Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 19 (1932)
- Issue
- 48 (25.11.1932)
- Date
- 1932-11-25
- Page
- Seite 384 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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384 Das Jüdische Echo Nr. 48 bei er berichtete, daß mehrere arabische Mitglieder ihre Ämter in den beratenden Komitees, die bei verschiedenen Regierungsdepartements gebildet worden waren, (niedergelegt haben. Auch zur Frage des Gesetzgebenden-Rates äußerte sich der High Commissioner: Er hoffe, so sagt er, daß das Munizipalitäten-Gesetz Anfang 1933 in Kraft gesetzt werden kann, und fügte hinzu: „Ich hoffe, auch, daß die gemäßigte Anschauung vorherrschen wird, und daß, wenn Vorschläge zu einem Gesetzgebenden Rat gemacht werden, sie von den Führern beider Parteien angenommen werden. Diese Vorschläge werden notwendigerweise bestimmte Sicherungen enthalten, so daß unter keinen Umständen der Friede und die Sicherheit des Landes gefährdet oder die Durchführung des Mandats gehindert werden können. Jerusalem, 14. November. Die allgemeine Stimmung in der jüdischen Bevölkerung Palästinas ist entschieden gegen einen Legislative Council, in dem die Juden eine hoffnungslose Minderheit sein sollen. Sämtliche jüdischen Zeitungen des Landes sprechen sich mit größter Entschiedenheit gegen die Schaffung eines solchen Legislative Council aus. Landentwicklungsdirektor Lewis French zurückgetreten Jerusalem, 17. November. (JTA.) Wie der Jüdischen Telegraphen-Agentur aus offizieller Quelle mitgeteilt wird ist der Director of Development in Palästina, Lewis French, bereits am 8. November d. J. von seinem Posten zurückgetreten; sein Rücktrittsgesuch wurde genehmigt. Lewis French wurde im Juli 1931 von Lord Passfield zum Director of Development für Palästina ernannt mit dem bestimmten Ziele, einen Landentwicklungsplan aufzustellen und ihn mit Unterstützung des damaligen High Commissioner Sir John Chancellor durchzuführen. Während der jetzige High Commissioner für Palästina Sir Arthur Wauchope vor seiner Weiterreise nach Genf in London weilte, hatten sich zwischen ihm und Lewis French starke Meinungsverschiedenheiten in bezug auf den Landentwicklungsplan ergeben. Der High Commissioner versagte mehreren Vorschlägen von French seine Billigung und verlangte weitere Modifikationen, zu denen sich French, wie es heißt, nicht verstehen wollte. Auf diese Meinungsverschiedenheiten wird der Rücktritt Frenchs zurückgeführt. Aus der jüdischen Welt Neue Synagogenschändungen Berlin, 18. November. (JTA.) Von unbekannten Tätern wurde die Synagoge in Rastatt (Baden) in der Nacht vom 4. zum 5. November mit großen Hakenkreuzen und den Inschriften „Juda verrecke“ und „Heil Hitler“ bemalt. Zur gleichen Zeit wurde auch das Geschäftslokal eines jüdischen Einwohners von Rastatt mit derartigen Inschriften versehen. — In Corbach (Waldeck) zogen zur Nachtzeit mehrere Männer zum Hause des ehemaligen jüdischen Gemeindelehrers und warfen dort einige Fensterscheiben ein. Von da aus gingen sie zur Synagoge und schlugen dort ebenfalls mehrere Fensterscheiben ein. Die Polizei ist den Tätern auf der Spur. Nach einer Zeitungsmeldung handelt es sich um SA-Leute. Warnung von Rektor und Senat in Breslau an die Radaustudenten Breslau, 21. November. (JTA.) Rektor und Senat der Universität haben für den Mittwoch, an dem die Universität wieder geöffnet werden soll, eine Kundgebung erlassen, in der sie dringend davor warnen, wiederum Verstöße gegen die akademische Disziplin zu begehen, und mitteilen, daß die Bestrafung der bei den Ausschreitungen festgestellten Studenten unmittelbar bevorsteht. Sie weisen außerdem darauf hin, daß die Studierenden, die kriminelle Straftaten begehen, die volle Schwere des Strafgesetzes, und zwar in diesem Falle der Terrornotverordnung, treffen wird. Sie halten es für ihre Pflicht, auf die vernichtenden Folgen, die gewisse Straftaten nach sich ziehen, ausdrücklich hinzuweisn. Der Reichskommissar für das preußische Kul- Jusministerium, Professor Kähler, hat Professor Ernst Cohn mit sofortiger Wirkung zum Mitglied der juristischen Prüfungskommis,sion am Breslauer Oberlandesgericht ernannt. Diese Ernennung, die sonst meist nach mehrjähriger Tätigkeit als Ordinarius erfolgt, soll dokumentieren, daß nicht nur die Breslauer juristische Fakultät, nicht nur Rektor und Senat der Universität, sondern auch das Kultusministerium hinter Professor Cohn steht und nicht gewillt ist, vor dem nationalsozialistischen Terror zurückzuweichen. Ein neues Nazibezirksheim in Wien Im 20. Wiener Bezirk Brigittenau haben die Nationalsozialisten ihr Bezirksheim in dem gleichen Hause eingerichtet, in dem seit Jahren die zionistische Bezirkssektion untergebracht ist. In jüdischen Kreisen befürchtet man, daß die Nationalsozialisten versuchen werden, die zahlreichen jüdischen Besucher der Sektion zu provozieren. Antisemitische Unruhen an der Universität Wilna Wilna, 18. November. (JTA.) An der Wilnaer Universität kam es während der Vorlesung von Professor Chladka zu schweren Unruhen, als nationaldemokratische Studenten versuchten, ihre jüdischen Kollegen gewaltsam aus dem Saale zu entfernen. Die antisemitischen Unruhen in den polnischen Städten Warschau, 16. November. (JTA.) Der Jüdische Klub im polnischen Sejm erhielt von der Jüdischen Gemeinde in Rossasz, Kreis Biala, einen Bericht über die seit Monaten andauernde Terrorisierung der jüdischen Bevölkerung dieser Stadt durch die Nationaldemokraten. Die antijüdischen Studentenunruhen in Lemberg Lemberg, 16. November. (JTA.) Das Administrative Schnellgericht verurteilte wegen Teilnahme an antisemitischen Ausschreitungen der letzten Tage sieben Studenten des Polytechnikums, zwei Universitätshörer und zwei Mittelschüler zu Caf4 CITY Eigene Konditorei Weinstraße 4 Vornehmer Aufenthalt im Stadtzentrum Nachmittag im roten Salon 5 Uhr Tee-Konzert und Tanz Abends ab 8 Uhr Tanz Stimmung und Humor Es spielt die Salon-Kapelle van Bergh