Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 19 (1932)
- Issue
- 24/25 (17.6.1932)
- Date
- 1932-06-17
- Page
- Seite 201 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 24/25 Das Jüdische Echo 201 der krankhaften Selbstverleugnung, daß sie, wo sie auch auftritt, geachtet wird. Leider steht die Makkabi-Bewegung noch zu vielen Juden fern, sie für ihren großen Gedanken zu begeistern, ist auch der Sinn und der Zweck des öffentlichen Auftretens. Wie in den früheren Jahren war die Organisation hervorragend. Das Hauptquartier wurde im Jugendheim aufgeschlagen, in rascher Reihenfolge waren die 3 Herren, die Jugend und Schülermannschaften aufgestellt. Alle Läufer waren lange bevor der Startschuß fiel, auf ihren Plätzen und eine kleine Sorge bemächtigte sich ihrer, als man wußte, daß es „losging“. Doch S p i e 1 m a n n war in Form. Auf der 1000 m-Strecke ist er nicht zu schlagen. Wie im Vorjahr übergab er'nach feinem Endspurt als Erster an W i 11 n e r , der in rasendem Tempo die 500 m lief und noch einen größeren Vorsprung herausholte, den K a u f f, ebenfalls ein Meister über 500 m, noch höher schraubte. Die Sprinter: Reiß, Gersinsky, G e 1 b a r d Jos., Kaiser, G o 1 d f a r b 1, Spielmann ließen sich keinen Meter wegnehmen, so daß O r 1 j a n s k y , mit beinahe 100 in Vorsprung durchs Ziel lief. Die 3400 m Strecke wurde in der blendenden Zeit von 8 Min. 20 Sek. zurückgelegt. Auch die 2. Mannschaft mit Breit, Sonder, Finkei, Dr. Eisen, Berliner, Kutten, Gelbart Leo, Renka, Goldmann, Kalter hielt sich tapfer, belegte den 4. Platz; die 3. Mannschaft in der Aufstellung Schmikler, Unger, Koschland, Gröbel, Landmann, Goldfarb 2, Schneuer, Rosenbaum kam an 5. Stelle an. Die Jugend lief die 2000 m lange Strecke in der guten Zeit von 4 Min. 39 Sek. und es gelang ihr, sich ebenfalls einen Sieges-Lorbeerkranz zu holen, während die Schüler sich mit dem 2. Platz begnügen mußten. Nach der Preisverteilung formierte sich der Propaganda-Lauf über den Königsplatz, durch die Briennerstraße zum Karolinenplatz und zurück. Prächtig war der 9 0 Mann starke Bar-Kochba- Aufmarsch, der schön geformt und wohl diszipliniert jedermann die nötige Achtung abrang. Gerade hier hat es sich gezeigt, was offenes Eintreten für das Judentum bedeutet. Am Abend versammelten sich die Mannschaften zu einer kleinen Siegesfeier im Restaurant Schwarz, in deren Verlauf der Sieg aus dem wieder errungenen Pokal „bis zur Neige“ gefeiert wurde. Möge aber die Flamme der Begeisterung, die immer eine Folge derartiger Erfolge ist, keine augenblickliche sein, sondern zu einem gewaltigen Feuer werden, das uns mit neuem Mut erfüllt. Leo Fleischer. Tischtennissieg der Jugendmannschaft Am Dienstag, den 7. Juni fand in der Halle der Turnerschaft, Nordendstraße, ein Tischtenniswettkampf zwischen der Bar-Kochba-Jugendmannschaft und der ersten Kampfmannschaft der Turnerschaft statt, den die Bar-Kochbaner dank ihrer größeren Spielerfahrung mit 10 : 2 Punkten für sich entscheiden konnten. Es war dies ein schöner Erfolg der jungen Bar-Kochbaner, umsomehr, da es ihr erster Wettkampf mit einem fremden Gegner war. Die große Zahl der Zuschauer bewies, daß dieser Sport schon in weite Kreise gedrungen ist. Jung-Zionistischer Kreis Nürnberg Unter Leitung von Herrn Dr. Georg Landauer- Berlin fand hier in der Zeit vom 30. Mai bis einschließlich 2. Juni eine Jugend-Unterrichtswoche statt, für deren Zustandekommen sich neben uns noch eine Reihe von nichtzionistischen Jugend- /erbänden eingesetzt hatten. Am ersten Vortragsabend wurde in einem einleitenden Referat „die geistige Situation der Juden in der gegenwärtigen Krise“ behandelt, zwei weitere Abende waren dem Palästinaproblem in wirtschaftlicher.und politischer Hinsicht gewidmet, die letzte Veranstaltung endlich brachte eine Auseinandersetzung über den Fragenkreis „Zionismus-Kommunismus“. Wir glauben sagen zu können, daß die Schulungswoche in jeder Hinsicht als ein ungewöhnlich großer Erfolg angesehen werden kann. Schon rein äußerlich konnten wir feststellen, daß die Zahl der Teilnehmer an den einzelnen Veranstaltungen von Abend zu Abend wuchs, zuletzt bis auf etwa 200. Die Beteiligung der so zahlreich erschienenen Mitglieder aller jüdischen Jugendgruppen war eine sehr intensive, die Diskussion stand auf einem recht guten Niveau, ein deutlicher Beweis dafür, in wie hohem Maße es Herrn Dr. Landauer gelungen ist, auf diesem neuen Weg der Unterrichtswoche lebhaftes Interesse und vielleicht noch mehr als das, häufig begeisterte Zustimmung bei den Teilnehmern der Veranstaltung zu erwecken. Mit Rücksicht auf diese von uns gemachten Erfahrungen können wir die planmäßige Durchführung solcher Schulungswochen, die in ihrem bleibenden Wert ungleich höher anzuschlagen sein dürften, als die üblichen Vortragsveranstaltungen, nur aufs dringendste empfehlen. Auch an dieser Stelle danken wir Herrn Dr. Landauer herzlichst für seine vorbildliche Unterstützung bei unserer Arbeit. Ferienkurs Beth-Jakob im Sommer 1932 (5692) Das Wiener Zentralinstitut von Beth-Jakob veranstaltet diesmal seine Sommerkurse im Semmeringgebiet. Die Leitung hat für zwei Monate wundervolle, luftige Räume in waldiger, freier Umgebung gemietet. Die Ferienkurse dauern vom 10. Juli bis 10. September. Ihr Zweck ist, den Teilnehmerinnen neben der körperlichen Kräftigung und Erholung in der klimatischen Landschaft einige Wochen jüdischen Gemeinschaftslebens und Gelegenheit zur Erweiterung des jüdischen Wissens zu bieten. Es wird Unterricht in allen jüdischen Disziplinen in drei Kursen erteilt. Der Preis für Wohnung, volle Verpflegung (fünf Mahlzeiten), Teilnahme an den Kursen usw. beträgt S. 7.50 pro Tag. Sämtliche verfügbaren Freiplätze sind bereits vergeben. Anmeldungen sind bis spätestens 25. Juli an die Beth-Jakob-Zentrale, Wien II, Leopoldsgasse 26, zu richten, woselbst auch alle Auskünfte erteilt werden. 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