Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 19 (1932)
- Issue
- 28 (8.7.1932)
- Date
- 1932-07-08
- Page
- Seite 226 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/9072829-9103089-9181528--12405-9084475- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
226 Das Jüdische Echo Nr. 28 die Mahnung an den American Jewish Congress, sich in dieser Angelegenheit nicht zu übereilen. Nathan D. Perlman unterbreitete den Bericht des Administrative Committee des American Jewish Congress. Am Sonntag abend fand zu Ehren der Kongreßdelegierten ein Dinner statt, bei dem Senator Borah, der Leiter des politischen Ausschusses des Senats der Vereinigten Staaten, der Hauptredner war. Senator Borah zollte den Bestrebungen der Juden ,ein jüdisches Nationalheim in Palästina aufzurichten, seine höchste Achtung und Sympathie und ermunterte die amerikanischen Juden dazu, für den Schutz ihrer jüdischen Genossen gegen Entrechtung und Verfolgung überall in der V/elt einzutreten. Gemeinden- und Vereins-Echo Auktion der Judaica-Sammlung S. Kirschstein bei Hugo Heibing in München Vom 12.—14. Juli versteigert die Kunsthandlung Hugo Helbing die wertvolle jüdische Sammlung Kirschstein. Zu dem hochinteressanten illustrierten Katalog hat Herr Theodor Harburger ein Vorwort geschrieben, dem wir folgendes entnehmen: Aus der großen Reichhaltigkeit kann nur einzelnes hervorgehoben werden. Von den Kultgeräten verdienen die Decke für die Beschneidung (Nr. 121), der große Chanukkah-Standleuchter aus einer polnischen Synagoge (Nr. 145) und vor allen Dingen die im Heime des Besitzers noch aufgestellte Synagogen-Einrichtung (Nr. 166) besondere Beachtung. Neben den Thorarollen, von denen eine durch ihren aufmontierten Silberschmuck (Nr. 167), eine andere wegen des Schreibmaterials (Hirschhaut) bemerkenswert ist, sind es die M’gilloth, die durch ihren künstlerischen Schmuck sich auszeichnen. Als wertvollstes Stück betrachtet er die M’gillah Nr. 182, die er als ältestes ihm bisher bekannt gewordenes illuminiertes Exemplar ansieht. Er vermutet ihren Urheber im Kreise der jüdischen Miniatoren, die die zweite Haggadah des Germanischen Museums und andere gleichartige Werke geschaffen haben. Auf dem Gebiete des Handschriftenwesens besitzt Kirschstein noch mehrere Unika, so die Haggadah auf 64 Rundblättchen (Nr. 213), das Psalmen-Ms. (Nr. 214) und das Gebetbuch (Nr. 215), das Abraham Farissol im Jahre 1485 in bester Zierschreiberkunst fertigte. Besonderes Interesse verdiept die reichhaltige Kollektion von Portraits jüdischer Persönlichkeiten aus allen Gebieten und die Sammlung von historischen Dokumenten, die sich auf Juden und Judentum beziehen. Wir finden in der Kirschsteinschen Sammlung den S“MaG des Moses de Coucy in der Bombergschen Ausgabe von 1522 (Nr. 461), die von Fagius herausgegebenen „Sprüche der Väter“ (Isny 1541, Nr. 462). Reuchlins Rudimenta Linguae hebraicae (Nr. 477) und Fürst’s Bibliotheca Judaica (Nr. 601) sowie lexigraphische Werke. Vorhanden sind Bodenschatzens kirchliche Verfassung in Originalausgabe und Herrlibergers mächtiger Foliant. Spezialthemen wie Moses Mendelssohn, Jud Süss, Antisemitica werden berührt. Eine Reihe seltener Werke behandelt die Lokalgeschichte jüdischer Gemeinden. Besonders sei noch die Aufmerksamkeit gelenkt auf das große Konvolut Nr. 513, das in 151 Originalblättern die Entwicklung des jüdisch-hebräischen Buchdruckes aufzeigt. Die Sammlung ermöglicht durch die Vielseitigkeit, mit der Kirschstein alle Gebiete jüdischer Kultur berücksichtigt hat, die wissenschaftliche Beschreibung des umfangreichen Stoffs in vielleicht nie wiederkehrender Weise. Die Ziehung der K.K.L.-Wertlotterie findet, wie bereits gemeldet, am Sonntag, den 10. Jui 1932, vormittags 10 Uhr im Büro des Jüdischen Nationalfonds, München, Herzog-Rudolf-Str. 1 Rgb. 1. Stock, statt und ist öffentlich. Gewinnlisten liegen ab Dienstag, den 12. Juli im Büro des Jüdischen Nationalfonds, ferner bei R. Minikes, Klenzestr. 61, S. Orljansky, Neuhauser Straße 29, und in der Ewer-Buchhandlung, Ottostraße 2, zur Einsichtnahme auf. Die Nummern der Hauptgewinne werden überdies noch im Jüdischen Echo veröffentlicht werden. Gegen Vorweis der Lose können die Gewinnste an jedem Werktag von 3—6 Uhr Herzog-Rudolf-Straße 1 Rgb. 1. St., abgeholt werden. Preisträger der Universität München Bei der Feier des Stiftungsfestes der Universität wurden die Namen der Preisträger genannt, die auf Grund ihrer Bearbeitung der von der Fakultät gestellte Preisaufgaben einen Preis erhielten. Den vollen Preis der medizinischen Fakultät mit dem Thema „Es soll die Säurebildung in der Haut (besonders Ameisen- und Milchsäure) unter normalen, pathologischen und experimentellen Bedingungen bei besonderer Berücksichtigung des Kohlehydratstoffwechsels untersucht werden“ erhielt Herr Hugo Troller, München. Es ist das dritte Mal, daß in den letzten Jahren einem Münchner jüdischen Studenten der Preis zuerkannt wurde. Sozialistischer Arbeitskreis Mit dem Kursabend am Donnerstag, 30. Juni, ist das Sommersemester des sozialistischen Arbeitskreises beendet. Die Kurse werden Anfang September fortgesetzt. Folgende Themen wurden besprochen: Im Kurs „Politische Ökonomie“ die Widersprüche des Kapitalismus; die Ware und ihr Wert; der Wert als historische Kategorie; Geld und Preis; der Warenfetischismus; Kapital und Mehrwert. Im Kurs „Geschichte der Arbeiterbewegung“ die französische Revolution und der Chartismus. Als Referenten wirkten Harry Obermayer, Ali Fröhlich und Armin Sonnenthal. Ferienkurs Beth-Jakob im Sommer 1932 (5692) Das Wiener Zenlralinslitut von Beth-Jakob veranstaltet diesmal seine Sommerkurse im Semineringgebiet. Die Leitung hat für zwei Monate wundervolle, luftige Räume in waldiger, freier Umgebung gemietet. Die Ferienkurse dauern vom 10. Juli bis 10. September. Ihr Zweck ist, den Teilnehmerinnen neben der körperlichen Kräftigung und Erholung in der klimatischen Landschaft einige Wochen jüdischen Gemeinschaftslebens und Gelegenheit zur Erweiterung des jüdischen Wissens zu bieten. Es wird Unterricht in allen jüdischen Disziplinen in drei Kursen erteilt. Der Preis für Wohnung, volle Verpflegung (fünf Mahlzeiten), Teilnahme an den Kursen usw. beträgt S. 7.50 pro Tag. Sämtliche verfügbaren Freiphilze sind bereits vergeben. Anmeldungen sind bis spätestens 25. Juli an die Beth-Jakob-Zentrale, Wien II, Leopoldsgasse 26, zu richten, woselbst auch alle Auskünfte erteilt werden. Jüdischer Nationalfonds München Farn. Orljansky gratuliert zur Hochzeit Orlof- Scheinmann B. 3.—.