrede hielt dei Expräsident der Berthold Auerbach-Loge UOBB in Berlin, Prof. Dr. Ismar Elbogen. Er gab ein umfassendes Bild von der Ideen- und Arbeitsgesc'mT-e des Ordens in Deutschland. Die Feier war umrahmt von Geigensoli Alfred Wittenbergs und Rezitation von Edith Herrnstadt- Oettingen. Die Teilnehmer und Vertreter waren noch mehrere Stunden als Gäste des Geschäftsausschusses der Großloge beisammen. Der ganze Sonntag war von den wichtigen Beratungen über die Arbeit und die Zukunft des Ordens in Deutschland und zahlreiche Schicksalsfragen des deutschen Judentums ausgefüllt. Aus der jüdischen Welt Der frühere Kultusminister Prof. Becker gestorben Berlin, 12. Februar. (JTA.) Im Alter von 56 Jahren verstarb in Berlin an Lungenentzündung der hervorragende Islamist und frühere preußische Kultusminister Prof. Dr. D. Karl Heinrich Becker,