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Das jüdische Echo · 1932-07-08 · 28 (8.7.1932) · p. Seite 225

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
19 (1932)
Issue
28 (8.7.1932)
Date
1932-07-08
Page
Seite 225 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 28 Das Jüdische Echo 225 mehr gestattet werden dürfe, sich in der Vorhalle aufzuhalten oder diese beim Eintritt der Universität zu durchschreiten. Der Rektor erkärte, daß er auch diese Forderung nicht annehmen könne. Die Verhandungen wurden nach diesem provozierenden Verhalten der nationalsozialistischen Studentenschaft abgebrochen, nicht ohne daß der Rektor darauf hingewiesen hätte, daß am 1. Juli der Senat zusammentreten werde. Berlin, 3. Juli. (JTA.) Die Tore der Universität Berlin, die zwei Tage lang wegen der antisemitischen Unruhen und der Forderung der Nazi-Studenten, daß jüdische Studenten das Universitätsgebäude nicht mehr betreten sollen, geschlossen waren, wurden am Sonnabend morgen wieder geöffnet, nachdem die Führer aller Studentengruppen, unter ihnen die der Nazi-Studenten, das Versprechen gegeben haben, daß Burgfrieden gehalten werden wird. Der Verein zur Abwehr des Antisemitismus hielt seine diesjährige Tagung in Dresden ab. Der Vorsitzende, Reichsminister a. D. Dr. Gothein, wies in der Eänleitungsrede auf die Gefahren des Antisemitismus in Deutschland für die Gleichberechtigung der Deutschen im Auslande hin. Der Leipziger Historiker, Prof. Walter Goetz, hielt ein Referat über die Geschichte des Antisemitismus, worauf Pfarrer Dietrich Graue (Berlin) über „Christentum und Antisemitismus“ sprach. In die Versammlung hatten sich einige Nationalsozialisten eingeschlichen, die durch Zwischenrufe die Ausführungen Pfarrer Graues vergeblich zu stören versuchten. Wieder antisemitische Exzesse in Wien W i eil, 28. Juni. (JTA.) Im Zusammenhang mit dem Prozeß Redakteur Reg.-Rat Ernst Klebinder gegen zwei S.A.-Leute, die ihn in einem Kaffeehaus geschlagen und verletzt haben, überfielen Nationalsozialisten in der Umgebung des Gerichts in der Leopoldstadt jüdische Passanten, wobei auch die Nazis ihr Teil Prügel abbekamen. Ein Nazi schoß aus einem Revolver und verletzte den jüdischen Passanten Moritz Gruschka. Die Polizei zerstreute die Menge und verhaftete einige Nazis. Von den „Züchtigjsrn“ Klebinders wurde einer freigesprochen, der zweite zu 20 Schilling Geldstrafe verurteilt. Zionistisches Aktions-Komitee tagt vom 28. Juli bis 5. August in London London, 28. Juni. (JTA.) Vom Zentralbüro der Zionistischen Organisation wird mitgeteilt, daß die Exekutive und das Präsidium des Aktions-Komitees beschlossen haben, das Aktions-Komitee der Zionistischen Organisation zu einer Sitzung in London für die Zeit vom 28. Juli bis 5. August einzuberufen. («leichzeiitg wird mitgeteilt, daß das Administrative Committee der Jewish Agency vom 7. bis 9. August in London tagen ward. Dizengoff zum Bürgermeister von Tel-Awiw wiedergewählt Tel-Awiw, 20. Juni. (JTA.) Der neugewählte Sladlral von Tel-Awiw traf gestern abend zur Wahl der Stadtexekutive und des Bürgermeisters zusammen. Nach längeren stürmischen Erörterungen wurde eine Exekutive gebildet, die sich ausschließlich aus Angehörigen des Mittelstandes zusammensetzt. Mayer Dizengoff wurde zum Bürgermeister wiedergewählt. Die Ansprüche der Arbeitervertreter, die über ein Drittel aller Stadtratssitze verfügen, daß sie aus ihrer Mitte den Vizebürgermeister stellen und daß ihnen noch andere Positionen im Stadtral eingeräumt werden, wurden von der vereinigten Mittelstandsgruppe zurückgewiesen. Die Wasserversorgung Jerusalems für die Zukunft gesichert Jerusalem, 27. Juni. (JTA.) Der High Commissioner General Sir Arthur Wauchope empfing die Mitglieder des Jerusalemer Wasser-Ausschusses und erklärte ihnen, daß die noch in der Zeit der Türkenherrschaft erteilte Konzession zur Wasserversorgung Jerusalems, die bisher der Regierung wie dem, Stadtrat in ihrem Bestreben, eine ausreichende Versorgung Jerusalems mit Wasser durchzuführen, hindernd im Wege stand, nunmehr als beendet gilt. Die legalen Schwierigkeiten, die der Aufnahme einer Anleihe zwecks Baus einer modernen Wasserleitung für Jerusalem entgegenstanden, seien nun behoben. Der jüdische Rechtsanspruch auf 7000 Dunam Palästina-Boden wicht verjährt Jerusalem, 27. Juni. (JTA.) Nachdem Palästina-Gerichte die Klage jüdischer Bodenkäufer gegen Abdullah Samara, der ihnen vor dem Kriege 7000 Dunam Boden in der Nähe des Wadi Havarith verkauft hatte, sich später aber weigerte, den Boden herzugeben, wegen Verjährung abgewiesen hatten, hat nun das Oberste Gericht Palästinas entschieden, daß die jüdischen Käufer ein Recht haben, gegen die erstrichterilchen Urteile Berufung einzulegen, da der Rechtsfall nicht verjährt sei. Die jüdische Polizei von Tel-Awiw wird nun doch ein Teil der palästinensischen Landespolizei Jerusalem, 29. Juni. (JTA.) Es steht nun fest, daß Ende Juni 1932 die ausschließlich aus Juden zusammengesetzte Polizei der jüdischen Stadt Tel-Awiw aufhören wird, als autonome Polizeigruppe zu existieren; sie wird — ebenso wie die Polizeieinheiten der übrigen Städte Palästinas — mit der palästinensischen Landespolizei verschmolzen und dem Landespolizeikommando unterstellt werden. Die jüdische Stadt Tel-Awiw, unterstützt von der gesamten Judenheit Palästinas, hat einen zähen Kampf um die Erhaltung des jüdischen Sondercharakters der Polizei von Tel-Awiw geführt, weil sie der Ansicht ist, daß in einer rein jüdischen Stadt nur eine aus Juden zusammengesetzte Polizei am Platze ist. Diese These konnte sich aber gegenüber den Regierungsautoritäten nicht durchsetzen. Tagung des American Jewish Congress Washington, 28. Juni. (JTA.) Am Sonntag, den 26. Juni, mittags, wurde in Washington die zehnte Jahrestagung des American Jewish Congress mit einer Ansprache des Ehrenpräsidenten des Congress, Rabbiner Dr. Stephen S. Wise, eröffnet. Stephen Wise widmete den Hauptteil seiner Rede der für den 14. August d. J. nach Genf einberufenen jüdischen Weltkonferenz und führte aus: lm Geiste des Entgegenkommens haben wir das American Jewish Committee eingeladen, an der Konferenz in Genf im August teilzunehmen. Wir unterließen es nicht, Aufklärung darüber zu schaffen, daß die Teilnahme an der Genfer Konferenz nicht bindend sei hinsichtlich der Stellungnahme zu der Frage der Schaffung des Jüdischen Weltkongresses als ständiger Einrichtung. Richter Julian W. Mack sprach ebenfalls zu dem Problem der jüdischen Weltkonferenz und richtete

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