Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 19 (1932)
- Issue
- 24/25 (17.6.1932)
- Date
- 1932-06-17
- Page
- Seite 200 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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200 Das Jüdische Echo Nr. 24/25 Jungzionistischer Arbeitskreis — K.J.V. — Zist, München Sonntag, den 19. Juni findet eine gemeinsame Fahrt nach Starnberg—Possenhofen statt. Rucksackproviant, Badeanzug und Bälle mitbringen. Sonntagskarte lösen nach Starnberg; Fahrtkosten RM. 1.50. Treffpunkt 7.45 Uhr unter der Uhr am Starnberger Bahnhof. Wochenprogramm des V.J.St. Jordania Montag, den 20. Juni 8 lA Uhr Verbindungskurs. Donnerstag, den 23. Juni, 7 Uhr; Sport a. d. Säbenerstraße. Samstag, den 25. Juni, 2'A Uhr, Flofgartentor. Das Symphonie-Konzert des jüdischen Kammerorchesters findet, wie bereits bekannt gegeben, am Montag, den 27. Juni abends 8.30 Uhr im Museumsaal, Promenadestr. 12 statt. Es gelangen bei diesem Konzert folgende Werke zur Aufführung: Haydn : Symphonie „Die Uhr“; Mozart: Konzert c-moll für Klavier und Orchester; Beethoven : Zweite Symphonie. Die Eintrittskarten sind der Zeit entsprechend wieder sehr niedrig gehalten. Sitzplätze zu RM. 2.20 und 1.10. Erhältlich in der Gemeindekanzlei, Herzog Maxstraße 7, sowie in der Ewer-Buchhandlung Ottostraße 2. Stehplätze für Jugendliche und Studenten zu RM. —.70 an der Abendkasse. Jüdischer Gesangverein E. V. Kommenden Sonntag, den 19. Juni findet als Abschluß der Wintertätigkeit ein Ausflug nach Ebersberg statt. Treffpunkt 8% Uhr am Ostbahnhof (Schalterhalle). Badewäsche mitbringen. Abfahrt 9.08 Uhr nach Kirchseeon. Wiederbeginn der Proben am Dienstag, den 6. September. Oneg Schabbat München Vorigen Samstag, den 11. Juni war die Messiba (Zusammenkunft), die vierte seit Entstehung des „Oneg Schabbat“, besonders gelungen. Nach einem kurzen Referat des Herrn Rabbiner Dr. Baerwald über Wesen und Bedeutung des Schewuoth-Festes las man ausgewählte Abschnitte über Schewuoth aus der jüdischen Literatur: aus der Bibel, aus den Werken Rosenzweigs, Max Brods und Berkowitz. Bei festlich gedeckten Tischen, Liedern und Horra-Tänzen hat sich die versammelte jüdische Jugend (etwa 50 Personen) vergnügt unterhalten und echte Schewuoth-Freude empfunden. Am Samstag, den 18. Juni, wird Herr Theodor Harburger über „Schutz und Pflege jüdischen Kulturgutes“ sprechen. Beginn 5 Uhr pünktlich, im Raume des Kindergartens, Herzog-Rudolf-St. 1 Rückgeb. Gäste sind wie immer herzlich willkommen. Der Gesamtausschuß der Ostjuden* München veranstaltet am Donnerstag, den 23. Juni abends 8.30 Uhr im Kunstgewerbesaal, Pfandhausstraße, eine allgemeine ostjüdische Wahlversammlung. Diese Versammlung ist außerordentlich entscheidend für die Weiterexistenz des Gesamtausschusses und es ist daher die Pflicht jedes Einzelnen, zu erscheinen. Ein neuer Synagogen-Knabenchor in München Vor wenigen Wochen hat der Vorstand der Synagoge an der Reichenbachstraße einen Knabenchor ins Leben gerufen. Man zweifelte damals daran, ob es gelingen werde, 25 musikalisch ungeschulte Knaben in der kurzen Zeit bis zum vergangenen Schewuos-Fest zu einem brauchbaren Chor heranzubilden. Wer aber bei den Fest-Abend- und Morgengottesdiensten der Kinderschar lauschte, hörte eine Sängergruppe, die weit mehr zur Verschönerung des Gottesdienstes beitrug, als mau es vorher geglaubt hatte. Die Knaben, in den tieferen Lagen von einigen guten Männerstimmen unterstützt, sangen so wacker und begeistert, so unbekümmert und doch aufmerksam, daß jeder Zweifel an einer außerordentlich günstigen Entwicklung dieses Chores schwinden mußte. Das große Verdienst, dieses Werk in knapp 4 Wochen vollbracht zu haben, gebührt dem tüchtigen Chordirigenten A. Klei n. Es gelang ihm durch zähe Arbeit, die kleinen unruhigen Geister zu bannen und mit ihnen auf dem schwierigen Wege zum kunstvollen a capella Chorgesang ein sehr beachtenswertes Stück zu durchschreiten. Klein ist Musiker bis in die Fingerspitzen. Sein absolut sicheres Gefühl für die feinste Tonschwebung, seine natürlich-musikalische Auffassung, seine Erfahrungen auf dem Gebiet des Chorgesangs und nicht zuletzt seine Energie, machen ihn zu einem Chordirigenten von. großer Qualität. Durch den Gastdirigenten lernte man zugleich auch hier noch ungehörte ostjüdische Chorkompositionen von starker Innerlichkeit kennen. An Kraftfülle steht allen anderen aber der Kantor J. Friedländer voran. Wenn es Friedländer gelingt, seinen überquellenden Tenor zu meistern und in die rechten Bahnen zu lenken, so wird man ihn zu den Ersten seines Faches zählen dürfen. Die Begegnung mit dem neuen Synagogenchor hat in uns schöne Hoffnungen geweckt. Wir wollen ihm daher für seine weitere ernste Arbeit unsere herzlichsten Glückwünsche mit auf den Weg geben. M. Goldberg. Aus dem Münchener Bar-Kochba Bar-Kochba, Sieger im Groß-Staffellauf Grünwald —München in der Klasse Cü Bar-Kochbas Jugendmannschaft ebenfalls die Beste in ihrer Klasse! Die Schüler erhielten in ihrer Klasse den 2.Preis! Leistungen überzeugen schnell! Bar-Kochbas Handballmannschafe konnte die Meisterschaft in der Klasse A erringen, ein sportlicher Erfolg, der weit über München hinaus viel besprochen wurde, denn man beachtet uns mehr wie andere. Die Zeit, da solche Erfolge in das Reich der Utopie gehörten, da man das Auftreten eines jüdischen Sportvereines mit einem geringschätzigen Lächeln entgegensah, dürften endgültig vorüber sein. Wir haben uns durchgesetzt, man respektiert uns. Der Beifall der nach Tausenden zählenden Zuschauermassen beim letzten Groß-Staffellauf bestätigte dies, als Orljansky, der Schlußmann der B.K.-Mannschaft, als Erster in seiner Klasse das Zielband zerriß und den großen Wanderpokal der Firma Loden-Frey zum zweiten Male in Empfang nahm. — Die jüdischen Mannschaften haben eine doppelte Aufgabe: der Umwelt zu zeigen, daß die jüdische Sportjugend ihren Mann überall stellt; den jüdischen Massen aber will sie zeigen, daß sie nichts zu tun hat mit