Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 19 (1932)
- Issue
- 21 (20.5.1932)
- Date
- 1932-05-20
- Page
- Seite 173 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 21 Das Jüdische Echo 173 nig entwickelt und staatlich nicht anerkannt ist. Die Delegierten sollten in allen Städten Lettlands auf demokratischer Grundlage gewählt werden. Aus der Konferenz sollte der Nationalrat der lettländischen Juden hervorgehen. Das vom Innenminister ausgesprochene Verbot der bereits einmal genehmigten Konferenz hat in der lettländischen Judenheit eine Protestbewegung hervorgerufen. Minister Kaulin äußerte sich über das Verbot der Konferenz dahin, er könne laut der Verfassung nur eine Konferenz jüdischer politischer Parteien dulden, nicht aber eine Konferenz lettländischer jüdischer Gemeinden, die in Lettland offiziell nicht anerkannt sind. Dabei handelte es sich in diesem Falle gar nicht um eine Gemeindekonferenz, sondern um eine Konferenz des lettländischen Judentums. Antisemitische Exzesse in Rawa-Mazowiecka Lodz, 11. Mai. (JTA.) In Rawa-Mazowiecka, unweit von Lodz, hat die im Sportverband „Sokal“ organisierte nationaldemokratische Jugend am vergangenen Sonntag abend antijüdische Unruhen großen Stils veranstaltet. Mit Stöcken und anderen Schlagwerkzeugen bewaffnete Gruppen stürmten einen Saal, in welchem eine jüdische Pianistin zu wohltätigem Zweck musizierte, riefen „Schlagt die Juden“ und fielen über die Konzertbesucher her. Dem Starosta, der dem Konzert beiwohnte, gelang es nicht, die Huligans zu beruhigen. Als das Publikum fluchtartig den Saal verließ, wurde es draußen von anderen Huligangruppen empfangen. Die Huligans schlugen unbarmherzig auf die Besucher ein und hörten auch, als die vom Starosta alarmierte Polizei auf dem Tatort erschien, damit nicht auf. Am Montag wiederholten sich die Exzesse. Kleinere und größere „Sokal“-Gruppen verteilten sich über der Stadt. Jeder Jude, der ihnen in den Weg kam, wurde niedergeschlagen; Greise, Frauen und Kinder wurden nicht geschont. Mehrere jüdische Bürger erhielten ernste Verletzungen durch Messerstiche und Schläge. Mörderisch bis zur Bewußtlosigkeit geschlagen wurde der von seinem Enkelkind geführte 65jährige erblindete Meier Bialkowicz. Die Huligans ließen den aus mehreren Wunden blutenden blinden Greis hilflos auf der Straße liegen. Zwölf Sokalisten wurden verhaftet, aber nach Intervention des „Sokal“- Kommandanten sofort wieder freigelassen. Brand in Neß-Ziona Jerusalem, 9. Mai. (JTA.) In der jüdischen Kolonie Neß-Ziona brannte das Packhaus des Orangenzüchters Jeremiah Boxer vollständig ab, der Schaden ist beträchtlich. Es soll Brandstiftung vorliegen, die Spuren der Täter führen in das benachbarte arabische Dorf Kubeiba. Zwischen der Einwohnerschaft von Kubeiba und der von Neß- Ziona bestehen die herzlichsten Beziehungen. Dr. Weizmann aus Südafrika abg^reist 300 000 Dollar für den Keren Hajessod aufgebracht Die Aktion geht weiter Johannisburg, 13. Mai. (JTA.) Dr. Chaim Weizmann und Frau Wera Weizmann haben Südafrika verlassen, um sich nach Europa zurückzubegeben. Während des Aufenthaltes Dr. Weizmanns in Südafrika wurden für den Keren Hajessod 300 000 Dollar aufgebracht. Die Aktion wird unter der Leitung von Dr. Alexander Goldstein, der in Südafrika verblieben ist, weitergeführt. Die Keren Hajessod-Einnahmen im ersten Halbjahr 5692 Der Keren Hajessod vereinnahmte in den ersten 6 Monaten des laufenden Geschäftsjahres nach Abzug der Unkosten in den einzelnen Ländern £ 114 833. Hiervon kamen £ 36 636 aus den Vereinigten Staaten von Amerika. Die Nettoeinnahmen im ersten Halbjahr 5692 waren um £ 5 895 größer als in der ersten Hälfte des Jahres 5691. Allerdings ging im Vorjahre ein außerordentlicher Beitrag von Baron Edmond Rothschild von £ 20 000 ein. Im laufenden Jahr sind solche besonderen Eingänge nicht zu verzeichnen. Auf Grund dieses Ergebnisses der ersten Jahreshälfte darf auch für den Rest des Jahres auf entsprechend große Eingänge gerechnet werden. Voraussetzung hierfür ist, daß alle Länder, insbesondere die Vereinigten Staaten von Amerika, wo die Kampagne für den Keren Hajessod erst im Januar begonnen hat, besondere Anstrengungen machen, um die Arbeit auch in den Sommermonaten energisch durchzuführen. Trotz der ökonomischen Krisis, die fast alle Länder ergriffen hat und die jüdische Bevölkerung besonders hart trifft, ist es somit dem Keren Hajessod gelungen, seine Einnahmen im ersten Halbjahr auf dem Niveau des Jahres 5691 (1930/31) zu halten. Gemeinden- und Vereins-Echo Jungzionistischer Arbeitskreis Kurt Blumenfeld in München Am Montag, den 23. und Dienstag, den 24. Mai, finden jeweils um 349 Uhr im Bibliotheksaal der Gemeinde zwei Abende eines zionistischen Schulungskursus statt, der zu einem späteren Zeitpunkt fortgesetzt werden soll. An diesen beiden Abenden wird Herr Kurt Blumenfeld in eingehenderer Weise, als es in einer öffentlichen Versammlung möglich ist, ■eine Reihe von wichtigen Punkten der zionistischen Ideologie und Praxis behandeln, und zwar „Die Situation der Juden in der gegenwärtigen Krise“ und „F ragen der i n n e r j ii d i s c h e n Entwicklung und des Palästinaaufbau s“. Diese Veranstaltung ist vor allem für die jugendlichen Zionisten bestimmt, jedoch sind auch alle sonst daran Interessierten willkommen. Die Teilnahme ist kostenlos. Haupttreffer — eine Palästina-Reise! Die Hauptveranstaltung des KKL. München im Jubiläumsjahr des Nationalfonds ist eine Wertlotterie, deren Ziehung am 10. Juli stattfindet. 1200' Lose ä RM. 4.— werden ausgegeben. Jedes 5. Los gewinnt. Als Gewinne kommen eine Palästinareise, Schiffsfahrten nach London und zurück, eine Seereise nach Boulogne auf Luxusdampfern 1. Klasse (mit Verpflegung), eine Familienversicherung auf RM. 250.—■, Pelzmäntel, Skianzug, Einrichtungskoffer sowie eine Reihe anderer ausgesucht guter Preise zur Auslosung. Der Überschuß wird zur Unterstützung von Chaluzini während ihrer Ausbildungszeit in Deutschland verwendet. Sichern Sie sich sofort ein Los im Sekretariat des Jüdischen Nationalfonds, Herzog-Rudolf-Str. 1, Ewer-Buchhandlung, Ottostraße 2’, Buchdruckerei R. Minikes, Klenzestraße 01, Pelzhaus S. Orljansky, Neuhauserstraße 20. Wir wünschen Ihneni den Haupttreffer!