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Das jüdische Echo · 1933-02-03 · 5 (3.2.1933) · p. Seite 37

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
20 (1933)
Issue
5 (3.2.1933)
Date
1933-02-03
Page
Seite 37 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 5 Das Jüdische Echo 37 digt wird, hat in allen jüdischen Kreisen hellste Empörung ausgelöst. Die zionistischen Zeitungen sehen in den empfohlenen erzantisemitischen Maßnahmen des Linzer Bischofs ein auffälliges Liebäugeln mit dem Hakenkreuz. Diese „christlichsozial-katholische Pogrom-Theorie“, sagen die Zeitungen, unterscheidet sich fast in nichts von der nationalsozialistischen Pogrom-Theorie. Transjordanieii-Plan nicht definitiv gescheitert? ln Jerusalemer jüdischen Kreisen glaubt man trotz all derVersicherungen des Emirs Abdullah nicht, daß der Plan einer Pacht oder eines Kaufs von Boden in Transjordanien durch Juden definitiv erledigt ist. Man weist darauf hin, daß zahlreiche Oberhäupter transjordanischer Stämme Bodenkaufangebote an Juden gemacht haben und an dem Abschluß der Bodentransaktionen außerordentlich stark interessiert sind. Die Option auf Bodenpacht mit Vorkaufsrecht, die der Emir an eine jüdische Gesellschaft vergeben hat, läuft erst in sechs Monaten ab, bis dahin könne eine Lage eintreten, die dem Abschluß des Geschäfts günstiger ist. Die wirtschaftliche Lage in Transjordanien verschlimmert sich zusehends und eine Aussicht auf Besserung sei in absehbarer Zeit nicht zu erwarten. Die Jerusalemer jüdischen Kreise erwarten, daß der Plan, einen Teil Transjordaniens durch jüdische Arbeit zu entwickeln, wozu ein langfristiger Bodenpacht- oder ein Bodenkauf-Vertrag Voraussetzung ist, bald wieder aktuell werden und schließlich zu einem Resultat führen wird. Mitkal Pascha, der transjordanische Stammeshäuptling, von dem im Zusammenhang mit den Bodenangeboten wiederholt die Rede war, sandte dem politischen Leiter der Palästina-Exekutive der Jewish Agency, Dr. Chaim Ariosorott, eines reiner besten Pferde als Pfand freundschaftlicher Beziehungen zur Jewish Agency. Die transjordanische Regierung stellt der Palestine Potash Company Boden zur Verfügung Jerusalem, 30. Januar. (JTA.) Die transjordanische Regierung hat der Palestine Potsh Company, einem jüdischen Unternehmen, ein umfangreiches Bodenareal in der Nähe des Toten Meeres zur Verfügung gestellt, knüpfte aber hieran die Bedingung, daß der Boden nur zu geschäftlichen Zwecken und nicht für jüdische Kolonisation verwendet werden solle. Professor Abraham Galante entdeckt zwei neue jüdische Sekten Konstantinopel, 15. Januar (JTA). Der bekannte jüdische Gelehrte Abraham Galante, Professor an der Konstantinopeler Universität, veröffentlicht soeben eine Monographie über zwei bisher unbekannt gebliebene jüdische Sekten, die er entdeckt hat. Bei der einen handelt es sich um einen armenischen Stamm, der sich „Pakraduni“ nennt und dessen Angehörige hauptsächlich in Konstantinopel wohnen. Laut ihrer Überlieferung sind sie Abkömmlinge der babylonischen Juden. Sie sind christlichen Glaubens, aber wahren noch heute jüdische Traditionen. Sie enthalten sich des Genusses von Schweinefleisch, halten den Sabbath und die Trauerwoche (Schiwah) für verstorbene Angehörige und heiraten nur unter sich. Ihr körperlicher Typus ist nicht armenisch, sondern jüdisch. Bei der zweiten Sekte handelt es sich um Juden-Kurden, die in der Stadt Siird im türkischen Turkestan wohnen. Sie essen an Pessachtagen kein gesäuertes Brot, sondern Mazzoth, feiern alte jüdische Teste, die unter den heutigen Juden fast schon vergessen sind, wie den 15. Ab, der im Talmud (Buch Taanith, Blatt 29, Chag haschiduchim) erwähnt ist. Auch dieser Stamm repräsentiert einen rein jüdischen Typus. Gemeinden- und Vereins-Echo Morgen findet trotz allem das „W e e k e n d im P a r d e s s“ statt und soll allen einige Stunden fröhlicher Laune bringen. Die von den „Juryfreien“ her bekannte und geschätzte Graphikerin Marie L u i k o hat in dankenswerter Weise dem Motto entsprechende Dekoration geschaffen, Frl. Erna Rose'nthal (Leiterin der Gymnastikschule Ottostraße 1 b) wird einige Grotesktänze bringen; ferner wird ein reichhaltiger Kabaretteil die Tanzpausen füllen, so daß auch die Nichttanzenden auf ihre Rechnung kommen. Geza Velisch wird mit seiner sechs Mann starken Kapelle für Stimmung sorgen. Die Leitung des Kostümfestes liegt in den Händen von Dipl.-Ing. Gustav M e y e r s t e i n.— Alles Nähere siehe auch Inserat! Hebräische Sprachkurse München Die hebräischen Sprachkurse in München geben Jugendlichen und Erwachsenen Gelegenheit, die hebräische Sprache in Wort und Schrift zu erlernen, sowie die alte und neue hebräische Literatur kennen zu lernen. Es bestehen folgende Kurse: 1 Anfängerkurs, 3 Kinderkurse und 1 Bibelarbeitsgemeinschaft, sowie 6 Grundkurse. In allen bestehenden Kursen werden neue Schüler aufgenommen. Bei Bedarf werden neue Kurse eingerichtet, wenn eine Gruppe von mindestens 4 Personen dafür Interesse hat. Programm der Kurse: A n f ä n g e r k u r s. Lesen, Schreiben und Sprechen nach dem Lehrkurs von Moses Rath (etwa 20 Lektionen), Nikkud (die Lehre von den Vokalen), das Hauptwort und Binjan Kal. Kurs I. Ausgewählte Abschnitte aus M. Rath und aus der Bibel, Konversation, Übersetzungen und die 7 Binjamin. Kurs II. Lesestücke aus der Zeitschrift „Hagesclier“, Teil I für Anfänger und aus „Laschon \Vasefer“, Teil II, Konversation nach ausgewählten Abschnitten aus der Bibel, schriftliche Nacherzählungen, Übung in Grammatik. Kurs III. „Hagescher“, Konversation wie in Kurs II, schriftliche Nacherzählungen, unregelmäßige Verba. Kurs IV. „Hagescher“, schriftliche Übersetzungen und Nacherzählungen, Konversation nach der Bibel, Übung in der hebräischen Grammatik an Hand von Lektüre. K u r s V. „Hagescher“ (der Teil für Fortgeschrittene), Konversation und schriftliche Übung. Übung wie in Kurs IV. Kurs V I. Ausgewählte Abschnitte aus der hebräischen Literatur (gegenwärtig Joman Bagalil von Sch. Schalow), schriftliche Übersetzungen Trüber Hiob von Roth, jetzt aus „Die Geschichte der Juden“ von Dubnow), Konversation. Kinderkurs I. Schreiben, hebräische Lieder. Konversation und Grammatik: das Hauptwort und Kal. Kinderkurs 11. Lesen, schreiben und Konversation nach „Laschon Wasefer“ von J. Fischmann, Teil I, Grammatik: die Binjanim. Kinderkurs III. Das Buch „Richter“ und .Laschon Wasefer“, Teil II, schriftliche Nacherzählungen, Konversation und Übung in Grammatik.

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