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Das jüdische Echo · 1932-05-13 · 20 (13.5.1932) · p. Seite 164

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
19 (1932)
Issue
20 (13.5.1932)
Date
1932-05-13
Page
Seite 164 (sequence 4)
Language
German
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Das Jüdische Echo Nr. 20 16 t im zionistischen Lager scharf bekämpft; dennoch haben auch Andersdenkende nicht bestritten, daß er durch seine klaren und grundsätzlichen Unterfuchungen das theoretische Denken des Zionismus stark befruchtet hat. Klatzkin ist, insbesondere von der nichtjüdischen Welt, häufig mißverstanden worden, da man ihn als engstirnigen Nationalisten bezeichnete, während in Wahrheit nach seiner Theorie seine Forderung eines vollen nationalen Daseins für die Juden die Voraussetzung für eine Überwindung des Nationalismus durch die internationale Gemeinschaft der Völker verwirklichen soll. Das Zentrum wird der Politik des Hasses entgegentreten Eine Erklärung des Zentrumsvorsitzenden Prälat Kaas an das „Isr. Familienblatt“ „Die mir seitens des „Israelitischen Familienblattes“ vorgelegten Fragen bezüglich der Stellung der Deutschen Zentrumsparted zum Judentum beehre ich mich wie folgt zu beantworten: Seit seinem Bestehen, also seit über 60 Jahren, hat das Zentrum stets die Gleichberechtigung der Staatsangehörigen jüdischen Glaubens anerkannt und ist für deren Gleichstellung mit den übrigen Staatsangehörigen eingetreten. An dieser Auffassung hat sich nichts geändert und wird sich nichts ändern. Wenn man in Deutschland innerhalb gewisser politischer Lager den hemmungslosen Haß gegen das Judentum predigt, Gewalttaten und Schmähungen duldet und mit weiteren Gewalttaten für die Zukunft droht, so widersprächt eine solche Einstellung und Haltung aufs schärfste unserer Weltanschauung. Das Gebot der Nächstenliebe erfaßt alle in gleicher Weise und kennt keine Ausnahmen. Das Gefühl des Hasses gegen Angehörige einer anderen Rasse oder einer anderen Religion hat im Christentum keinen Platz. Auf Grund dieser aus unserer christlichen Weltanschauung erwachsenen Gesinnung treten wilden Beschimpfungen der deutschen Juden, der Verleumdung ihrer Religion und den Angriffen auf ihre staatsbürgerliche Gleichberechtigung entgegen. Wir erkennen an, daß Angehörige des deutschen Judentums, insbesondere gläubige Juden, in Wissenschaft und Wirtschaft wie auch, sonst im öffentlichen Leben Hervorragendes geleistet haben. Unsere Stellung gegenüber der Gottlosenpropaganda und der Austrittsbewegung aus den religiösen Gemeinschaften ist allgemein bekannt; an ihr hat sich nichts geändert. Wir erwarten auch aus den Kreisen des gottesgläubigen Judentums überzeugte Teilnahme an dem Kampf gegen die auflösenden und zersetzenden Kräfte, welche die geistige Gesundheit und Lebensfähigkeit unseres Volkes und damit des deutschen Staates bedrohen. Die Schürung des Hasses gegen einen Teil der Bevölkerung wegen der Angehörigkeit zu einer anderen Religion oder einer anderen Rasse birgt schwere Gefahren in sich für die öffentliche Ruhe und Ordnung, und auch aus diesem Grunde wird die Zentrumspartei den genannten Bedrohungen, die sich neuerdings stärker hervorwagen, mit Festigkeit entgegentreten.“' Jahresversammlung des deutschen Komitees Pro Palästina Berlin. Die 6. Jahresversammlung des Deutschen Komitees Pro Palästina fand am 30. April im ehemaligen Herrenhaus statt. In Vertretung von Graf Bemstorff führte Herr von Kardorff den Vorsitz. Vom Auswärtigen Amt waren die Herren Ministerialdirektor IJr. Dieckhoff, Geheimrat Prüfer und Legationsrat Sobernheim erschienen; auch, das deutsche Mitglied der Mandatskommission des Völkerbundes, Ministerialdirektor Dr. Ruppel, war anwesend. Begrüßungsschreiben von Graf Bemstorff, vom Preußischen Staatsministerium, von dem Herrn Staatssekretär des Auswärtigen Amtes und vom Staatssekretär Dr. Pünder wurden vom Vorsitzenden verlesen. Nach Erstattung des Tätigkeitsberichtes und nach Entgegennahme eines Referates über „Die Politische und wirtschaftliche Entwicklung in Palästina“ wurde dem Präsidium Decliarge erteilt und es wurde in seiner bisherigen Zusammensetzung (Vorsitzender Graf Bemstorff) wiedergewählt. Hinzugewählt wurde der bekannte Großindustrielle Herr Leo Simon; neu in den Ehrenausschuß des Komitees wurden die Herren Oberbürgermeister Dr. Sahm und der frühere Botschafter Exz. Dr. Solf gewählt. Im Anschluß an die Jahresversammlung fand unter Vorsitz des früheren Reichsministers Dr. Dernburg ein Vortragsabend statt, bei dem Prof. Dr. Paul Rohrbach, München, über „Gegenwart und Zukunft des Zionismus“ sprach. Es folgten Referate des Herrn Dr. Traub über „Der Palästinagedanke im osteuropäischen Judentum“ und des Herrn Blumenfeld über „Die Bedeutung Palästinas für die Juden in Westeuropa und Amerika“. „Helfet dem jüdischen Kinde“ Vom 5. bis 11. Mai Werbeaktion der Jüdischen Gemeinde Berlin für das jüdische Kind Berlin, 3. Mai. (JTA.) In der Zeit vom 5. bis 11. Mai d. J. veranstaltet die Jüdische Gemeinde Berlin durch ihr Wohlfahrtsamt eine möglichst alle Gemeindemitglieder erfassende Werbeaktion für das jüdische Kind, die der Beschaffung der Mittel zu einer ausgiebigen Sommererholung für möglichst viele kranke, unterernährte und sonst erholungsbedürftige Kinder dienen soll. Zur Schaffung von Aufklärung über Notwendigkeit, Ziel und Umfang dieser Aktion lud das Wohlfahrtsamt zu einer Pressekonferenz ein, zu der sich Vertreter der jüdischen Presse Deutschlands und des Auslandes in größerer Zahl eingefunden haben. Seitens der Gemeinde waren erschienen das Mitglied des Vorstandes und Leiter des Wohlfahrts- und Jugendpflegeamtes der Jüdischen Gemeinde, Herr Direktor Heinrich Stahl, der Verwaltungsdirektor Herr Dr. Walter Breslauer, Herr S. Adler-Rudel und Fäulein Else Golm. In dieser Konferenz wurde ein Abriß über die Zahl und Lage der Juden Berlins gegeben und aufgezeigt, daß heute jedes dritte jüdische Kind Berlins öffentliche Hilfe braucht. Weitere antijüdische Ausschreitungen in Saloniki Saloniki, 3. Mai. (JTA.) Antisemitische Huligans haben in der Naehl von Millwooh, denn 28. April, die Schaufenster dreier großer jüdischer Geschälte im Handelszentrum von Saloniki eingeschlagen. Die polizeilichen Nachforschungen nach den Tälern blieb erfolglos. Ruhiger 1. Mai in Palästina Jerusalem, 2. Mai. (JTA.) Der 1. Mai ist in diesem Jahre in Palästina so ruhig verlauten wie kein 1. Mai seil der englischen Okkupation. Die jüdische Arbeiterschaft des Landes ließ die Arbeit ruhen und leierte das Arbeilerfesl durch öffentliche Kundgebungen. In den Städtern nahmen Hunderte arabische Arbeitenan dem Maifeiern teil. In Haifa hielten auch Führer der arabischen Arbeiter Mai-

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