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Das jüdische Echo · 1932-01-24 · 26 (24.1.1932) · p. Seite 209

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
19 (1932)
Issue
26 (24.1.1932)
Date
1932-01-24
Page
Seite 209 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 26 Das Jüdische Echo 209 Im 2. Teil gibt Percikowitsch eine deutsche Übersetzung der hebräischen 8. Makame und stellt sie zum Vergleich der Übersetzung des arabischen Originals gegenüber. Gerade dieser Teil wird für den Laien am interessantesten sein, weil er in anschaulicher Form einen Begriff von dieser geistreichen Dichtung, die in vieler Hinsicht typisch für die mittelalterlich hebräische und arabische Dichtnug ist, gibt. Für den Forscher ist zweifellos der dritte Teil der Arbeit am wertvollsten, und diesem hat Percikowitsch sicher auch die meiste Zeit und Mühe gewidmet. Er vereinigt hier nämlich all seine Vorschläge zu einer Herstellung des richtigen, in der Handschrift und in Chenerys Ausgabe sehr verderbten Textes der Machberot. Es wäre sehr zu wünschen, daß der Verfasser bald die Möglichkeit habe, diese Vorarbeit mit einer Neuausgabe der Machberot Itiel zu krönen, womit den Freunden der hebräischen Literatur und den Erforschern ihrer Geschichte ein wichtiges Werk wiedergeschenkt wäre. E. E. Gemeinden- und Vereins-Echo Münchener jüdische Wohlfahrtsarbeit im Jahre 1931 Am Mittwoch, 15. Juni, fand eine Sitzung der gemeindlichen Körperschaften gemeinsam mit dem sozialen Ausschuß zum Zwecke der Besprechung der in München von jüdischer Seite geleisteten Wohlfahrtsarbeit statt. Wie der Vorsitzende, Herr Oberstlandesgerichtsrat Dr. Neumeyer, zu Beginn der Sitzung mitteilte, war der als Berichterstatter für die Arbeit der Wohlfahrtsvereine vorgesehene Herr Rabbiner Dr. Leo Baerwald infolge eines Trauerfalls verhindert, sein Referat zu halten, so daß über diesen Teil der Wahlfahrtsarbeit erst im Herbst verhandelt wird. Den Tätigkeitsbericht des Wohlfahrtsamtes der Israelitischen Kultusgemeinde München, der als ein „Buch von Zahlen“ vorlag, erläuterte in mehr als einstündigen eingehenden Ausführungen Herr J.-R. Dr. Elias Straus. Einige Tatsachen aus diesem Bericht seien hier wiedergegeben: Für das Jahr 1931 hatte das Wohlfahrtsamt insgesamt Einnahmen von RM. 150 000.—. Aus Etatsmitteln rührten davon her (in runden Zahlen) RM. 83 000.—, aus Stiftungsmitteln RM. 6000.—, aus Spenden, Beiträgen und Wohlfahrtskasse RM. 17 000.—, aus Rückzahlungen RM. 6500.—, aus Darlehensrückzahlungen RM. 11 500.— und schließlich aus Zuwendungen der Stadt inkl. Nothilfe RM. 23 000.—. Dieser Betrag wurde in folgender Weise verwendet: Für Unterstützungen des Wohlfahrtsamts RM. 97 000.—, des Jugendamts RM. 20000.—, Darlehen RM. 12 000.—, Wanderfürsorge RM. 1200.—, Erholungsfürsorge RM. 2000.— und allgemeine Nothilfe RM. 12 000.—. Daß dieser Jahresrechnung gegenüber der Voranschalg für 1932 mit wesentlich geringeren Ziffern rechnen muß, ist bekannt, er sieht insgesamt RM. 92 000.— Einnahmen vor, davon nur RM. 3000.— aus Etatsmitteln der Kultusgemeinde, RM. 27 000.— aus Stiftungsmitteln, RM. 5000.— aus Wohltätigkeitskassen, RM. 27 000.— stammen aus der Sammlung Winterhilfe 1931/32, mit RM. 10000.— wird als Ergebnis einer Sammlung 1932/33 gerechnet, aus Beiträgen und Spenden werden RM. 6000.— und an Zuweisungen der Stadt RM. 8000.— erwartet. Der Umfang der geleisteten Arbeit läßt sich an diesen Zahlen kaum ermessen: es wurden im Jahre 1931 regelmäßig monatlich 100 Familien unterstützt, unregelmäßig durchschnittlich 115, insgesamt 639 Fälle gegen 503 im Jahre 1930 behandelt; es wurden insgesamt 6152 Sprechstundenbesuche entgegengenommen, 1033 Hausbesuche und 2819 Besuche durch die Gemeindeschwester gemacht; als Verteilungsstelle der allgemeinen Nothilfe wurde das Wohlfahrtsamt von mehreren tausend Hilfsbedürftigen aufgesucht und aus den durch die Stadt zugewiesenen Mitteln unterstützt. In 73 Fällen wurden Darlehen gegeben; das Wohlfahrtsamt hat die Erfahrung gemacht, daß die Beträge im wesentlichen wieder zurückfließen. ln der Wanderfürsorge, für die die Mittel nur zu einem T eil aus dem Wohlfahrtsetat der Gemeinde, im übrigen durch Beiträge des Vereins zur Unterstützung Durchwandernder, der Gemeinde Augsburg, des Verbandes Bayerischer Israelitischer Gemeinden und durch Spenden aufgebracht werden, sprachen 812 Personen — 743 Männer, 69 Frauen — vor (1930: 755 Personen, 1929: 596 Personen), von denen 772 unterstützt wurden; ferner wurde die Wanderfürsorge in 140 Fällen für Besorgung von Pässen, Visen und sonstigen polizeilichen und konsularischen Angelegenheiten in Anspruch genommen. Die Organisation der Wanderfürsorge konnte gegenüber früheren Jahren wesentlich verbessert werden; ihre Arbeit wurde jedoch im Berichtsjahre stark durch die vielen Devisenbestimmungen behindert. Die Stellenvermittlung, die das Wohlfahrtsamt als eine besonders wichtige Aufgabe betrachtet, wurde in 316 Fällen in Anspruch genommen und konnte 109 Stellen vermitteln. Der Referent dankte den vielen freiwilligen Mitarbeitern, die sich im Jahre 1931 dem Wohlfahrtsamt zur Verfügung gestellt hatten, und er dankte insbesondere den beamteten Kräften, ohne deren aufopfernde und hingebungsvolle Arbeit die Aufgaben des schwierigen abgelaufenen Jahres nicht hätten bewältigt werden können. Herzliche Worte des Gedenkens widmete er der unlängst dahingeschiedenen Frau Lisi Löffler, die durch den Einsatz ihrer ganzen Kraft gezeigt habe, zu welch großen Leistungen ein einzelner Mensch befähigt sei und ein Lücke gerissen habe, die nicht ausgefüllt werden könne. Herr Oberstlandesgerichtsrat Dr. Neumeyer sprach darauf namens der gemeindlichen Körperschaften dem Vortragenden den Dank aus für das umfassende Bild der Arbeit, das er entrollt und in dem er nur seine eigene Tätigkeit nicht gewürdigt habe. Über die allgemeine Nothilfe und die im Zusammenhang damit vom Wohlfahrtsamt geleistete Tätigkeit und ihre Probleme berichtete Frl. Grete Kitzinger, über die Arbeit des Jugendamts Frl. Dora Fränkel. Die Jugendfürsorge verausgabte 1931 für 231 Kinder in der offenen Fürsorge ca. RM. 6000.—, an Verpflegszuschüssen für 62 Kinder und Jugendliche, die in Heimen untergebracht waren, ca. RM. 14 000.—, in der Psychopathenfürsorge wurden 17 Kinder befürsorgt, in Familienpflegestellen 3 Kinder untergebracht, aus Mitteln der Israelitischen Waisenstiftung für 28 Waisen und verlassene Kinder Erziehungsbeiträge von RM. 8700.— gewährt. Der Israelitische Jugendhort wird täglich von ca. 40 Kindern besucht und erfaßt etwa 55—60 Kinder, im Winter wurde in Verbindung mit dem Schwesternbund der München-Loge eine Speisung für ca. 20 Kinder durchgeführt; der Mädchenklub wird von ca. 16 vorwiegend berufstätigen Mädchen besucht. In der Jugendfürsorge brachte das Jahr 1931 759 Sprechstundenbesuche, es wurden 283 Hausbesuche gemacht, 192 Kinder ärztlich untersucht. Für

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