Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 19 (1932)
- Issue
- 46 (11.11.1932)
- Date
- 1932-11-11
- Page
- Seite 368 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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368 Das Jüdische Echo Nr. 46 Schaft als verletzend empfunden worden sind; ich ziehe diese Äußerungen ohne jeden Vorbehalt zurück. Richter Frumkin, der ebenfalls der Zeremonie beiwohnte, erklärte noch, die Äußerung Elliots vor Gericht stelle etwas noch nie Dagewesenes dar; er, der Richter, war ungeheuer überrascht gewesen, eine solche Äußerung vor dem höchsten Gerichtshof in Palästina aus dem Munde eines Vertreters der Krone zu hören. Oberrichter Sir William McDonnel gab seiner Genugtuung darüber Ausdruck, daß die Angelegenheit durch die Erklärung Elliots in einer befriedigenden Weise ihre Erledigung gefunden hat. Der Disziplinstreit innerhalb der Zionistischen Organisation L on d o n , 6. November. (JTA.) Die Exekutive der Zionistischen Organisation erläßt die folgende Erklärung in der Frage des Sonderverbandes der Zionisten-Revisionisten: ,,Das Zionistische Aktions-Komitee hat in seiner Tagung vom August dieses Jahres auf Antrag der Revisionistischen Fraktion die Anerkennung des .Sonderverbandes der Zionisten-Revisionisten1 beschlossen. Vor Erteilung dieser Anerkennung und *m Zusammenhang mit ihr setzte das Aktions- Komitee in mehreren Beschlüssen eine Reihe von Bestimmungen über die grundlegenden Verpflichtungen der Zionisten und zionistischen Verbände gegenüber der Zionistischen Organisation fest; Das Aktions-Komitee verkündete den Grundsatz, daß die Zugehörigkeit zur Zionistischen Organisation die Unterordnung unter ihre Gesetze und die Beschlüsse ihrer leitenden Instanzen voraussetzt und daß in zionistischen Fragen die Disziplinpflicht gegenüber der Zionistischen Organisation von der Disziplinpflicht gegenüber jeder anderen Organisation den Vorrang hat. Das Aktions-Komitee bekräftigte die geltenden Bestimmungen über die außenpolitischen Prärogativen der Exekutive und das Verbot unautorisierter politischer Aktionen. Das Aktions-Komitee billigte die grundsätzlichen Forderungen, die die Exekutive gegenüber dem von der ,Weltunion der Zionisten-Revisionisten4 unter Mißachtung der Grundprinzipien der Zionistischen Organisation getroffenen sogenannten ,Calais-Abkommen4 aufgestellt hatte. Das Aktions-Komitee ging von der Voraussetzung aus, daß der Sonderverband der Zionisten- Revisionisten sich den Beschlüssen des Aktions- Komitees loyal unterordnen und die Autorität der Organisation, deren integrierender Bestandteil er bilden sollte, wahren wird. Entgegen dieser selbstverständlichen allgemeinen Erwartung sind leider bei der bald darauf stattgefunden Wiener Konferenz der ,Union der Zionisten-Revisionisten4, welcher die Mitglieder des Sonderverbandes der Zionisten-Revisionisten angeschlossen sind, unter aktiver Teilnahme von revisionistischen Mitgliedern des Aktions-Komitees und Führern des Sonderverbandes Erklärungen abgegeben und Beschlüsse gefaßt worden, die mit den Beschlüssen des Aktions-Komitees nicht vereinbar sind: Es wurde von der Wiener Konferenz eine offizielle Erklärung zur Kenntnis genommen, die dahin gedeutet werden kann und gedeutet wird, daß ein Teil der vom Aktions-Komitee angenommenen Beschlüsse für die revisionistischen Mitglieder der Zionistischen Organisation nicht bindend ist. Entgegen den ausdrücklichen Beschlüssen des Aktions-Komitees wurde von der revisionistischen Konferenz die Einleitung von verschiedenen außenpolitischen Maßnahmen beschlossen. Das ^Calais-Abkommen4 ist ohne Rücksichtnahme auf die vom Aktions-Komitee gebilligten grundsätzlichen Forderungen der Zionistischen Organisation bestätigt worden. Die Exekutive hat, nachdem sie in Kenntnis des authentischen Textes der Wiener Beschlüsse gelangt ist, am 30. September an die Antragsteller des Sonderverbandes der Zionisten-Revisionisten die Aufforderung gerichtet, zwecks Beseitigung aller Zweifel ausdrücklich zu erklären, daß sie sich den Beschlüssen und Gesetzen der Zionistischen Organisation unterordnet. Trotz wiederholter Aufforderung war unmöglich, von dem Sonderverband der Zionisten-Revisionisten eine offene und eindeutige Erklärung zu erlangen. In Anbetracht dieses Tatbestandes hat es die Exekutive der Zionistischen Organisation für ihre Pflicht gehalten, in Wahrung der Autorität und Integrität der Organisation und der vom Aktions- Komitee der Exekutive erteilten Aufträge, bei den zionistischen Gerichtsinstanzen die ihr nötig erscheinenden Schritte einzuleiten. Dies wird hiermit der zionistischen Öffentlichkeit zur Kenntnis gebracht. Exekution der Zionistischen Organisation.44 Gemeinden- und Vereins-Echo Jungzionistischer Arbeitskreis. Chug Hanoar Hazioni Mit einem Abend besonderer Art eröffnet der Jungzionistische Arbeitskreis die Reihe seiner Winterveranstaltungen. Am Montag, dem 21. November, wird zum ersten Male in München die „Gesprochene Zeitung44 erscheinen. Der Gedanke, diem jüdischen Publikum in der Form einer gesprochenen Zeitung Artikel über bedeutsame Probleme, aktuelle Nachrichten, ein ausgewähltes Feuilleton vorzutragen, hat bei seiner Verwirklichung in anderen Städten den größten Beifall gefunden. Der Chug Hanoar Hazioni, die Intensivgruppe des Jungzionistischen Arbeitskreises, bittet alle Juden Münchens, besonders die Jugend, sich Montag, den 21. November freizuhalten und an diesem Tag um 20.30 Uhr im Lessingsaal, Herzog-Rudolf-Str. 1, zu erscheinen. Oneg Schabbath, München Das Referat für heute, Samstag, dem 12. November, über die Sidra Lechlecha hat Frl. Hannah Straus übernommen. Beginn 4.15 Uhr im Kindergarten, Herzog-Rudolf-Straße 1. Gäste herzlich willkommen. Zionistische Ortsgruppe — Jüdischer National- Fonds München Es wird gebeten, das Büro zwecks Anfrage usw. möglichst in den Nachmittagsstunden zwischen 3—6 Uhr aufsuchen zu wollen. Jüdisches Jugendheim, München In der Reihe von Vorträgen mit anschließender Aussprache „Emanzipation und Reform im deutschen Judentum“, die Frau Bertha FraenkeL Ehrentreu im Heim halten wird, findet der