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Das jüdische Echo · 1932-06-17 · 24/25 (17.6.1932) · p. Seite 195

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
19 (1932)
Issue
24/25 (17.6.1932)
Date
1932-06-17
Page
Seite 195 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 24/25 Das Jüdische Echo 195 Direktors über die Zulänglichkeit des Beweismaterials in jedem Einzelfalle vor Anerkennung des Anspruchs“. Dieses Amt wurde dem in Palästina amtierenden Richter Webb übertragen. Bezüglich der Kosten der Ausführung des Planes selbst kündigte die Regierung in der Palästinadebatte des Unterhauses vom 17. November 1930 an, daß sie eine Anleihe von Pfund 2,500.000 zwecks Durchführung eines Landentwicklungsplanes zugunsten der verdrängten Araber und der Juden garantieren wolle. Infolge der in der Folgezeit eingetretenen schwierigen finanziellen Lage wird jedoch allgemein damit gerechnet, daß der fragliche Betrag weit niedriger ausfallen wird als ursprünglich beabsichtigt war, obzwar bisher noch keine Andeutung auch nur über die annähernde Höhe des Betrages gefallen ist. Nach der Instruktion soll hinsichtlich des Berichtes des Landentwicklungsdirektors folgendes Verfahren eingeschlagen werden: Der High Commissioner „soll, bevor er der Regierung Vorschläge unterbreitet, die Jewisli Agency und die arabische Exekutive um Äußerung zu den praktischen Vorschlägen des Planes ersuchen“; dann soll der Bericht samt den Bemerkungen dieser beiden Körperschaften und den Empfehlungen des High Gommissioners der Regierung in London übergeben werden, „die die Entscheidung darüber treffen wird, ob der Bericht und die in ihm enthaltenen Empfehlungen, bezw. welche von ihnen und in welcher Weise, zur Durchführung gebracht werden sollen.“ In der Instruktion wird von dem Direktor verlangt, seinen Bericht oder einen vorläufigen Bericht nicht später als zum 31. Dezember 1931 vorzulegen. Mr. French stellte zunächst einen allgemeinen Bericht fertig. Uber diesen Bericht, der zu Beginn dieses Jahres zu verschiedenen alarmierenden Gerüchten Anlaß gab, ist bisher nichts Offizielles bekannt geworden: aber man erfuhr allgemein, daß er keinerlei direkte Vorschläge enthielt. Diese sollen sich vielmehr in dem zweiten Teil des Berichtes befinden, der nunmehr fertiggestellt ist und dessen Übergabe an die Jewish Agency jetzt mit solcher Ungeduld erwartet wird. Zweifellos war der allgemeine Charakter des ersten Teiles des Berichtes, von dem man annahm, daß er völlig über die klar bezeichneten Grenzen für die Untersuchung Mr. Frenchs hinausgehe, die Veranlassung für die vor einigen Wochen vom Colonel Buchan in seiner Unterhausrede so energisch gestellte Forderung, daß sich der Bericht „streng auf seinen eigentlichen Zweck und genau auf die von ihm zu behandelnden Punkte beschränken solle, und nicht, wie die anderen Berichte, jene apodiktischen Behauptungen über strittige Fragen enthalten dürfe, die so viel Unruhe geschaffen haben“. Die Exekutive der Jewish Agency, sowohl in Jerusalem wie in London, hat ständig in engem Konnex mit dem High Commissioner bezw. dem Kolonialamt gestanden, um die Interessen des Jüdischen Nationalheims zu wahren und hat zweifellos, soweit dies in ihrer Macht stand, darauf hingewirkt^ daß der Bericht Mr. Frenchs sich in den Grenzen seines speziellen Aufgabengebietes halte. Die Jewish Agency wird sicherlich die ihr gebotene Gelegenheit zur Kritik an den Empfehlungen Mr. Frenchs voll ausnützen und, soweit dies im Interesse des Jüdischen Nationalheims notwendig sein wird, ihre Abänderung fordern; das Zionistische Aktionskommitee und das Administrative Komitee der Jewish Agency werden dazu Stellung zu nehmen haben. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird es mindestens einige Wochen dauern, bevor die Regierung in der Lage sein wird, bezüglich der Durchführung der Einzelheiten des Landentwicklungsplanes Entschlüsse zu fassen. Bis dahin kann jedoch nicht genug betont werden, daß die Regierung durch den Brief des Premierministers vom Februar 1931 endgültig auf die Initierung einer aktiven Landentwicklungspolitik festgelegt worden ist, von der man hofft, daß (wie es im Briefe heißt) aus ihr sowohl Juden wie Arabern greifbarer und dauernder Nutzen erwachsen wird. Das jüdische Volk mag Grund dazu haben, der Veröffentlichung des Freneh-Berichtes mit Besorgnis entgegen zu sehen, es hat jedoch in seinem Kampf um den Wiederaufbau seines nationalen Heims schon weit schlimmere Prüfungen erlebt und überstanden. Er wird sich durch nichts davon abschrecken und entmutigen lassen, seine Anstrengungen fortzusetzen. Der French-Bericht der Jewish Agency übergeben Jerusalem, 13. Juni (J.T.A.) Der High Commissioner für Palästina General Sir Arthur Wauehope hat heute der Jewish Agency und der arabischen Exekutive je ein Exemplar des Berichts des Landenlwicklungsdirektors Lewis French über die landwirtschaftlichen Verhältnisse in Palästina übergeben und sie aufgefordert, sich zu demselben von ihrem Standpunkt aus zu äußern. Völkerbund — Jüdischer Weltkongreß Unser Genfer Völkerbund hat sich ein neues Tätigkeitsgebiet zurechtgelegt. Nachdem im Machtbereich der 64 Staaten, die den Völkerbund bilden, alles in schönster Ordnung ist und unter den 1700 Millionen Menschen, die im Völkerbund zusammengeschlossen sind, wahrhaft idyllische Zustände herrschen, verlegte nun der Völkerbund sein Aufgabengebiet in die unerforschte Wildnis Westafrikas. Und das Ergebnis ist ein schaudereregender Bericht, den der Ausschuß zum Studium dieser Frage dem Völkerbundsrat vor einigen Tagen vorlegte. Wir erfahren da, daß an der westafrikanischen Küste noch immer Kannibalismus herrsche. Der Ausschuß empfiehlt strenge Strafen für Menschenfresserei, die besonders in Maryland und in der vom Stamme der Sinoe besiedelten Gegend noch verbreitet ist. Zwar ereignen sich wenige Schnellzugslunden von Genf gewisse Dinge die keineswegs hinter den Greueltaten der menschenfressenden Mitglieder vom Stamme der Sinoe zurückstehen. Die Blutliste eines einzigen Sonntags der ehrsamen, menschenfreundlichen Völkerbundsmitglieder Mitteleuropas übersteigt oft das Jahrespensum der westafrikanischen Kannibalen. Roher und gemeiner wie mancher spekulativer Geschäftemacher auf dem Jahrmarkt der Politik in unserer kulturgesegneten Zone Judenhaß predigt und bestätigt, können selbst die wilden Horden afrikanischer Kannibalenstämme nicht ihren brutalen Tierinstinkt befriedigen. Oder ist es nicht ein furchtbarer Jammer um unsere hochgepriesene Kultur, wenn ein Arzt, also kein Außenseiter unseres gesitteten Zusammenlebens, sondern die feinste Zucht unserer hochentwickelten Wissenschaft, einen Judenjungen, der sich tödlich verletzt hat, seelenruhig verrecken läßt? Oder wenn man andererseits jüdische Arzte mitternachts aus dem Schlafe weckt, und indem man sie bittet, zu einem Schwerkranken zu kommen, sie in eine menschenleere Straße loekl, um sie dort, zum Dank für ihre Hilfebereitschaft, niederzuknütteln? Ist es nicht geistiger Kannibalismus, -

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