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Das jüdische Echo · 1932-07-29 · 31 (29.7.1932) · p. Seite 249

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
19 (1932)
Issue
31 (29.7.1932)
Date
1932-07-29
Page
Seite 249 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 31 Das Jüdische Echo 249 Bulgarien, Spanien, Griechenland, Ägypten Belgien und der Schweiz teilnehmen. Insgesamt werden 80 bis 100 Delegierte erwartet. Die Rektoren aller Wiener Hochschulen fordern Verabschiedung des Rassestudentenrechts Wien, 13. Juli. (JTA.) In einem Interview mit einem Mitarbeiter der Wiener Nationalsozialistischen Tageszeitung erklärte der Rektor der Hochschule für Bodenkultur Prof. Dr. Otto Porsch: „Die Rektoren aller Wiener Hochschulen werden alles daransetzen, damit die Studentenrechtsvorlage im Herbst vom Parlament verabschiedet werde. Die Überfüllung der Hochschulen mit fremdrassigen Elementen bedeutet eine ungeheure Gefahr für die Reinhaltung des deutschen Volkes- Es geht nicht an, daß Tausende Akademiker brotlos sind und alle Berufe durch Juden eingenommen werden.“ Zu diesen antisemitischen Ausfällen eines Rektors, die in der Wiener Öffentlichkeit sensationell gewirkt haben, ist zu bemerken, daß die Hochschule für Bodenkultur fast iudenrein ist, da unter den 2500 Hörern dieser Hochschule kaum 8 Juden sind. Wiederum schwerer antisemitischer Überfall auf jüdische Sportler in Österreich Wien, 11. Juli. (JTA.) Während eines Sportwettspiels zwischen der Schwimm-Sektion des Wiener jüdischen Sportklubs Hakoah und eines nichtjüdischen Schwimmklubs im Kampf um die österreichische Meisterschaft im Schwimmen, das im Donaustrom bei der niederösterreichischen Stadt Krems ausgetragen wird, überfielen Nationalsozialisten die jüdischen Teilnehmer an der Konkurrenz, auch die Damen, und schlugen rücksichtslos auf sie ein. Als die Hakoahner mit Hilfe der Polizei in Ausflugsautos flüchteten, verfolgten sie die Nationalsozialisten, demolierten die Automobile und schrien fortwährend: „Juden, macht euren Sport in Palästina, nicht in Deutschland!“ 400 jüdische Arbeiter in der Nähe von Warschau verhaftet Warschau, 19. Juli. (JTA.) Der Warschauer jüdische Arbeitersportverein veranstaltete einen mit einer Festlichkeit verbundenen Ausflug nach dem Mloczyn-Wf'äldchen, dessen Reinertrag zugunsten der politischen Häftlinge verwendet werden sollte. Am Vorabend wurde das Wäldchen plötzlich von einer großen Abteilung Polizei umzingelt und dann abgesucht. Sämtliche an der Festlichkeit teilnehmenden etwa 400 jüdischen Arbeiter und Arbeiterinnen wurden verhaftet und in Lastautos in die Polizeiabteilung des Rathauses gebracht. Wie es heißt, ging bei der Polizei eine Anzeige ein, daß es sich bei der Veranstaltung um eine Kommunistische Aktion handelt. Bezafel-Schule in Jerusalem wird im September wieder eröffnet Jerusalem, 17. Juli. (JTA.) Das Kuratorium der „Pro-Bezalel-Gesellschaft hat beschlossen, zu Beginn des kommenden Lehrjahres, im September d. ]., die vor einigen Jahren wegen Mangels an Mitteln geschlossene Bezalel-Kunstschule wieder zu eröffnen. Dieser Beschluß hat in weiten Kreisen Palästinas große Zufriedenheit ausgelöst. Arabischer Anspruch auf jüdischen Boden abgewiesen Jerusalem, Juli. (JTA.) Das Gericht hat den von Arabern erhobenen Anspruch auf ein in jüdischen Händen befindliches Gebiet von 5000 Dunam in der Kolonie Heftziba in der Nähe von Hedera als unberechtigt zurückgewiesen und auch die arabischen Ansprüche auf Weide- und Abholzungsrechte auf diesem Boden nicht anerkannt. Am 15. Juli erging das Gerichtsurteil betreffend arabische Ansprüche auf den Infiat-Boden. In den genannten beiden Fällen begründen die Araber ihren Anspruch damit, daß ihre Väter und Vorväter ihr Vieh auf diesen Böden geweidet hatten. Palästinensische Kriminalstatistik Jerusalem, 22. Juli. (JTA.) Einer soeben veröffentlichten polizeilichen Statistik zufolge wurden im Jahre 1931 in Palästina 124 Morde begangen, von denen 110 Gegenstand gerichtlicher Verhandlungen waren. Handel und Industrie in Palästina Jerusalem, 11. Juli. (JTA.) Die Jaffaer Handelskammer, die sich in Zukunft Handelskammer Jaffa-Tel-Awiw nennen wird, hat vor kurzem ihre Jahresversammlung abgehalten, in der ihr Vorsitzender, der Direktor der Anglo Palestine Bank, Hoofien, die wirtschaftlichen Ereignisse des Berichtsjahres besprach. In den vergangenen sechs Monaten hat sich die wirtschaftliche Lage Palästinas weiter gebessert. Hierzu hat neben den guten für Orangen in der letzten Saison erzielten Preisen der Zufluß ausländischen Kapitals und der über Erwarten günstige Ausfall der Getreideernte in verschiedenen Teilen des Landes beigetragen, die dank der neuen Schutzzölle für Getreide auf den inländischen Märkten zu günstigen Preisen Absatz finden wird. Auch die lokalen Industrien haben trotz der Weltkrise sowohl für den heimischen Bedarf wie für den Export ihre Produkte in erhöhtem Umfange abzusetzen vermocht und die Zahl ihrer Arbeitskräfte steigern können. Die im Zusammenhang mit der jüdischen Einwanderung in den letzten Jahren in Palästina entstandenen Industrien haben sich vielfach in der letzten Zeit so entwickelt, daß sie mit ihren Erzeugnissen an Stelle der bisherigen Einfuhr treten konnten. So hat die Einfuhr von Eisschränken aus dem Ausland aufgehört, da in Tel- Awiw sich vier Werkstätten mit der Herstellung von Eisschränken beschäftigen. Auch die für die Kühlräume und Eisschränke erforderlichen Korkwätide werden in einer neuen Korkfabrik in Tel- Awiw hergestellt. Die Einfuhr von Biskuits nach Palästina ist von 20 000' Pfund Sterling auf etwa 5000 Pfund zurückgegangen, da alle billigeren Sorten jetzt hier hergestellt und im letzten Jahr sogar für 3000 Pfund in die umliegenden Länder ausgeführt werden konnten. Eine Strumpf- und Strickwarenfabrik in Tel-Awiw beschäftigt heute 175 Arbeiter und stellt monatlich etwa 10 000 Dutzend Strümpfe her, von denen etwa zwei Fünftel im Inland und der Rest in den Nachbarländern, insbesondere in Syrien verkauft werden. Der Wert der Gesamteinfuhr Palästinas hat sich für 1931 auf 5 940 000 Pfund gegen 6 985 000 Pfund für 1930 gestellt. Hiervon gingen 3 056 000 Pfund durch den Jaffaer und 2 085 000 Pfund durch den Haifaer Hafen gegen 3 585 000 bzw. 2 401 000 Pfund im Vorjahre. Dem Tonnengehalt nach entfielen hiervon auf Jaffa 1 044 000 und auf Haifa 764 000. * * *

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