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Das jüdische Echo · 1932-10-21 · 43 (21.10.1932) · p. Seite 343

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
19 (1932)
Issue
43 (21.10.1932)
Date
1932-10-21
Page
Seite 343 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 43 Das Jüdische Echo 343 netz wurde vielfach zerstört, so daß die Stadt Tel- Awiw die ganze Nachi in Dunkel gehüllt war. Eine wilde Panik entstand im Theater Malaie, wo während der Aufführung am Abend das Licht erlosch und der Sturm um das Haus wütete. Das Publikum drängle zu den Ausgängen, glücklicherweise gab es keine Verletzte. Schwerer Schaden wurde an den King Salomons Pools angerichlel, wo Häuser im Rohbau und im Gerüst niedergerissen wurden. Auch die Ernte in der Küslengegend hat vielfach Schaden gelitten, besonders wurden große Teile der Weinernte vernichtet. Man beziffert den Schaden auf etwa 2000 Pfund. Die Palästina-Frage in Genf J e r u s a 1 e m , 10. Oktober. (JTA.) Der High Commissioner General Sir Arthur Wauchope trat am 8. Oktober die Reise nach Genf an, wo er dem Teil der Sitzung der Mandatskommission des Völkerbundes, bei dein die Fragen Palästinas behandelt werden, beiwohnen wird. Der High Commissioner überbringt der Mandatskommission einen ausführlichen und detaillierten Bericht über die gegenwärtige Situation in Palästina und wird auch die von Mitgliedern der Kommission an ihn gestellten Fragen hinsichtlich der Verwaltung Palästinas im Jahre 1032' beantworten. Der Schulkonflikt in Palästina beigelegt Baldige Wiedereröffnung der hebräischen Schulen Jerusalem, 13. Oktober. (JTA.) In der am 11. Oktober abends abgehallenen Sondersitzung des Waad Leumi, der auch Vertreter der Jewish Agency und anderer an der Regelung des Schulproblems interessierter Instanzen des Jischuw teilnahmen, wurde in der Frage der Kontrolle des hebräischen Schulwesens in Palästina ein Kompromiß erreicht, durch welches der seit sechs Monaten herrschende Schulkonflikt, der der Wiedereröffnung der hebräischen Schulen in dem neuen Schuljahre bisher hindernd im Wege stand, beigelegt worden ist. Es ist vorgesehen, daß die Schulen schon in sehr kurzer Zeit, spätestens in zwei Wochen, wiedereröffnet werden. Das Kompromiß wurde auf der folgenden Grundlage geschlossen: Die Schulen unterstehen im allgemeinen der Kontrolle des Waad Leumi. Jedoch wird die unmittelbare Kontrolle von einer fünfgliedrigen Sonderschulkommission ausgeübt, die sich aus zwei Vertretern des Waad Leumi, einem Vertreter der Exekutive der Jewish Agency, einem Mitglied des Magistrats von Tel-Awiw und einem Vertreter des Elternverbandes der jüdischen Kolonisten zusammengesetzt. Die Verteilung der neuen 4500 Palästina-Zertifikate Jerusalem, 13. Oktober. (JTA.) „Official Gazette“ vom 13'. Oktober bestätigt die JTA.-Meldung, daß die Palästina-Regierung der Jewish Agency 4500 Einwanderungszertiükale auf Grund der Arbeiterscbedule für das Halbjahr Oktober 1932'' bis März 1933 zur Verfügung gestellt hat. „Official Gazette“ fügt ergänzend hinzu, daß 2700 Zertifikate für Männer im Alter von 18 l)is 35' Jahren, 1500 Zertifikate für unverheiratete Frauen der gleichen Altersstufe und 300 Zertifikate für Männer im Alter von 35 bis 45 Jahren bestimmt sind. Großer Jaffa-Hafen geplant J c r u s a 1 e m , 10. Oktober. (JTA.) Die hebräische Tageszeitung „Davar“ erfährt, (laß in Regierungskreisen der Plan der Errichtung eines großen Hafens in Jaffa, ähnlich dem, der jetzt in Haifa erbaut wird, erörtert wird. Der Jaffa-Hafen soll Anfang 1937 fertiggestellt sein. Im letzten Jahre wurden in Haifa im Zusammenhang mit dem Hafenbau Gebäude mit einem Kostenaufwand von rund 250 000 Pfund von Privatleuten, von denen die Hälfte Juden sind, errichtet. Ein Revisionist wegen Schofarblasens an der Klagemauer verhaftet J e r u s a 1 e m , 11. Oktober. (JTA.) Tausende von Juden beteten am Jom Kippur an der Klagemauer. Es kam zu keinerlei Störung. Bei Einbruch der Dunkelheit versuchte ein aus Polen stammender Revisionist, mit Namen Schlojma Neiman, nach dem Ne-ila-Goltesdiensl Sehofar zu blasen, was einen Verstoß gegen die die Klagemauer betreffende Verfügung der Regierung bedeutet. Neiman wurde sofort von der Polizei verhaftet, aller auf Grund einer Intervention von Rabbi Kook gegen Kaution am freien Fuß gesetzt. Der Sehofar wurde beschlagnahmt. Nach seiner Verhaftung griff eine Gruppe Revisionisten den,den Gottesdienst am Jom Kippur überwachenden Rabbi Isaac Orenstein tätlich an, weil er angeblich die Polizei auf Neiman aufmerksam gemacht haben soll. Schon am IT. Oktober, dem Tag nach Jo(m Kippur, sollte sich Neiman vor dem Gericht des Distriktskommissars verantworten. Der Prozeß wurde aber auf unbestimmte Zeit vertagt. Die Agudas Jisroel in Jerusalem veröffentlicht einen Protest gegen die Angriffe auf Rabbi Orenstein, der auch eine Verurteilung des Vorgehens Neimans enthält. In einem vom Waad Leumi veröffentlichten Gommunique werden das Vorgehen Neimans und der Angriff auf Rabbi Orenstein scharf verurteilt. Aus der jüdischen Welt Wiederum Friedhofschändung Berlin, 6. Oktober. (JTA.) Auf dem alten jüdischen Friedhof der Israelitischen Kultusgemeinde Aschbach (Bayern) wurden — wie dem „Israelitischen Familienblatt“ mitgeteilt wird — in einer der letzten Nächte drei Grabsteine umgeworfen, von denen zwei vollständig zertrümmert sind. Von den Tätern fehlt bisher jede Spur. Arthur Kahane gestorben Berlin, 9. Oktober. (JTA.) Im Alter von 60 Jahren verstarb in Berlin der bekannte Schriftsteller und Dramaturg Arthur Kahane, seit etwa drei Jahrzehnten einer der engsten Mitarbeiter Max Reinhardts. Arthur Kahane wurde 1872 in Wien geboren, war seit 1905 Dramaturg des Deutschen Theaters in Berlin und hatte an der geistigen Leitung der Reinhardt-Bühnen großen Anteil. Als Lyriker wurde er bekannt durch seine 1908 erschienenen „Gedichte“ und 1910 Erschienenen „Lieder“. Er schrieb auch eine Reihe idyllischlyrischer Romane, die eine große Leserschaft fanden, 1928 erschien sein „Tagebuch eines Dramaturgen“, das auch verschiedene Lebensläufe berühmter jüdischer Künstler schildert. In Form von Nachdichtungen gab er „Die Kraft der Stimme, Novellen aus der Bibel“, heraus. 1931 erschien „Das Judenbuch“, ein Bekenntnis Kahanes zum Judentum. Die Nationalsozialistische Partei macht sich „Judenrein“ München, 5. Oktober. (JTA.) Von der Reichslei-tung der NSDAP wird u. a. mitgeteilt: „Durch die Presse geht die Meldung, daß ein national-

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