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Das jüdische Echo · 1932-11-25 · 48 (25.11.1932) · p. Seite 383

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
19 (1932)
Issue
48 (25.11.1932)
Date
1932-11-25
Page
Seite 383 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 48 Das Jüdische Echo 383 datur des Herrn Dr. Auerbach einzusetzen. Dr. Auerbach ist seit einigen Jahren hier tätig. Er hat seit Beginn seiner hiesigen Tätigkeit sich sehr eifrig in den Dienst des Centralvereins gestellt und insbesondere versucht, die Jugend für den C.-V. zu gewinnen. Mit Sicherheit ist damit zu rechnen, daß er in gleicher Weise in seinem neuen Wirkungskreise tätig sein wird. Wir legen deshalb im Interesse der Förderung der jüdischen Fragen, soweit sie als Abwehr auftauchen, größtes Gewicht darauf, Dr. Auerbach als Bewerber für die Rabbinatsstelle in Burgpreppach zu empfehlen, weil wir in ihm einen tätigen Vorkämpfer für die Abwehr in der dortigen Gegend gewinnen und wissen, daß gerade der dortige Bezirk einer der gefährdetsten ist, die wir kennen. Wir brauchen nur an den Fall Manau zu erinnern. Da uns bekannt ist, daß der Gegenkandidat der jüdischen Volkspartei angehört und ferner, daß sich gerade die jüdische Volkspartei beim Landesverband für die Aufhebung des Rabbinates Burgpreppach eingesetzt hat, besteht auch unter diesem Gesichtspunkt keine Veranlassung, gerade einen Vertreter dieser Richtung neu zu wählen. Endlich muß noch darauf hingewiesen werden, daß es im allgemeinen jüdischen Interesse liegt, daß die Schüler der Bürgerschule in Burgpreppach nicht irgendwie einer einseitigen jüdisch-politischen Richtung ausgesetzt werden. Aus allen diesen Gründen bittet der Unterzeichnete sich für die Wahl Dr. Auerbach einsetzen zu wollen. Central-Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, Ortsgruppe Würzburg Justizrat Dr. Karl Rosenthal. Vorsitzender. Zur richtigen und vollständigen Beurteilung dieses Flugblattes ist die Kenntnis einiger Tatsachen erforderlich. Zunächst ist der Kandidat, gegen den sich das Flugblatt richtet, Herr Rabbiner Brosch aus Berlin nicht Mitglied der jüdischen Volkspartei, wie wahrscheinlich gegen besseres Wissen, mindestens aber fahrlässig, behauptet wird. (Selbst wenn er es wäre, hätte der C.-V. nicht die Befugnis, gegen ihn Propaganda zu machen.) Ganz bestimmt aber gegen besseres Wissen wird behauptet, gerade die jüdische Volkspartei habe sich beim Landesverband für die Aufhebung des Rabbinates Burgpreppach eingesetzt. Nicht „gerade die jüdische Volkspartei“, sondern „gerade die liberale Partei“ und nicht zuletzt der Unterzeichner des Aufrufs Justizrat Rosenthal, hat seit Jahren immer und immer wieder betont, daß man im Interesse der Einsparung von Mitteln auf eine Zusammenlegung von Rabbinatsbezirken hinwirken müsse. Und wenn anfangs dieses Jahres im Rat und Ständigen Ausschuß Beschlüsse in dieser Richtung gefaßt wurden, die sich übrigens — soweit uns bekannt — gar nicht speziell auf den Bezirk Burgreppach bezogen, so ist dies geschehen mit den Stimmen aller Parteien aus dem einmütigen Wunsche heraus, den Landesverband lebensfähig zu erhalten. Es ist eine Wahlhetze übelster Art, wenn der Versuch gemacht wird, im Bezirk Burgpreppach „gerade die jüdische Volkspartei“ im bayerischen Landesverband als diejenige anzuschwärzen, die dem Bezirk seinen Rabbiner habe nehmen wollen und — welche eigentümliche Logik! — den in Berlin wohnenden Rabbinatskandidaten deshalb ungeeignet abzulehnen. Man scheut sich nicht einmal den Fall Manau als Argument gegen einen Berliner Rabbinatskandidaten zu benutzen! All dies erinnert wirklich an die schlimmsten Auswüchse, die der „Meinungskampf“ letztlich in Deutschland hervorgebracht hat und unter denen gerade wir Juden besonders zu leiden haben. Daß der Verfasser des Flugblattes für seinen Kandidaten Unparteilichkeit in jüdisch-politischen Dingen in Anspruch zu nehmen sucht, indem er dem Gegenkandidaten unterstellt, daß er die Schüler der Bürgerschule „irgendwie einer einseitigen jüdisch-politischen Richtung „aussetzen“ würde, wirkt nach alledem nur erheiternd. Obwohl sich der Centralverein auch im allgemeinen noch nicht davon hat überzeugen lassen, daß Stellungnahme in innerjüdischen Fragen und im besonderen in gemeindlichen nicht zu seinen Aufgaben gehört, muß man doch Veranlassung nehmen, darauf hinzuweisen, daß ein Dokument wie dieses Flugblatt seiner Würzburger Ortsgruppe, die ganze Fragwürdigkeit seiner Ideologie und seiner "Tätigkeit enthüllt. Die Wahrung allgemeinjüdischer Interessen kann er, jedenfalls solange er derartiges duldet, nur in demselben Maße in Anspuch nehmen, wie jede andere jüdische Partei und er sollte darum auch endlich aufhören, im Namen der Gesamtheit der deutschen Juden aufzutreten. * * * Zum Rabbiner in Burgpreppach wurde, vermutlich gerade im Hinblick auf das oben wiedergegebene Flugblatt keiner der beiden in Rede stehenden Kandidaten, sondern Herr Rabbiner Dr. Saul Munk, Berlin, gewählt. I. E. Palästina vor der Mandatskommission Die Mandatskommission des Völkerbundes begann am 10. November mit der Behandlung der Angelegenheiten des Palästina-Mandates Zu Beginn der Sitzung gab der High Commissioner für Palästina, Sir Arthur W a u c h o p e , in einer halbstündigen Rede einen allgemeinen Überblick über die Lage in Palästina und sprach von seinen Erfahrungen während seiner bisherigen Amtstätigkeit. Er (betonte die günstige Wirtschaftslage Palästinas, unterstrich die Bemühungen der Regierung zur Hebung der Landwirtschaft und gab der Hoffnung Ausdruck, daß sich die Beziehungen zwischen Juden und Arabern im Lande bessern werden. Mit großem Bedauern aber müsse er erklären, daß er weder jetzt noch in naher Zukunft eine Verkleinerung der Ausgaben für militärische und Polizei- Kräfte werde empfehlen können. Bei der Schilderung der wirtschaftlichen Lage sagte Wauchope u. a.: „Bei meinen Besuchen der jüdischen Kolonien empfing ich einen tiefen Eindruck von dem guten Geist, der die Kolonisten beseelt, sowohl in den genossenschaftlichen, als auch in den individualistischen Kolonien. Sie sind auch entschlossen, alle Schwierigkeiten, die in den ersten Jahren ihrer Begründung entstanden sind, zu überwinden. Wauchope erwähnte den French-Bericht und sagte, es wäre unpassend für ihn, irgendwelche Bemerkungen darüber zu machen, solange die englische Regierung nicht die Äußerung der Arabischen Exekutive und der Jewish Agency erhalten hat. Was die Ansprüche der „landlosen Araber“ betrifft, so wurden bisher 1800 zurückgewiesen, 365 als berechtigt anerkannt, und 1026 bleiben noch zu untersuchen. — Von politischen Fragen berührte der High Commissioner nur die Frage der Zusammenarbeit der Bevölkerung mit der Regierung, wo-

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