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Das jüdische Echo · 1932-07-01 · 27 (1.7.1932) · p. Seite 217

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
19 (1932)
Issue
27 (1.7.1932)
Date
1932-07-01
Page
Seite 217 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 27 Das Jüdische Echo 217 Herabsetzung des Zehent in Palästina infolge schlechter Ernte Jerusalem, 13. Juni. (JTA.) Mit Rücksicht auf die diesjährige schlechte Ernte in Palästina hat der High Commissioner Sir Arthur Wauchope den Zehent (Ernte-Steuer) für dieses Jahr auf 7'A Prozent herabgesetzt. Außerdem hat der High Commissioner die Distriktskommissare ermächtigt, notleidenden Landwirten je nach ihrer Lage Entgegenkommen bei der Zehent-Zahlung bzw. weitere Nachlässe zu gewähren. Buchbesprechung Denkwürdigkeiten des Aron Isak (1730—1817). Herausgegeben und eingeleitet von Z. Holm. Welt- Verlag, Berlin. Preis geb. RM. 6.—. Wir stehen als Juden heute am Ende eines Zeitabschnittes, der einen starken wirtschaftlichen Aufstieg des Einzelnen und in gewissem Sinne auch der Masse gesehen hat. Nach den großen Kriegen des 17. und 18. Jahrhunderts brachte die Notwendigkeit des wirtschaftlichen Wiederaufbaus die Festigung der Stellung der Juden mit sich. Die Notwendigkeit, alle Kräfte heranzuziehen, führte zur bedenkenlosen Beiseitesetzung überkommener Anschauungen und hatte schließlich auch die Verbesserung der Rechtslage der Juden im Gefolge. Der aus dem Merkantilismus erklärliche Umschwung in der Behandlung der Juden äußert sich auch in der Geschichte eines von den Zentren jüdischer Siedlung abgelegenen europäischen Landes: Schwedens. Dieser Staat mußte nach den seiner Expansion dienenden Kriegen darauf bedacht sein, seinen Wirtschaftskörper zu festigen und auszubauen. Daß sich die Juden hierbei von Nutzen erwiesen, zeigte sich bald. Von hohem Interesse ist es, den Vorgang der Zulassung jüdischer Einwanderer in dem Lebensbericht des Hauptbeteiligten, des Aron Isak aus Treuenbrietzen, dargestellt zu sehen. Wir lernen aus den einfachen, nur für seine Familie bestimmten Aufzeichnungen einen Mann kennen, der in seiner Lebensklugheit und repräsentativen Würde einen eigenen Stil aufwies, die ihn zum Führer der neu entstehenden jüdischen Gemeinschaft im europäischen Norden stempelte. In seiner Schilderung hält er sich an die äußeren Geschehnisse mit oft allzu knappen Worten, was wir um so mehr bedauern müssen, als er die einzige Quelle für ein ohnehin wenig erhelltes Gebiet der Galuth darstellt. Daß beispielsweise seine kunsthandwerkliche Betätigung als Petschaft- und Kupferstecher von größerer Bedeutung gewesen sein muß, als er ihr in seinen Denkwürdigkeiten zumißt, können wir aus der Tatsache schließen, daß der Orientalist der Universität Bützow, Professor Gerard Tychsen, bei ihm die erste Anleitung in der Technik des Kupferstichs suchte. Diese Kunstfertigkeit bot auch den Anlaß, in das bis dahin den Juden versperrte skandinavische Reich einzuwandern. Bald aber erschien seine Geschicklichkeit auf anderen Gebieten dem Hofe von größerer Wichtigkeit und wir sehen, wie seine Beziehungen zum Leipziger Meßplatz zur Befriedigung höfischer Bedürfnisse nach Schmuck und Edelsteinen dienen müssen. So führt er bald das Leben eines Hoffaktors, leistet mit materiellen Opfern und unter großen Strapazen dem in Finnland kämpfenden Heere wichtige Dienste und wird dafür mit dem Titel eines „Assessors“ ausgezeichnet. In Stockholm bekleidet er das Amt eines „Hufvudmans“ über die Juden und wird damit in behördliche Dienste gestellt. Wie es als auffällig empfunden wird, daß Aron Isak von seinen künstlerischen Interessen schweigt, so ist für sein Denken im engsten Aufgabenkreise ebenso charakteristisch, daß er der wichtigen politischen Ereignisse, die ganz Europa aufwühlten, keine Erwähnung tut, obwohl sie doch an dem Hofe, in dessen Dienst er tätig ist, nachweisbar eine bedeutende Rolle gespielt haben. Nicht einmal das tragische Ende des ihm wohl gesinnten Königs Gustav III. berichtet er. Dennoch ist seine Schilderung lebensvoll und gibt von den Personen und den Zuständen seiner Zeit ein festumrissenes Bild. Vor allem spricht aber das alte jüdische Erbgut, das sich in der Familienliebe des Kinderlosen kundgibt, aus der Darstellung dieses im Grunde einfachen Mannes, der den zerstreuten Söhnen seines alten Volkes eine neue Heimstätte zugänglich machte. Der Welt-Verlag hat durch Beigabe von zeitgenössischen Bildern und eine gute Buchausstattung die interessante Schrift in ein würdiges Gewand gehüllt. Die von Z. Holm geschriebene Einleitung gibt ein instruktives Bild Aron Isaks, dessen Porträt seine klare Zielbewußtheit erkennen läßt. Theodor Harburger Gemeinden- und Vereins-Echo Jungzionistischer Arbeitskreis München Der letzte Abend des jungzionistischen Arbeitskreises sollte der Einladung nach ein literarischer Abend sein. Angekündigt war als Thema: „Von Sabbatai Zewi bis Theodor Herzl.“ Fünf Referate beschäftigten sich mit Biographien von jüdischen Persönlichkeiten, die in der letzten Zeit erschienen sind. Die Zusammenstellung der an einem Abend zu besprechenden Bücher war nicht unbedingt glücklich. Es fehlte der innere Zusammenhang. Auch hallen zwei der Referenten es ganz versäumt, das Problem: Stellung zur christlichen und jüdischen Umwelt zu untersuchen, soweit es im Lehen der betreffenden Persönlichkeiten eine Rolle spielte. Immerhin aber brachte der Abend eine Reihe von recht interessanten Referaten. Herr Fritz Roscnthal berichtete schönrednerisch über Sabbatai Zewi. Herr Waller über Th. Lessings jüdischen Selbsthaß. Herr Heinrich Kalter gab einen Auszug aus dem Theilhaherschen Buche Schicksal und Leistung. Frl. Hannah Straus zeichnete anschaulich ein Bild Georg Brandes nach der Biographie von Nathanson und Frl. Hertha Lieber endlich gab den Inhalt des Buches von Manfred Georg über Theodor Herzl wieder. Herr Dr. Raphael Straus versuchte in einem beachtenswerten und anregenden Schlußwort zusammenfassend wenn auch nicht einen gemeinsamen Gedanken, so doch einen einheitlichen Blickpunkt, unter dem man diese so verschiedenen Bücher vereinen könnte, zu entwickeln. Er faßte ihn als Einordnungsproblem der Juden als Volk und des Juden als Individuum. Er zeigte in einem kurzen Abriß die Möglichkeiten, wie man das Judentum betrachten könne und folgerte daraus den verschiedenen Standpunkt, zu dem man nach der jeweiligen Einstellung gelangen muß. a. h. * * * Herr Dr. Ludwig Mayer (Augsburg) hält Mittwoch, den (>. Juli, abends 8.30 Uhr, im Bibliolheksaal der Gemeinde, Herzog-Max-Straße 7, einen Vortrag über „Entwicklungstendenzen der Assimilation“. Im Rahmen einer allgemeinen Behandlung des Assimilalionsproblems wird vor allem die Frage der „roten Assimilation“, unserer Stellung zum Kommunismus zur Sprache kommen. Anschließend Aussprache.

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