Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 19 (1932)
- Issue
- 31 (29.7.1932)
- Date
- 1932-07-29
- Page
- Seite 250 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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250 Nr. 31 Das Jüdische Echo Gemeinden- und Vereins-Echo In der Ziehung der K.K.L.-Wertlotterie am 10. Juli fiel der erste Haupttreffer auf Los Nr. 1059, der zweite auf Nr. 307, der dritte auf Nr. 1069, der vierte auf Nr. 749, der fünfte auf Nr. 596 und der sechste auf Nr. 1145. Die übrigen Gewinne können aus der Ziehungsliste ersehen werden, die im Büro des Jüdischen Nationalfonds, Herzog-Rudolf-Straße 1, sowie in den bereits mehrfach veröffentlichten Vorverkaufsstellen aufliegen. Die Gewinne wollen bitte bis spätestens 1. August werktägig von 3—6 Uhr im Büro abgeholt werden, da sie sonst verfallen. Wir wünschen den glücklichen Gewinnern viel Vergnügen an ihren Preisen und möchten nicht verfehlen, auf diesem Wege allen denjenigen, die unsere Lotterie durch Gaben oder durch Loskauf unterstützt haben, nochmals unseren herzlichsten Dank auszusprechen. Jüdischer Nationalfonds München. Aus Würzburg wird uns geschrieben: In den beiden rituellen Restaurants Würzburgs machte bisher der Jungzionistische Arbeitskreis durch Anschläge seine Veranstaltungen bekannt. In einem dieser Restaurants, in dem die Mitglieder der Würzburger K.-C.-Verbindung verkehren, wurde nun vor einigen Wochen eine solche Bekanntmachung mit Hakenkreuzen (!) beschmiert und zerrissen. Die Täter waren, wie Gäste des Restaurants bezeugen, K.-Cer. Darauf richtete der Jungzionistische Arbeitskreis einen höflichen Brief an das K.-C., in dem die Erwartung ausgesprochen wurde, daß die Leitung der Verbindung von diesem Streich ihrer jungen Bundesbrüder abrücken würde. Statt dieser Selbstverständlichkeit aber geschah folgendes: Die K.-Cer fangen den Inhaber des Restaurants, die Anschläge der Bekanntmachungen des Jungzionistischen Arbeitskreises in Zukunft zu verweigern mit der Drohung, das Lokal sonst zu boykottieren. Eine Antwort auf den eingeschriebenen Brief des Jungzionistischen Arbeitskreises kam zunächst nicht, nach 14 Tagen traf ein Schreiben mit folgendem Wortlaut ein: An den Jungzionistischen Arbeitskreis Würzburg. Wir bestätigen den Empfang ihres Briefes vom Juni. Mit waffenstudentischem Gruß Rheno palasia Verbindung im K.-C. Diesem Bericht ist nicht viel hinzuzufügen. Durch solche unweigerlich an gewisse Vorbilder erinnernde Methoden des Kampfes gegen den politischen Gegner, durch die Unkenntnis der nrimitivsten Anstandsformen haben sich diese jüdischen Akademiker selbst ihr Urteil gesprochen. Und welch grausame Selbstverhöhnung in dem, unter die Antwort gesetzten Gruß liegt, wird jeder ermessen. der von den Verhältnissen an den deutschen Hochschulen eine Ahnung hat. Geschäftliches Die „Universal-Methode ist das moderne System zur Instandsetzung von Parkettböden. Die Parkettböden werden also nicht mehr wie früher mühsam mit Klingen mit der Hand abgezogen, sondern mit der neuen „Universal- Maschine, mit Spezial-Schleifpapier abgeschliffen. Das geht nicht nur wesentlich rascher als die Arbeit mit der Hand, sondern die Böden werden auch unvergleichlich schöner, glatt und tadellos eben, wie dies von Hand niemals erreicht werden kann. — Wier Fußböden mit der „UniversaP-Maschins abschleifen läßt, wird nie mehr mit Ziehklingen abziehen lassen. Das „UniversaP-Institut in München (siehe Inserat) hat hier bereits über 25 000 qm Parkettböden abgeschliffen zur restlosen Zufriedenheit der Auftraggeber, worüber viele Zeugnisse vorliegen. — Besichtigung und Angebote unverbindlich und kostenlos durch das Institut. Würzburger Nachrichten Gastspielkapelle im CC-Wintergarten Es war für die Direktion des Central-Cafes keine leichte Aufgabe, nach der so erfolgreichen Kapelle Fritz Aßmann, die am 1. d. M. Würzburg den Rükken gekehrt hat, eine Cafekapelle zu engagieren, die den Rahmen des bisher Gebotenem durchbricht, aber man muß gestehen: Bert Rez Law mit seinen neun Solisten ist bereits in dem ersten Tagen seines Auftretens in Würzburg beliebt geworden. Am Samstag und Sonntag mußte das CC zeitweise gesperrt werden, weil das Cafe und der Wintergarten überfüllt waren. Bert Rez Law ist mit seinen Solisten so vielseitig, daß es kaum ein Instrument geben dürfte, das nicht gespielt und beherrscht wird. Dabei kommen entzückende Rezitationen, Melodrams und Abwechslungen zum Vortrag, die das Publikum zu endlosem Beifall hinreißen. Ohne Unterbrechung spielt die Kapelle, nur mit einer kurzen Pause und immer gibt es etwas Neues, etwas Lustiges, zwischen hin ein etwas musikalisch Dramatisches, man jubelt und bringt den Künstlern Ovationen dar, mit einem 'Wort: das Gastspiel der Rez Law ist für Würzburg bereits zu einer vielbesprochenen Sensation geworden. W!o überall die Kapelle bis jetzt aufgetreten ist, hat sie stürmischen Applaus und Beifall geerntet, sollte es da in Würzburg anders sein? Dabei Ist zu beachten, daß es sich um eine deutsche Kapelle handelt und nicht um eine von drüben kommende Jazzbandkapelle, deren leider heute so viele die Wlelt bereisen und ihren deutschem Kollegen das Brot wegnehmen. Keren Kajemeth Lejisrael Jüdischer Nationalfonds Postscheck-Konto München 10442, Nürnberg 24565, Fernsprecher München 29 74 49* Nürnberg 21 9 12 Zentrale für Deutschland, Berlin W 15 Melnekestraße 10 Münchener Spendenausweis Nr. 33 vom 19. bis 26. Juli 1932 Spendenbuch: Dr. Koschland und Frau und Liesel gratulieren ihrem Walter zum bestandenen Physikum 5.—■; N. N. aus einem freudigen Anlaß 3.— 8.—. Richard Fraenkel s. A. Garten: Frau Nelly Fraenkel aus einem freudigen Anlaß 1 Baum 6.—. Allgemeine Spenden: Erlös aus Tozereth Haarez 1.10. Büchsen: Geleert durch Frl. Rahel Behrens (JPD). Justin Lichtenauer 2.25; H. Höchstädter 1.^; E. Bund 1.—; Frau Held 1.25; S. Adler —.60 6.10.