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Das jüdische Echo · 1932-12-23 · 52 (23.12.1932) · p. Seite 417

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
19 (1932)
Issue
52 (23.12.1932)
Date
1932-12-23
Page
Seite 417 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 52 417 Das Jüdische Echo neuen, der Hebräischen Universität ungegliederten landwirtschaftlichen Institutes zu übernehmen. Hillel Zlatopolsky gestorben llillel Zlatopolsky, der bekante Zionist und Hebraist, einer der Initiatoren und Gründer des Keren Hajessod, auf den vor einigen Tagen ein Revolverattentat verübt wurde, ist seinen schweren Verletzungen erlegen. Zlatopolsky, der im Oktober 1868 in Rußland geboren wurde, gehörte zu den alten Cliowewe Zion und arbeitete mit Prof. Mandelstamm an dem Ausbau der Zionistischen Organisation in Rußland. Als einer der größten russischen Wirtschaftsführer genoß er auch in Regierungskreisen hohes Ansehen und konnte so manche Attacke der Regierung gegen die Juden mildern. Nach dem Kriege übersiedelte er nach Paris und setzte hier seine zionistische Tätigkeit fort. Wegen seiner Verdienste um die französische Industrie wurde er zum Ritter der Ehrenlegion ernannt. Die größten Verdienste hat sich Zlatopolsky um die hebräische Sprache und Literatur erworben. Durch seine Arbeit und finanzielle Unterstützung ist in Rußland und später in Deutschland und Palästina eine gewaltige hebräische Bücherproduktion entstanden. Die arabischen Ansprüche auf Wadi Chawarith- Boden endgültig zurückgewiesen Entscheidung des Obersten Gerichts J e r U/S a 1 e m, 13. Dezember. (JTA). Das Oberste Gericht Palästinas hat am 12. Dezember in dem Streit um 6000 Dunam Boden auf Wadi Chawarith, den der Jüdische Nationalfonds vor längerer Zeit erworben hat und auf den arabische Beduinen Anspruch erheben, die entgültige Entscheidung getroffen. Das Oberste Gericht entschied, daß der gesamte Boden legales Eigentum des Keren Kajemeth ist und daß die arabischen Ansprüche auf ihn keinerlei legale Grundlage haben. Das Oberste Gericht annullierte den den Arabern günstigen früheren Entscheid des Bodengerichts. Die Araber, die immer noch den strittigen Boden besetzt halten, werden diesen jetzt verlassen müssen; sie werden zusammen mit anderen Arabern vorläufig auf der 3000 Dunam großen Bodenfläche auf Wadi Chawarith angesiedelt Averden, die die Palästina- Regierung zur vorübergehenden Ansiedlung landloser Araber vor einiger Zeit vom Keren Kajemeth gepachtet hat. Arabisch-Jüdischer Zusammenstoß in Ness Ziona Jerusalem, 14. Dezember (JTA.). ln der Jüdischen Kolonie Ness Ziona kam es zu einem Zusammenstoß zwischen jüdischen und arabischen Arbeitern, der seinen Ausgangspunkt darin hatte, daß ein jüdischer Orangenzüchter in der Kolonie nur arabische auswärtige Arbeiter beschäftigte und die jüdischen Arbeiter boykottierte. Die jüdischen Arbeiter stellten Streikposten vor den Eingang zu dem betreffenden Orangenhain, die die zur Arbeit kommenden Araber überredeten, die Arbeit in diesem Hain nicht aufzunehmen. Der Besitzer des Hains aber rief die sich bereits entfernenden arabischen Arbeiter zurück und befahl ihnen, die Arbeit aufzunehmen und sich durch die jüdischen Arbeiter in keiner Weise stören zu lassen. Bei dem Eintritt der arabischen Arbeiter in den Hain ereignete sich nun ein Zusammenstoß, bei dem fünf Juden und vier Araber leicht verletzt wurden. Die Verletzten wurden in das Hospital gebracht. Gemeinden- und Vereins-Echo Der Clmg lianoar hazioni (Jung-Zionistische Arbeitskreis) veranstaltete am Montag, den 19. Dezember, im Eessingsaal den zweiten Abend der „Gesprochenen Zeitung4', der wiederum unter der umsichtigen Redaktion von Ignaz Gidalewitsch stand. Dem Charakter einer' Chanukka-Eestnummer entsprechend überwog an diesem Abend der „feuilletonistische“ Teil, aus dem besonders die rezitatorischen Leistungen in hebräischer, jiddischer und deutscher Sprache der Herren Gidalewitsch und Scheinermann aus Werken von Eondres und Scholem Alecliem, sowie die musikalischen Darbietungen der Damen Zuckerberg lobender Erwähnung bedürfen. Der überfüllte Saal dankte der Redaktion und den Mitarbeitern dieses originellen, durchaus gelungenen Abends, der mit zwei Songs aus dem zionistischen Werbestück „Die einzige Lösung“ beschlossen wurde. Man kann dem Kollektiv des Gliug hanoar hazioni zu dieser Leistung gratulieren und wünschen, daß es bald vor einem noch größeren Eorum in seiner Weise für die zionistische Idee AVerben kann. E. R. Anfragen für den Briefkasten der „Gesprochenen Zeitung“ bitten wir an die zionistische Ortsgruppe, I lerzog-Rudolf-Straße I, zu senden. Hebräischer Abend der Sprachschule Enter der Leitung von Dr. A. Percikowicz fand am 10. Dezember im Eessingsaal ein gemütlicher Abend statt. Vor einem zahlreich erschienenen Publikum rezitierten Schüler der Kurse, von Dr. Percikowicz, der die ( onlerence übernommen hatte, vorgestellt, Lyrik und Prosa aus der modernen hebräischen Literatur. Besonderen Erfolg hatten die Darbietungen der ganz Kleinen, die mit hebräischen Kinderliedern und Versen antworteten und die Kurzgeschichte einer Schülerin. Es wäre nur zu wünschen, daß nicht nur die beste, sondern auch die Kurse eifrig und gut besucht würden. Oneg Schabbath, Miineben Acraustaltet während der Weihnachtsleiertage keine Messiboth. Die nächste Veranstaltung findet am 14. Januar statt. Näheres wird noch bekanntgegeben. Der Jüdische Kindergarten I lerzog-Rudolf-Straße I, beginnt Avieder nach den Eerien am .Montag, den 2. Januar 1933. Monatlicher Beitrag 5 RM. Jüdisches Jugendheim, München Das Heim ist — Avegen teilAveiser Neu-lnstandsetzung — geschlossen vom Ereitag, den 23. Dezember 1932 bis Sonntag, den 1. Januar 1933 (einschließlich). Reform und Emanzipation im deutschen Judentum Vortragsreihe von Erau B e r t h a E r a e n k e 1- E h r e n t r e u An drei Abenden referierte Erau Bertha Eraenkel-Ehrentreu im Jugendheim über die

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