Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 19 (1932)
- Issue
- 17 (22.4.1932)
- Date
- 1932-04-22
- Page
- Seite 140 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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140 Das Jüdische Echo Nr. 17 so daß diese Wahlgemeinschaft nicht Zustandekommen konnte. Die Gruppe der Werktätigen Juden unterstützt die sozialdemokratischen Wahllisten. Die „Jiddische Sprachgruppe“ der österreichischen kommunistischen Partei unterstützt die kommunistischen Kandidaten. Pessachhilfe der Wiener Kultusgemeinde Wien, 15. April. (JTA.) Die Winterhilfsaktion der Israelitischen Kultusgemeinde Wiens ist in den letzten Tagen geschlossen worden. Tausende bedürftiger Juden wurden in den schweren Wintermonaten mit Lebensmitteln und Kleidungsstücken bedacht. Anfang April hat die Hilfsaktion für die Pessachfeiertage begonnen. Eine sehr große Menge bedürftiger jüdischer Familien wird mit Mazzoth, Zucker, Fett u. a. m. versorgt. Auch eine Ausspeiseaktion an den Sederabenden wird eingerichtet. Etwa 4000 Familien mit 14 000 Seelen haben Gesuche um Pessachhilfe eingereicht. Um kostenlose Zuweisung von Mazzoth bzw. um Zuteilung zu Minimalpreisen haben etwa 20000 Juden angesucht. öffentlichkeitsrecht für hebräische Gymnasien in Polen Warschau, 14. April. (JTA.) Die polnische Regierung hat zwei hebräischen Gymnasien der Kultusgesellschaft Tarbuth Öffentlichkeitsrecht erteilt. Tarbuth verfügt über 10 Gymnasien, 4 Lehrerseminare, 181 Volksschulen und 85 Kindergärten mit insgesamt 35 000 Schülern und mehr als 1000 Lehrern: ihr Wirkungsradius ist also ungefähr der gleiche wie der des hebräischen Schulwesens in Palästina. In einer Pressekonferenz der Tarbuth erklärte der Generaldirektor der Tarbuth in Polen, Dr. Schmetterling, die Regierung habe, indem sie zwei Tarbuth-Gymnasien das Öffentlichkeitsrecht erteilte. eingesehen, daß das hebräische Schulwesen eine Lebensnotwendigkeit für die jüdische Gemeinschaft in Polen bedeute. Es sei zu hoffen, daß die Regierung, die ihre Anschauung betreffend das hebräische Schulwesen prinzipiell geändert hat, nunmehr auch den Volksschulen und den Lehrerseminarien des Tarbuth Subventionen bewilligen wird. Wahlen zum Nationalrat des lettländischen Judentums Riga, 14. April. (JTA.) Die lettländische Regierung genehmigte die Ausschreibung von Wahlen zum Jüdischen Nationalrat in Lettland, die am 11. und 12. September d. J. stattfinden werden. Die erste Session des neugewähten Nationalrats wird am 18. und 19. September abgehalten werden und sich mit der allgemeinen Lage des lettländischen Judentums, der Lage der jüdischen Kredit-Institutionen, mit Fragen der sozialen Hilfe, der Kulturarbeit, des Gemeindewesens, der Schaffung neuer Gemeinden beschäftigen und einen Zentralrat wähln. Wahlrecht zum Nationalrat, der sich aus etwa Sülm8 Stadtküche Weine Theatlnerstr. 48 Tel. 24421 75 Deputierten zusammensetzen wird, haben alle jüdischen Männer und Frauen von 21 Jahren aufwärts, die lettländische Staatsangehörige sind. Feierliche Eröffnung der Palästina-Ausstellung in Bukarest Bukarest, 131 April. (JTA.) Am 10. April wurde in Bukarest die unter der Aegide des Keren Kajemeth arrangierte Ausstellung palästinensischer Produkte in Anwesenheit behördlicher Vertreter und der Repräsentanten rumänischer Wirtschaftskorporationen feierlich eröffnet. Der Freigabe der von dem jungen Bukarester Architekten Lilienfeld geschaffenen Ausstellungsräume für den allgemeinen Besuch ging ein Festakt im Saale der Bukarester Kammer für Handel und Industrie voraus, der sich zu einer imposanten Kundgebung für den Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen zwischen Rumänien und1 Palästina gestaltete. Dr. Weizmann erkrankt Durban, 17. April. (JTA.) Dr. Chaim Weizmann. seine Gattin Frau Vera Weizmann und Dr. Alexander Goldstein, die nach einem am 11. April abends in Durban stattgefundenen Keren Hajessod- Bankett nebst 30 anderen Teilnehmern am Bankett an einer schweren Fleischvergiftung erkrankten, haben sich von den Folgen der Erkrankung noch immer nicht ganz erholt. Erst aus dem am 16. April herausgegebenen offiziellen ärztlichen Bulletin ersah man, daß die Erkrankung schwer war und daß Gefahr für die Erkrankten bestand. Das Bulletin stellt nun fest, daß bei Dr. Chaim Weizmann, Frau Vera Weizmann und Dr. Alexander Goldstein eine Lebensgefahr nicht mehr besteht, daß sich aber die Patienten noch immer sehr angegriffen fühlen. Die Genesung schreitet fort. Man hofft, daß die Erkrankten in einer Woche vollkommen wiederhergestellt sein werden. Pessach-Not unter den amerikanischen Juden Neuyork, 13. April. (JTA.) Wie Philip Stein, der erste jüdische Einwohner von Los Angeles, mitteilt, sind in diesem Jahre nicht weniger als 1400 jüdische Familien in Los Angeles auf Pessach- Unterstützung angewiesen; Mazzoth und andere Pessach-Nahrungsmittel werden unter diese Notleidenden verteilt. Die Wirkung der Makkabia auf die Jugend in Palästina Ein Brief Dizengoffs an Dr. Lelever T e 1 - A w i w , 15. April. (JTA.) Der Bürgermeister von Tel-Awüw, Mayer Dizengoff, richtete folgendes Schreiben an den Präsidenten des Makkabi- Weltverbandes, Dr. Hermann Leiewer, in Berlin: „Verehrter Herr Doktor! Es ist mir eine angenehme Pflicht, Ihnen, bevor Sie Tel-Awiw verlassen, zu sagen, wie schwer uns der Abschied vom Makkabi ist und daß wir noch lange Zeit uns sehnen werden nach der wunderbaren Jugend Ihrer Organisation. Das Erscheinen des Welt-Makkabi und sein Aufenthalt in unserer Mitte, seine Ordnung, seine Spiele, seine Gliederung und seine Aufzüge haben in unsere ganze Umgebung Leben und Bewegung, Stolz und Hoffnung, das Vertrauen auf die Kraft unseres Volkes und den Glauben an das Gelingen unseres' Werkes hineingetragen. Die Tage der ersten Makkabiah in Tel-Awiw haben einen mächtigen Eindruck auf unsere gesamte Jugend und alle diejenigen gemacht, die dereinst berufen sein