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Das jüdische Echo · 1932-11-18 · 47 (18.11.1932) · p. Seite 376

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
19 (1932)
Issue
47 (18.11.1932)
Date
1932-11-18
Page
Seite 376 (sequence 4)
Language
German
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376 Das Jüdische Echo Nr. 47 Glänzender Verlauf des Lady Erleigh-Empfangsabends in Berlin. B e r 1 i n , 11. November. (JTA.) Die deutschen Mitglieder der Jewisli Agency und das Präsidium des Deutschen Keren Hajessod luden für G°nnerstag, den 10. November, abends, zu einem Lmpfangsabend zu Ehren von Lady Erleigh in den Marmorsaal des Zoologischen Gartens ein. Der Einladung folgten mehrere hundert Herren und Damen der Berliner Gesellschaft, man sah Vertreter des Auswärtigen Amtes, Vertreter der Reichspressestelle und Mitglieder des Pro-Palästina-Komitees. Graf Bernstorff 70 Jahre. Berlin, 13. November. (JTA.) Am 14. November 1932 vollendet Johann Heinrich Graf Bernstorff, der frühere deutsche Botschafter in Washington und in Konstantinopel, der in den letzten Jahren Deutschland wiederholt auf internationalem Boden vertreten hat, sein 70. Lebensjahr. ... . . Für die jüdische und speziell zionistische Welt gilt es, ihre Verehrung und Sympathie einem Manne zum Ausdruck zu bringen, der stets gerechtes Verständnis für die Judenfrage bewiesen hat und durch sein Eintreten für die Idee des Jüdischen Nationalheims in Palästina das Ansehen seiner Person und seine Tatkraft furchtlos in den Dienst einer jüdischen Sache, die er zugleich als Menschheitssache erkannte, gestellt hat. Graf Bernstorff ist Präsident des „Deutschen Komitees Pro-Palästina zur Förderung der jüdischen Palästinasiedl ung” seit dessen Gründung am 15. Dezember 1926. Graf Bernstorff bemühte sich, die türkische Regierung zu einer freundlichen Haltung gegenüber dem Zionismus in Palästina zu bewegen. Es war sein Wunsch, daß von deutsch-türkischer Seite jene Initiative ausgehen möge, die dann England« mit der Balfour-Deklaration ergriffen hat. Der Ausgang des Krieges hat diese Bestrebungen illusorisch gemacht, aber Graf Bernstorff ist ein Freund des zionistischen Gedankens geblieben. Wer mit Graf Bernstorff Zusammenarbeiten durfte, hatte Gelegenheit, den unerschrockenen Charakter, die überlegene Weltklugheit,„ die liberale Gesinnung und die bezaubernde persönliche Liebenswürdigkeit dieses echten Demokraten und zugleich aristokratischen Gentleman zu bewundern. Anläßlich seines 70. Geburtstages wird ein großer Kreis von Verehrern, unter ihnen die deutschen Zionisten, ihm noch viele Jahre fruchtbarer Tätigkeit im Dienste des Vaterlandes und der Menschheit wünschen.” Kleistpreis 1932 für Else Lasker-Schüler. Berlin, 13. November. (JTA.) Die Dichterin Else Lasker-Schüler erhielt neben Richard Bil- Jinger den Kleistpreis für das Jahr 1932. Die berühmte Lyrikerin wurde 1876 in Elberfeld geboren. Ihr jüngstes Werk „Konzert”, eine Sammlung' von Kurzgeschichten und Gedichten, erschien kürzlich beim Rowohlt-Verlag. Studentenkrawalle in Breslau. Breslau, 11. November. (JTA.) Am Donnerstag, den 10. November, morgens, kam es an der1 Breslauer. Universität zu schweren Ausschreitungen nationalsozialistischer Studenten gegen den aus Frankfurt a. M. nach Breslau berufenen Professor für Bürgerliches und Handelsrecht Dr. Ernst Cohn, einen Gelehrten, der trotz seiner 28 Jahre wegen seiner grundlegenden Arbeiten weit über seinen bisherigen Wirkungskreis hinaus bekannt ist. Breslau, 11. November. (JTA.) Der „Breslauer Waffenring”, der nicht nur die nationalsozialistische, sondern auch die gesamte reaktionäre Studentenschaft in sich vereinigt, sandte an die preußische kommissarische Regierung eine Entschließung, in der er sich gewissermaßen mit den Radaukundgebungen gegen Prof. Ernst Cohn solidarisch erklärt, die Entfernung Cohns von seinem Lehramte fordert, anderenfalls droht, „unbeirrt die Maßnahmen gegen Dr. Cohn zu ergreifen, die jedem Feind des nationalen deutschen Studententums gebühren”. Breslau, 17. November. Die Universität mußte heute wieder geschlossen werden. High Commissioner Sir Arthur Wauchope in Genf. Genf, 10. November. (JTA.) Am Mittwoch, den 9. November, traf der High Commissioner für Palästina, General Sir Arthur Wauchope, in Genf ein, um dem Teil der Sitzung der Permanenten Mandatskommission des Völkerbundes beizuwohnen, der den Angelegenheiten Palästinas gewidmet ist. Der High Commissioner tritt in der Sitzung als der Ilauptbevollmächtigte der Mandatsregierung auf. In seiner Begleitung befinden sich die Herren Moody vom Sekretariat der Palästina-Regierung und Downie vom Colonial Office. Die Krise in der Palästina-Executive der Jewish Agency. Am 8. November erklärten PI. Farbstein und Emanuel Neumann, beide Mitglieder der Palästina-Executive der Jewish-Agency, ihren Austritt aus der Exekutive als Protest gegen die Beschneidungen des Budgets. Jerusalem, 10. November. (JTA.) Die durch die Austrittserklärungen der Mitglieder der Exekutive der Jewish Agency H. Farbstein und Emanuel Neumann entstandene Krise ist nach einer eingehenden Aussprache zwischen den Repräsentanten der verschiedenen Auffassungen innerhalb der Exekutive unter Mitwirkung der Führer fast aller Kreise des nationalen Jischuw beigelegt worden. Farbstein und Neumann kehren in die Exekutive zurück. Der Ausgleich ist auf folgender Grundlage zustande gekommen: Im Rahmen des vom Mitglied der Exekutive der Jewish Agency Dr. Werner Senator verwalteten Schatzamtes wird ein Kollegium gebildet, dessen Vorsitz PI. Farbstein übernimmt und dem auch Emanuel Neumauu angehört. Dr. Werner Senator wird in allen die Einwanderung und die An sied lung von Angehörigen des Mittelstandes betreffenden PTagen sowohl Dr. Chaim Ariosoroff als den Vertreter der Arbeiterschaft als auch II. Farbstein als den Repräsentanten des Mittelstandes in der zionistischen Bewegung zu Räte ziehen. J er u sale m , 13. November. (JTA.) Emanuel Neuamnn, II. Farbstein und Dr. Chaim Arlosoroff, die zusammen die neue Finanzkommission der Palästina-Exekutive der jewish Agency bilden, traten heute zusammen, um an dem vom Aktions-Komitee in seiner Londoner Sitzung angenommenen Budget mehrere notwendige, aber wenig Avesentliche Änderungen vorzunehmen:;

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