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Das jüdische Echo · 1932-10-14 · 42 (14.10.1932) · p. Seite 335

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
19 (1932)
Issue
42 (14.10.1932)
Date
1932-10-14
Page
Seite 335 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 42 Das Jüdische Echo 335 nicht die Tatsache der „doppelten Disziplin“ und die in London wie in Wien erfolgte Zurückweisung des Primatanspruchs nach beiden Seiten sein, sondern die praktische Politik der Union, in der zwei Strömungen miteinander ringen. Bleibt die überwiegende Mehrheit der Union, wofür alle Anzeichen sprechen, als Sonderverband in der Zionistischen Organisation, so wird die „doppelte Disziplin“ in formaler Hinsicht kein anderes Problem sein, als etwa im Falle des Misrachi. Eine Verletzung der offiziell anerkannten Organisationsdisziplin seitens eines politisch-zionistischen Verbandes ist immer möglch und durch Paragraphen nicht zu vermeiden, wenn sie zur Gewissenssache wird. Je mehr sich der offizielle Zionismus den revisionistischen Gedankengängen nähert, desto geringer wird die Gefahr eines solchen Disziplinbruchs. Je feindseliger sich die zionistische Leitung zum Revisionismus stellt, desto eher wird die Union geneigt sein, ihre eigenen Wege zu gehen. Setzt sich die andere Richtung durch, welche den Revisionismus von der Zionistischen Organisation loslösen will, so wird es in der Frage der Disziplin keine formalen Schwierigkeiten geben, weil es dann für die Revisionisten nur noch eine Disziplin geben kann. Lichtheim schließt: „Man beendige diese überflüssige Diskussion. Man warte ab, ob in der Praxis die beiden Disziplinen aufeinanderstoßen, und konstruiere nicht Probleme, die bei nur theoretischer Betrachtungsweise nicht die Tinte wert sind, die darum verspritzt wurde.“ Aus der jüdischen Welt Coburger Stadtrat kündigt den Pachtvertrag mit der Jüdischen Gemeinde Berlin, 6. Oktober. (JTA.) ln der letzten Sitzung des Stadtrats von Coburg, dessen Mehrheit nationalsozialistisch ist, wurde der Beschluß gefaßt, den Pachtvertrag mit der Israelitischen Kultusgemeinde in Coburg zum 31. Dezember dieses Jahres zu kündigen. Damit wird die jüdische Gemeinde die seit über 60 Jahren von ihr als Synagoge benutzte Kirche St. Nikolai aufgeben müssen, wenn die Staatsregierung nicht noch anders verfügt. Die Nikolaikirche, ein kleines, ehemals christliches Gotteshaus am Südausgang der Stadt, wurde im Jahre 1873 der jüdischen Gemeinde in Coburg ohne Pacht bis heute überlassen. Weiterhin verlangt der Stadtrat auch noch die Instandsetzung der Kirche in den früheren Zustand. Schächtverbot in Hessen abgelehnt D a r m s a d t, 7. Oktober. (JTA.) Der Hessische Landtag lehnte mit 34 gegen 32 Stimmen den nationalsozialistischen Antrag auf Erlaß eines Schächtverbots ab. Die Redner der nicht-nationalsozialistischen Parteien führten aus, der Antrag der Nationalsozialisten, der von den Deutschnationalen unterstützt wurde, sei nicht aus Liebe zu den Tieren geboren, sondern aus Haß gegen die Juden; es gehe nur darum, die jüdische Religionsgemeinschaft zu treffen. Ferner wurde ins Treffen geführt, daß die Durchführung eines Schächtverbots eine Schädigung des hessischen Metzgergewerbes und der hessischen Landwirtschaft bedeuten würde, wie sich im Falle Bayern schon gezeigt Tat. Angenommen wurde aber ein Antrag der Nationalsozialisten, und zwar auch mit den Stimmen des Zentrums, nach dem in Hessen das Schächten von Schlachttieren nach dem Bedarf der jüdischen Bevölkerung kontingentiert werden soll. Es wurde in der Debatte auch festgestellt, daß die Zahl der geschächteten Tiere in Hessen bereits sehr stark zurückgegangen sei; so sank sie in Offenbach von 50 Proz. auf 5 Proz. Ein entlassener jüdischer Schauspieler vor dem Bühnenschiedsgericht Frankfurt a. M„ 27. September (J.T.A.). Vor dem Bühnenschiedsgericht für Südwestdeutschland klagten zwei Schauspieler des Gothaer Stadttheaters gegen den dortigen Intendanten wegen Nichteinhaltung des Engagementsvertrages. Der Intendant hatte die beiden Schauspieler für den I Die führenden Mineralquellen Süddeutschlands Goldene Staatsmedaille Prospekte und Vertreternachweis durch Mineralbrunnen A.-G.in Bad Überkingen.

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