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Das jüdische Echo · 1932-04-22 · 17 (22.4.1932) · p. Seite 139

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
19 (1932)
Issue
17 (22.4.1932)
Date
1932-04-22
Page
Seite 139 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 17 Das Jüdisch© Echo 139 die Bodenfrage im Zusammenhang mit den Untersuchungen des Herrn French, dessen Bericht in vierzehn Tagen beendet sein wird, den wir aber nicht vor Juni zu sehen bekommen werden. Brodetzkv gab in diesem Zusammenhang seiner Ansicht Ausdruck, daß es. ratsam wäre, die beabsichtigte Tagung des Aktions-Komitees der Zionistischen Organisation erst für Ende Juni oder Juli d. J. einzuberufen. Montag, den 11. April, fuhr Prof. Brodetzky fort, berät die Palästina-Regierung über die von der Jewish Agency ihr unterbreitete neue Schedule betreffend Arbeiter-Einwanderung; es wurde mir versichert, daß die Schedule, wie sie die Regierung verabschieden wird, uns zufriedenstellen wird. Aus allen diesen Verhandlungen, erklärte Prof. Brodetzky weiter, habe ich eine ausreichende Basis gefunden, um unsere Anstrengungen in London fortzusetzen. Der High Commissioner hat mir gesagt, ich könne mit dem Gefühl erhöhter Zuversicht und Optimismus nach London zurückkehren. Die Exekutive der Jewish Agency, schloß Prof. Brodetzky, hat jetzt in Palästina all diese Probleme von erster Wichtigkeit sorgfältig in Beratung gezogen, und es wurde hinsichtlich der Behandlung derselben ein volles Einverständnis erzielt. Brodetzky hat während seines Aufenthaltes in Palästina auch den palästinensischen Oberrabbiner Kook (Oberhaupt der aschkenasischen Gemeinde) und Jakob Meir (Oberhaupt der sephardischen Gemeinde) besucht. Juden in der Hitlerversammlung Zu dem in Nummer 12 des „Jüdischem Echo“ vom 18. März veröffentlichten Artikel „Neue Arbeit“ übersendet uns der „Central-Vereiin deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, Landesverband Bayern“ folgende „sachliche Berichtigung“: 1. Die Zahl jüdischer Industrieller und Kaufleute, die in Vorträgen nationalsozialistischer Persönlichkeiten vor wirtschaftlichen Gremien teilgenommen haben, ist unbekannt. 2. Die Januar/März-Nummer der Monatsausgabe der „C.-V.-Zeitung“ sollte nicht der Wahlbeeinflussung dienen. Wie bekannt, erscheint diese Monatsausgabe regelmäßig seit Jahren. 3. Die von Ihnen erwähnten Bilder zu dem Aufsatz über „Jüdische Rassenprobleme“ sind dem Jüdischen Lexikon entnommen. Wir bringen diese „Berichtigung“, obwohl wir auch nach intensivem Studium nicht einsehen, daß sie an den Ausführungen unseres Mitarbeiters etwas richtigstellt. Dieser schrieb: „Wenn man entsetzt erfährt, daß bei den Besprechungen Adolf Hitlers mit den Vertretern der westdeutschen Industrie in Düsseldorf sich, wie einwandfrei von verschiedenen Seiten festgestellt wurde, auch 30 jüdische Industrielle beteiligt haben, so kann man in dieser Tatsache nur eine Verirrung erblicken, die jedem Juden die Schamröte ins Gesicht treiben muß.“ Der C.-V. kann nicht feststellen, daß Juden nicht an dieser Versammlung teilgenommen haben — selbst wenn es weniger gewesen wären, als unser Mitarbeiter erwähnt, was würde das an seiner nur zu berechtigten Kritik ändern? Warum berichtigt der C.-V. etwas, was er selbst nicht weiß? Oder weiß er es etwa doch? Will er diese jüdischen Teilnehmer der Hitlerversammlung in Schutz nehmen? Waren es etwa C.-Ver, die teilgenommen haben? Jedenfalls: eine rätselhafte „Berichtigung“! Über die betreffende Nummer der Monatsausgabe der C.-V.-Zeitung bemerkte unser Mitarbeiter, daß sie „anläßlich der Wahl in hunderttausend Exemplaren verbreitet wurde“. Soll nun diese Tatsache geleugnet werden? Wenn nicht, wozu diese Berichtigung? Wir möchten doch wenigstens hoffen, daß der C.-V. selbst noch glaubt, seine Publikationen könnten irgend jemand beeinflussen. Wir glauben es schon längst nicht mehr. Daß die drei erwähnten Bilder aus dem „Jüdischen Lexikon“ stammen, ist gänzlich gleichgültig in anbetracht der Tatsache, daß sie in der C.-V.- Zeitung in einer höchst unsympatischen und würdelosen, um nicht zu sagen lächerlichen und dummen Manier aufgemacht und gebracht wurden. Hätte es noch einer Bestätigung bedurft, daß der C.-V. völlig ratlos geworden ist und zu immer unwirksameren und peinlicheren Mitteln greift, so hätte sie diese Berichtigung durchaus erbracht. Die Redaktion. Aus der jüdischen Well Keine jüdisch-nationale Politik in Österreich mehr Wien, 14. April. (JTA.) Die jahrzehntelange jüdisch-nationale politische Arbeit in Österreich ist jetzt bei den Wiener Gemeindrats- und Landtagswahlen zum erstenmal unterbrochen worden. Keine zionistische oder jüdisch-nationale Parteigruppierung wird sich an diesen Wahlen durch jüdische Kandidaten oder auch nur jüdische Wahlarbeit beteiligen. Die Ursache liegt in der für kleinere Parteien durchaus ungünstigen Wahlkreiseinteilung, sowie im Zerfall der national-iüdischen und zionistischen Front in Österreich. Das Zionistische Landeskomitee für Österreich hat bereits vor zwei Jahren anläßlich der Parlamentswahlen der landespolitischen Betätigung überhaupt entsagt. Diesmal hat die von den Revisionisten und anderen jüdisch-nationalen Gruppen gebildete „Jüdische Volkspartei Österreichs“ in einem Aufruf an die jüdische Wählerschaft Wiens absolute Wahlenthaltung proklamiert, da nach ihrer Ansicht vom indischen Standpunkt (nationalpolitisch wie wirtschaftlich) keine der wahlwerbenden Parteien empfohlen werden kann. Auch die radikalen Zionisten haben die Losung auf Wahlenthaltung ausgegeben. Die dem Schober-Block angehörende österreichische Wirtschaftspartei hatte vor kurzem eine Wahlgemeinschaft mit der demokratischen Mittelpartei geplant, in der auch einige demokratische Juden kandidieren sollten. Die Angst vor Belastung mit jüdischen Kandidaten bewog jedoch die arischen Gruppen zum Austritt aus dem Verbände, CAFE KONDITOREI DERr,VORNEHME AUFENTHALT IM JU I I ",T STADTZENTRUM?- WEINSTRASSE 4 TÄGL. GEOFFNEt VON 8UHRVORM. BIS 1 UHR NACHTS

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