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Das jüdische Echo · 1932-04-01 · 14 (1.4.1932) · p. Seite 115

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
19 (1932)
Issue
14 (1.4.1932)
Date
1932-04-01
Page
Seite 115 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 14 Das Jüdische Echo 1 15 gen werden mit Lastautos zur Küste gebracht. Hygiene und Reinlichkeit haben sich überraschend verbreitet; die hygienischen Vorschriften beim Obstverkauf werden streng eingehalten. Die hebräische Sprache ist, da die erste in den hebräischen Schulen erzogene Generation bereits erwachsen ist, die Sprache der Juden in Palästina geworden, sie beherrscht Gasse und Haus. Ein zweites wichtiges Kulturgut ist das hebräische Theater, vor allem die Habimah, deren Repertoire immer größer wird und gute hebräische Aufführungen von Dramen der Weltliteratur bringt; ihr künstlerisches Niveau ist bedeutend und von der ganzen Welt anerkannt. So bleibt 'denn als Resultat der momentanen Situation; Mag auch die politische Lage stagnieren und manchmal Sorge bereiten, mag auch die Lage der Fonds infolge der Weltkrise recht schwierig sein, das Wlachstum der jüdischen Wirklichkeit in Palästina ist unverkennbar; und der Optimismus der jüdischen Bevölkerung Palästinas, ihr fester, tatkräftiger Glaube an ihr eigenes Wachstum ist neben den großen Schönheiten des Landes und der wunderbaren Entwicklung auf allen Gebieten eine der erfreulichsten und überzeugendsten Erscheinungen des allgemeinen Fortschrittes in Erez Israel. Aus der jüdischen Welt Erleichterung der Einwanderung von Mittelstandsangehörigen in Palästina Ein Kapital von 500 Pfund, statt wie bisher 1000 Pfund, pro Einwanderer genügt Die Exekutive der Jewish Agency ist von der PaUkstfina-Regierung offiziell benachrichtigt worden, daß die folgende neue Kategorie von Palästina-Einwanderern normiert worden ist: Landwirte, Kaufleute und Industrielle, die sich über den Besitz eines Kapitals von 500 Pfund (jetzt 7600 Mark) ausweisen können, dürfen in Palästina einwandern. Bisher betrug der Mindestkapitalsbesitz, über den sich der Einwanderer auszuweisen hatte, 1000 Pfund. Diese neue Einwanderer-Unterkategorie, teilt die Regierung weiter mit, bezieht sich nicht auf die Klasse der finanziell unabhängigen Einwanderer, die sich auch weiterhin über einen Besitz von 1000 Pfund, und nur unter gewissen Bedingungen über einen von 500 Pfund ausweisen müssen. Die Verordnung vom Jahre 1925 über die Einwanderung in Palästina hatte bereits vorgesehen, daß finanziell unabhängige Einwanderer sich über den Besitz eines Kapitals von 500 Pfund ausweisen müssen. Die Palästina-Regierung hat später die für diese Kategorie vorgesehene Mindestsumme von 500 Pfund auf 1000 Pfund erhöht. Auf dem letzten Zionistenkongreß wurde über ein Arrangement mit der Regierung berichtet, wonach unter gewissen Umständen und Übernahme von Garantien eine Erleichterung der Norm Platz greift. Die Zahl der Konfessionslosen in Erez Jisroel London. Bekanntlich hat es in der ganzen Welt großes Aufsehen erregt, daß bei der letzten Volkszählung im heiligen Lande nicht weniger als 10 000 Personen sich als „religionslos“ in die Listen einzeichneten. Auch die zionistische Presse hatte angenommen, daß es sich hierbei fast gänzlich um jüdische Freidenker handele. Durch eine Anfrage des Oberrabbiners von Irland, Dr. Herzog in Dublin, beim Colonial Office ist nunmehr festgestellt worden, daß hier ein Irrtum vorliegt. Von den 10 000 „Religionslosen“ sind nicht weniger als 8000 Drusen, die nur keiner der bekannten Religionen angehören und deshalb in die Rubrik für . Konfessionslose geraten sind. Die Gerechtigkeit gebietet, dies vor aller Öffentlichkeit festzustellen. Import und Export Palästinas Das „Commercial Bulletin“ der palästinensischen Regierung veröffentlicht Zahlen der Import- und. Exportbewegung im dritten Vierteljahr 1931 (Juli, August und September). In diesen drei Monaten erreichte der Import ausländischer Waren £P 1474 248.— gegenüber £P 1 683 974.— in denselben Monaten des Vorjahres. Ein noch größeres Sinken macht sich bei den Exportziffern der palästinensischen Waren nach dem Auslande bemerkbar. Im dritten Vierteljahr 1931 wurden palästinensische Waren im Betrage von £P 195 539.- ausgeführt gegenüber £P 303 995.- in denselben Monaten des Vorjahres. Überall jüdische Not Kowno, 17. März. Führende Juden Litauens, die sich als vorläufiges Präsidium eines Rettungskomitees konstituiert haben, veröffentlichen einen Aufruf zur Linderung der Not im litauischen Judentum, in welchem es u. a. heißt: Im jüdischen Kowno wächst die Not von Tag zu Tag und ergreift immer weitere jüdische Schichten. Hunderte Arbeitslosenfamilien hungern buchstälilioh, iKleinkrämer und Handwerker gehen unter und sogar früher angesehene Kaufleute, die eben noch ihre armen jüdischen Brüder unterstützt hatten, ringen jetzt um ihre Existenz. K o ii s t a ii t i li o p e 1, 16. März. Im Verlauf des Jahres 1931 hat sich die materielle Lage der Juden in der Türkei außerordentlich verschlechtert. Dies kommt insbesondere zum Ausdruck, in' dem Rechenschaftsbericht der von der American Joint Reconstruction Foundation begründeten Kreditgenossenschaft, der in der Jahresversammlung der Genossenschaft erstattet worden ist. Die Zahl der Darlehensbewerbungen ist außerordentlich gestiegen, aber die Zahl der Darlehensbewilligungen sank. Die Genossenschaft hat Verluste erlitten. Für das Jahr 1931 beträgt der Gewinn 333 türkische Lire gegen 4496 türkische Lire im vorangegangeuen Jahre. Neuyork, 16. März. Acht Jeschiwoth in Neuyork mußten! am 7. März infolge Mangels an Mitteln zu deren Erhaltung geschlossen werden. Den Lehrern konnte viele Monate lang das Gehalt nicht ausbezahlt werden. Der Ritualmordprozeß von Velkä Berezna eingestellt Prag, 18. März. (JTA.) Am 16. März fand in Velkä Berezna die Verhandlung gegen die Kauflente Liebermann und Steinberger statt, die der leichten körperlichen Verletzung im Zusammenhang mit angeblich ritueller Blutentziehung angeklagt waren. Der Staatsanwalt hat auf Grund des Sachverständigenurteils von Dr. Toman die Anklage fallen gelassen. Der Sachverständige hat bewiesen, daß die These der Gendarmen, es sei den beiden Kindern Vasil Kostja und Helene Bogdan mi Nova Simera Blut zu Ritualzwecken abgezapft worden, aus der Luft gegriffen ist. Auch hat der zweijährige Verlauf des Prozesses der Anklage keinerlei Beweismaterial geliefert. Nichtsdestoweniger wurde noch weiter über die Forde-

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