Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 19 (1932)
- Issue
- 24/25 (17.6.1932)
- Date
- 1932-06-17
- Page
- Seite 199 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 24/25 Das Jüdische Echo 189 Unparteiischer jüdischer Verband für Patästina-Aufbau in Paris gegründet Paris, 3. Juni. (JTA.) Eine Gruppe im jüdischen. Leben tätiger Persönlichkeiten in Paris mit Dr. M. Krainin und J. Jeffroykin an der Spitze begründete in diesen Tagen einen unparteiischen nichlzionistischen Verband für die Aufbauarbeit in Palästina. Der Gründungsversammlung wohnten mehr als 100 jüdische Persönlichkeiten hei. Es wurde ein Statut angenommen, das u. a. folgende Punkte enthält: 1. Der Verband für Palästina-Aufbau hat das Ziel, durch praktische Arbeit an der Vergröberung und Aufwärtsentwicklung des jüdischen Nationalheims in Palästina mitzuwirken. 2. Mitglieder des Verbandes können alle Juden werden, die aus religiösen, kulturellen oder sozialwirtschaftlichen Motiven die besondere Wichtigkeit Palästinas für das jüdische Volk anerkennen. 3. Außer zur Trage des praktischen Palästina- Aufbaus nimmt der Verband zu keiner anderen jüdischen Frage, wie Kultur- und Sprachenkampf, Rechlskampf usw. Stellung; jedes Mitglied hat vollkommene Freiheit der Betätigung auf allen diesen Gebieten. 4. Der Verband unterstützt uneingeschränkt das Werk der Jewish Agency und ihr finanzielles Instrument, den Keren Hajessod. 5. Der Verband wird dahin wirken, daß der nichtzionistische Teil der Jewish Agency allmählich auf demokratischer Grundlage reorganisiert wird. Zu dem Zwecke sollen die nichtzionistisch gesinnten Massen des Judentums, die die Wichtikeit des Jüdischen Nationalheims anerkennen, auf breiter Grundlage organisiert und dem Aufbau Palästinas dienstbar gemacht werden. Der Verband wird in den verschiedenen Ländern die Initiative zur Bildung solcher Organisationen ergreifen. Jüdischer Friedhof als Sporttribüne Umfassungsmauer und 50 Grabsteine auf dem jüdischen Friedhof in Saloniki zerstört Saloniki, 7. Juni. (JTA.) Der jüdische Friedhof in Saloniki, der unterhalb des Stadions der griechischen Sportvereinigung „Hercule“ gelegen ist, wurde am letzten Sonntag nachmittag anläßlich einer Sportveranstaltung der „Hercule“ von Tausenden griechischen Zuschauern besetzt. Der Aufforderung der Friedhofw^ächter, den Friedhof zu verlassen, wurde nicht Folge geleistet. Ein Teil der Umfassungsmauer des Friedhofs und etwa 50 Grabsteine wurden von den Eindringlingen teils mutwillig, teils durch das Hin und Her der sportbegeisterten Massen umgeworfen und zerstört. Der Präsident der Jüdischen Gemeinde hat bei den Behörden Protest gegen die Entweihung des Friedhofs eingelegt und für die Zukunft eine ständige Bewachung des Friedhofs gefordert. Eine diesbezügliche Zusage wmrde gegeben. Eine zionistische Beratung in Jerusalem unter dem Vorsitz Motzkins — Die nächste AC-Sitzung soll in Palästina stattfinden Jerusalem, 1. Juni. (JTA.) Unter dem Vorsitz des Präsidenten des zionstischen Aktions- Komitees, Leo Motzkin, der in diesen Tagen in Jerusalem eingetroffen ist, versammelten sich die Mitglieder der Zionistischen Exekutive sowde 22 in Palästina lebende Mitglieder des zionistischen Aktions-Komitees und des Administrative Committee der Jewish Agency, um über die zionistische Situation zu beraten. Es wurde ein Beschluß gefaßt, daß die für diesen Sommer in Aussicht genommenen Sessionen des zionistischen Aktions-Komitees und des Administrative Committee der Jewish Agency in Palästina stattfinden sollen. Einweihung der ersten Legionärskolonie in Palästina J e r usal ein , 11. Juni. (JTA.) Anläßlich der Gründung der ersten Kolonie ehemaliger jüdischer Legionäre, die während des Krieges unter englischer Fahne in Palästina gekämpft haben, fand ein Weiheakt statt, in dessen Mittelpunkt die Pflanzung des ersten Baumes auf Boden der Kolonie stand. Der Keren Kajemeth hat 1650 Dunam seines Wadi Havarith-Bodens zur Ansiedlung von 100 Mitgliedern der landwirtschaftlichen Sektion des Verbandes der früheren jüdischen Legionäre hergegeben. Die Siedlung ist im Norden von den Orangenhainen der Kolonie Nathania, im Osten von dem umstrittenen Territorium des Wadi Havarith, im Süden von Nationalfondsboden und im Westen vom Mittelmeer begrenzt. Die Verteilung der Palästina-Zertifikate Jerusalem, 6. Juni. (JTA.) Die Exekutive der Jewish Agency hat die ihr von der Regierung für das laufende Halbjahr auf Grund der Arbeiter- Schedule zur Verfügung gestellten 2100 Zertifikate für Palästina-Einwanderer auf die einzelnen Länder wie folgt verteilt: Für Polen wurden 980', für Rumänien 131, für Litauen 70, für Rußland 60, für die Jeminiten-Fliichlinge in Aden 70, für Deutschland 48, für Lettland 40, für Österreich 21, für Amerika 26, für die Tschechoslowakei 35, für Griechenland 15, für die Türkei 24, und für andere Länder je 10 oder weniger Zertifikate reserviert; der Rest wird auf bereits eingewanderte Touristen, die sich zum dauernden Aufenthalt in Palästina entschlossen haben, verrechnet. Stadlratwahlen in Tel Awiw Jerusalem, 11. Juni. (JTA.) Die in Tel-Awhv stattgefundenen Stadtratwahlen ergaben das folgende Resultat: Von den 15 Stadtratsitzen errangen die Arbeiterpartei 5', die vom Bürgermeister Dizengoff geführte Bürgerliste 3, die Liste der polnischen Juden 2 Sitze, die Listen der Hausbesitzer, der Sephardim, des Misrachi, der Revisionisten und der Kleinhändler errangen je 1 Silz. Etwa 1 Dutzend Listen standen zur Wahl. Der Hauptkampf spielte sich zwischen der Arbeiterpartei und der Dizengoffpartei ab. In den letzten Tagen vor der Wahl wurden etwm 100 Wahlversammlungen ahgehalten. Gemeinden- und Vereins-Echo An unsere Leser! Verlag und Redaktion bedauern außerordentlich, daß es infolge eines lange nicht behebbaren Maschinendefektes nicht möglich gewesen ist, die bereits redaktionell vollständig fertiggestellte Schewuoth-Nummer des „Jüdischen Echos“ rechtzeitig herauszubringen; sie hätte erst nach den Feiertagen, im Laufe dieser Woche ei scheinen können, sodaß Verlag und Redaktion von ihrer Versendung absehen zu sollen glaubten. Sie bitten die Leser, das Versäumnis gütigst zu entschuldigen. Die heutige Nummer erscheint in verstärktem Umfange.