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Das jüdische Echo · 1933-01-06 · 1 (6.1.1933) · p. Seite 2

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
20 (1933)
Issue
1 (6.1.1933)
Date
1933-01-06
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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2 Das Jüdische Echo Nr. 1 bei bei Nicht¬ Selbständige (ohne Heimarbeiter) Juden 25,5% juden 6,4% Angestellte .. 56,9% 15.4% Arbeiter (einschl. Heimarbeitern) 9.8% 52,0% Mithel lende Familienangehörige 22.5% 54,4% Hausangestellte. 2,5% 15,8% Zusammen . 100% 100% In den ersten zwei Gruppen sind mehr als 70 Prozent aller jüdischen, aber kaum mehr als 20 Prozent aller nicht jüdischen erwerbstätigen brauen untergebracht. Der Anteil der Selbständigen ist bei den jüdischen Frauen dreimal so hoch wie bei den nichtjüdischen. Dafür ist aber der Anteil der weiblichen Arbeiter unter den nicht jüdischen Frauen dreimal so hoch wie unter den jüdischen. Die Quote der Hausangestellten ist bei den Nicht Jüdinnen mehr als eineinhalbuial so hoch wie bei den Jüdinnen. f assen wir alle proletarischen Elemente (Angestellte, Heimarbeiter, Arbeiter und Hausangestellte) zusammen, so ergeben sie bei den jüdischen Frauen einen Prozentsatz von 54,2Prozent, .bei den niehtjiidischen 59,2 Prozent. Diesen Quoten gegenüber stehen bei den Männern die Quoten von 41,7 Prozent bei den Juden und 75,8 Prozent bei den Nichtjuden. Die Diskrepanz zwischen der sozialen Struktur der Nichtjuden und Juden ist bei den Männer bedeutend stärker ausgeprägt als bei den Frauen. Die Quoten der proletarischen weiblichen Elemente bei den Juden und den Nichtjuden unterscheiden sich kaum um 5 Punkte, während die entsprechende männliche Quote bei den Nichtjuden fast zweimal so hoch ist wie bei den Juden. Mehr als die Hälfte aller erwerbstätigen Frauen ist in den proletarischen Reihen untergebracht, während die erwerbstätigen jüdischen Männer nur etwas mehr als zwei Fünftel ihrer Gesamtheit dem Proletariat zufiih reu. B e r u f s g 1 i e d e r u. n g Die Verteilung der erwerbstätigen jüdischen f lauen (ohne die berufslosen Selbständigen) auf die einzelnen Wirtschaftsabteilungen ergibt folgendes Bild (in Klammern sind die männlichen Quoten angegeben): Landwirtschaft . . . 1716 5,46% ( 1,14%) Industrie u. Handwerk 11 800 — 25,81% (26,57%) Handel. 26 149 — 55,00% (60.02%) Verkehr ..... 156 0,04% ( 0,80%) Freie Berufe, Kirche und Beamtentum . 5 126 10,54% (10,26%) 1 läusl. Dienste u. Lohnarbeit wechs. Art . 4 655 9,55% ( 1,21%) Zusammen .... 49 560 -- 100% (100%) Die Unterschiede in der Verteilung der weiblichen und der männlichen Erwerbstätigen sind bei den Juden nicht besonders bedeutend. Beachtenswert ist es, daß der Prozentsatz der in der Landwirtschaft Beschäftigten bei den Frauen fast dreimal so hoch ist wie bei den Männern. Von den insgesamt 5524 in der Landwirtschaft beschäftigten jüdischen Individuen waren 1716, d. i. mehr als die Hälfte, Flauen. Das erklärt sich aus der großen Zahl mithelfender Familicnglieder unter den Frauen. Von den 1716 in der Landwirtschaft beschäftigten jüdischen Frauen waren 1219, d. i. 71 Prozent mithelfende Familienangehörige (bei den Männern sind es nur 252. d. h. 15.6 Prozent). Eine beträchtliche Differenz zwischen der weiblichen und der männlichen Quote zeigt sich nur in der letzten Kategorie der Hausangestellten und der Lohnarbeit wechselnder Art, wie es auch bei den Nichtjuden der Fall ist. Der Vergleich der jüdischen und nichtjüdischen Bevölkerung nach dem Argument der beruflichen Gliederung ergibt folgendes Bild. Von 100 erwerbstätigen Frauen waren beschäftigt: bei bei Nicht¬ Juden juden Landwirtschaft. 5,46% 45,04% Industrie und Handwerk . . . 25,81% 22,77% Handel . ,. 55,00% 15,00% Verkehr . , . 0,04% 1,57% Freie Berufe, Kirche und Beamtentum. 10,54% 5,49% Häusliche Dienste u. Lohnarbeit wechselnder Art. 9,55% 14,25% Zusammen. 100% 100% Die Diskrepanz zwischen den jüdischen und nichtjüdischen Frauen ist zum Teil, wie wir sehen, sehr bedeutend, aber doch nicht so kraß wie zwischen den männlichen Teilen bei den Bevölkerungsgruppen Von je 100 Erwerbstätigen waren in der Landwirtschaft tätig bei den jüdischen Frauen.5,46% bei den nichtjüdischen Frauen .... 45,00% bei den jüdischen Männern. 1,14% bei den nicht jüdischen Männern . . . 22,56% In der Industrie und im Handwerk betrugen die Anteile der Erwerbstätigen jüdischen Frauen , ..25,81% nichtjüdischen Frauen. 22,87% jüdischen Männer .. 26,57% nichtjüdischen Männer. 50,59% Bei den Juden ist der männliche Anteil der in der Industrie Beschäftigten nicht wesentlich höher als der weibliche Anteil bei den Nichtjuden. Die jüdischen Frauen stehen in dieser Beziehung auf dem gleichen Niveau wie die nichtjüdischen, die von der Lamhvirtschaft stark in Anspruch genommen werden. Während sie in der Landwirtschaft mit einem zweimal so starken Anteil vertreten sind wie die nichtjüdischen erwerbstätigen Männer, liegen die Verhältnisse in der Industrie und dem Handwerk umgekehrt. Lin Handel waren von 100 Erwerbstätigen beschäftigt: bei den jüdischen Frauen. 55,00% bei den nichtjüdischen Frauen .... 15,00% bei den jüdischen Männern. 60,02% bei den nichtjüdischen Männern . . . 10,00% Die männliche Quote ist bei den Juden sechsmal so hoch wie bei den Nichtjuden; die weibliche bei jenen nur viermal so hoch wie bei diesen. Tn den freien Berufen belaufen sich die entsprechenden Quoten: bei den jüdischen Frauen auf .... 10,54% bei den nichtjüdischen Frauen auf . . 5,49% bei den. jüdischen Männern auf .... 10,26% bei den nichtjiidischen Männern auf . . 7,58% Die jüdischen Frauen betätigen sich in dieser Wirtschaftsabteilung zweimal so viel wie die nichtjüdischen. Für die Männer ist der Unterschied der Quoten bedeutend kleiner.

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