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Das jüdische Echo · 1932-11-18 · 47 (18.11.1932) · p. Seite 377

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
19 (1932)
Issue
47 (18.11.1932)
Date
1932-11-18
Page
Seite 377 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 47 Das Jüdische Echo 377 die1 beschlossenen Änderungen sind für die Arbeit der Exekutive keineswegs durchgreifend. Die Lage der Exekutive ist wieder vollkommen normal. Die Schulkrise in Palästina. Jerusalem, 9. November. (JTA.) Der Waad Leumi hat soeben eine Erklärung, veröffentlicht, daß er nicht in der Lage sei, das Schulnetz der Jewish Agency in seine Verwaltung zu übernehmen, da er die Forderung der Lehrer nach sofortiger Auszahlung der Gehälter für 4 Monate des Jahres 1932 nicht erfüllen könne. Infolge dieser Differenzen zwischen Waad Leumi und Lehrerschaft können die Schulen vorläufig nicht wieder eröffnet werden. Unter der jüdischen Elternschaft in Palästina herrscht große Bestürzung über die Fortdauer der Scliulkrise, die man schon beendigt glaubte. Jerusalem, 10. November. (JTA.) Mehr als 100 Lehrer der in diesem Schuljahr noch nicht wieder eröffneten hebräischen Schulen der Jewish Agency drangen am 9. November morgens in die Büroräume der Jewish Agency ein, stellten Posten vor die Ausgänge und erklärten, daß sie es nicht erlauben werden, daß ein Mitglied der Exekutive der Jewish Agency das Gebäude verläßt, bevor nicht die rückständigen Gehälter für die Monate Mai bis August 1932 bezahlt worden sind. Erst in später Abendstunde wurde Dr. Senator erlaubt, das Büro zu verlassen, das Gebäude wird aber auch heute von den Lehrern besetzt gehalten. Jerusalem, 13. November. (JTA).) H. Farbstein und Emanuel Neuman empfingen heute die bevollmächtigten Vertreter der hebräischen Lehrer der Jewish Agency-Schulcn und besprachen mit ihnen die Frage der Wiedereröffnung der Schulen. Farbstein bot den Lehrern als. Kompromis an, daß die Exekutive ihnen die für Vier Monate rückständigen Gehälter schon im Verlauf von drei Jahren; statt —/wie. die Exekutive früher beschlossen hatte — im Verlauf von fünf Jahren, auszahlen lassen werde.’ Man nimmt an, daß die Lehrer diesem Komproinis zustimmen werden. Auf dieser Grundlage wird auch der Waad Leumi das bisher'von der Exekutive der Jewish Agency verwaltete Schulnetz in seine Verwaltung" übernehmen. Die Wiedereröffnung der Schulen wird für Montag, den 14. November, erwartet.' . * , Gemeinden- und Vereins-Echo Lehrkurse der Isr. Kultusgemeinde München November, Dezember 1932 1. Rabbiner Dr. Baerwald: Das Judentum an Wendepunkten der Weltgeschichte, Mittwoch, 20.15 Uhr (am 23. und 30. November erst um 21 Uhr). Beginn 23. November. 2. Rabbiner Dr. Geis: Geschichte und Aufbau des jüdischen Gottesdienstes, Montag, 20.15 Uhr. Beginn 21. November. 3. Rechtsanwalt Dr. Taub : Spinoza, Der Mensch und das Werk, Mittwoch, 23. u. 30. November, 20 Uhr, pünktlich. 4. Arbeitsgemeinschaft, in Verbindung mit den hebräischen Sprachkursen, Rabbiner Dr. Baerwald: Leichte Stücke aus Talmund und Midrasch, Donnerstag, 20.15 Uhr. "Beginn 24. November. U Alle Kurse und_ Vorträge finden ’ im Bibliotheksaal, He rzog-Max-Stra ße 7/2;: statt. : ' : Zionistische Ortsgruppe München. Die Frage nach Nutzen und Nachteil der Historie für die jüdische Gegenwart stellte und beantwortete in eigenwilliger und überzeugender Weise Herr Hans Rosenkranz- Berlin, in seinem Vortrag über jüdische Gegenwartsfragen im Spiegel der jüdischen Geschichte, den er im Rahmen der zionistischen Ortsgruppe am Mittwoch, 9. November vor einem hauptsächlich jugendlichen Publikum im Bibliotheksaale der Gemeinde hielt. Wenn Rosenkranz verlangte, daß die Beschäftigung mit der jüdischen Geschichte nicht zu einer Flucht vor der persönlichen Aufgabe führen, nicht dazu beitragen dürfe, daß man sich mit billigen Vergleichen und der Erkenntnis begnüge es sei alles schon einmal dagewesen, so wird man ihm bestätigen dürfen, daß er sich von diesen Fehlern freizuhalten wußte, obgleich er im besonderen am Beispiel der spanischen Juden nachwies, daß vieles schon einmal dagewesen ist, und manches noch kommen kann. Rosenkranz wagte mit anerkennenswertem Mut den Versuch, sich und seiner Hörerschaft ganz illusionslos ein Bild der möglichen und wahrscheinlichen Entwicklung der jüdischen Verhältnisse in Deutschland zu entwerfen; charakteristische Tendenz in diesem Bild ist ihm die Wiedergeburt des Mittelalters, Vorherrschaft des mittelalterlichen Gedankengutes. Rosenkranz erwartet, daß auch für uns Juden mittelalterliche Tage wiederkommen. In dieser Situation sei das Judentum vor die Aufgabe gestellt, ob es die Zukunft an sich heran kommen lassen, oder sie freiwillig und freudig durch den Wiederaufbau seiner Heimat in Palästina gestalten wolle. Der Redner fand für seine Ausführungen herzlichen Beifall; in der nachfolgenden Debatte trat ihm Herr Dr. Raphael Straus als Vertreter einer ganz entgegengesetzten Geisteshaltung vom zionistischen Standpunkt aus entgegen. Die gesprochene Zeitung. Mit einem Abend besonderer Art eröffnet der Jungzionistische Arbeitskreis die Reihe seiner Winterveranstaltungen. Am Montag, den 21. November, 20.30 Uhr, wird im Lessingsaal, Herzog- Rudolf-Straße 1, zum ersten Male in München die „Gesprochene Zeitung” erscheinen. Es wird an diesem Abend der Versuch gemacht, das Interessanteste aus der jüdischen Welt in völlig neuer und wirkungsvoller Form einem breiteren Publikum darzubieten! Eintritt frei. Siehe Inserat! Hebräischer Klub, München. Nach längerer Unterbrechung nimmt der hebräische Klub in München seine Tätigkeit wieder auf. Dienstag, den 22. November, abends 9.10 Uhr (pünktlich), hält Herr cand. med. Lass aus U. S. A., der vor kurzem von einem längeren Aufenthalt in Palästina zurückkehrte, in der hebr. Sprachschule ein Referat über seine Eindrücke-im Lande. Dienstag, den 6. Dezember, um 9.10 Uhr abends, hält Herr Dr. Percikowitsch einen Vortrag über Agnon.

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