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Das jüdische Echo · 1932-04-01 · 14 (1.4.1932) · p. Seite 116

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
19 (1932)
Issue
14 (1.4.1932)
Date
1932-04-01
Page
Seite 116 (sequence 4)
Language
German
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116 Das Jüdische Echo Nr. 14 rung der Privatbeteiligteil verhandelt. Trotz erfolgter Vorladung hatten sich die Privatbeteiligten zur Verhandlung nicht eingefunden. Der Gerichtshof hat daher das Strafverfahren gegen Liebermann und Steinberger eingestellt. Der Antrag der Verteidiger der Angeklagten, Dr. Gati und Dr. Salomon, im Interesse der öffentlichen Aufklärung ein Urteil zu fällen, wurde verworfen. Die Verteidigung hat Berufung eingelegt. * Zwei Jahre hat also das Gericht in Velkä Berezna dazu gebraucht, um das Verfahren einzustellen. Inzwischen hat sich die Affäre in Velkä Berezna zu einem Weltskandal ausgewachsen. Unerklärlich bleibt nur, warum in Velkä Berezna kein Freispruch gefällt wurde und warum man sich mit der Form der Einstellung des Verfahrens abgefunden hat. Die Akten des Prozesses von Velkä Berezna dürften mit dein 16. März geschlossen sein. Geblieben aber ist der bittere Geschmack, den man während dieser ganzen Affäre hatte. Die Affäre bleibt ein schmerzlicher Punkt in der. Geschichte der tschechoslowakischen Justiz. Aus Danzig Ein famoser Rabbiner Am 19. März fand hier eine von zirka 600 Leuten besuchte Protestversammlung der Jüdischen Volkspartei statt, die gegen einen Rundfunkvortrag des hiesigen Rabbiners Dr. Grün gerichtet war. Der Anlaß war folgender: Vor einiger Zeit wurden die Vertreter der drei großen Konfessionen aufgefordert, im Rundfunk zu sprechen. Der stockliberale Rabbiner Dr. Grün sprach über die hiesige jüdische Gemeinde. Seine Rede ging darauf aus, der jetzigen Rechtsregierung in Danzig ein Treuegelöbmis der liberalen Juden zum Deutschtum auszusprechen und ihr einen Hinweis auf die Gefährlichkeit und die „illegalen“ Bestrebungen der Ostjuden (die den größten Teil der Gemeinde ausmachen) zu geben. Wendungen wie: „Die aus den M'assensiedlumgen des Ostens nach dem Kriege eingewanderten Juden versuchten aus der deutsch-religiösen Gemeinde eine jüdische Volksgemeinschaft zu machen“ oder: „Die eingewanderten Juden gehören dem Proletariat an und fallen der Gemeinde finanziell zur Last“ charakterisieren den Inhalt und die Form dieser schamlosen Hetze gegen die „Brüder aus dem Osten“, die an die nichtjüdische Öffentlichkeit gerichtet war. Gemeinden- und Vereins-Echo Zionistische Ortsgruppe — Jungzionistischer Arbeitskreis — Keren Kajemeth Lejisrael, München Der für den 9. April angezeigte Ball muß aus technischen Gründen leider auf unbestimmte Zeit verschoben werden. Dafür wird auf vielfachen Wiunsch der Tanztee, über dessen ungewöhnlich starken Besuch und gelungenen Verlauf hier belichtet wurde, wiederholt. Dieser Teenachmittag findet am Sonntag, dem 17. April, um 4 Uhr, im Hotel „Der Königshof“, statt. Die Kapelle Zuckerberg spielt wieder zum Tanz. Der bekannte Vortragskünstler, Herr Bernhard R e n k a , wird die Tanzpausen mit heiteren Darbietungen ausfüllen. Zionistische Ortsgruppe, München Mittwoch, den 13. April, abends 8.30 Uhr, findet im Bibliotheksaal der Gemeinde, Herzog-Max- Straße 7/1, unsere ordentliche Generalversammlung statt. Sämtliche Mitglieder werden gebeten, sich den Termin vorzumerken und bestimmt zu erscheinen. Herr Professor Dr. Paul R o h r b a c h wird am Samstag, dem 23. April, abends 8.30 Uhr, im Kunstgewerbesaal, Pfandhausstraße 7, über „Erfahrungen und Erlebnisse in Palästina“ sprechen. Der Redner ist einer der ersten deutschen Weltpolitiker, der die Bedeutung des nahen Ostens und im Zusammenhang damit die Wichtigkeit des Zionismus für die Entwicklung des vorderen Orients im Rahmen der Weltwirtschaft erkannt hat. Sein Vortrag dürfte größtes Interesse beanspruchen und ein zahlreiches Publikum finden. Es wird heute schon auf diesen Vortrag aufmerksam gemacht und gebeten, sich den Abend freizuhalten. Jungzionistischer Arbeitskreis Die Unterhaltung über das jüdische Rassenproblem, unter Leitung von Herrn Dr. M. I. Gutmann, wird am Mittwoch, dem 6. April, 8.30 Uhr, im Bibliothekssaal der Gemeinde fortgesetzt. Der Abend, an dem vor allem die geistige Eigenart der Juden behandelt werden soll, verspricht ebenso gehaltvoll und anregend zu werden, wie der erste. Natürlich ist auch denjenigen, die an der ersten Veranstaltung nicht teilgenommen haben, der Besuch dieses Abends möglich und zu empfehlen. Jüdischer Kulturverein J. L. Perez, München Samstag, den 2. April, abends 9 Uhr: Lichtbildervortrag, Herr Theo Harburger, „Hagadah und Pessachgeräte“. War bitten unsere Mitglieder und Freunde recht zahlreich und pünktlich zu kommen. Gäste herzlich willkommen. Voranzeige: Samstag, den 9. April, abends 9 Uhr: Herr Geh. Dr. E. Doernberger, „Leben und Sterben der Völker“. Geschäftliches Unsere Leser bitten wir davon Kenntnis zu nehmen, daß der im Völkischen Beobachter vorn 12. März genannte H. Münzinger nicht personengleich ist mit Herrn Hans Münzinger aus München, Inhaber der Firma Sport-Münzinger. Die Wäscherei „Münchener Hausfrauenhilfe“, Landwehrstraße 57/59, besteht seit fünf Jahren und erfreut sich einer großen Beliebtheit bei den Hausfrauen und eines täglich zunehmenden Kundenkreises. Sie hat den von der Hausfrau zuhause gepflegten Waschprozeß nach dem alten Grundsatz: „gut eingeweicht ist halb gewaschen“ übernommen, jedoch unter Zuhilfenahme von weichem Wasser, welches durch eine eigene Permutit-Anlage her- .0 CAFE KONDITOREI DER VORNEHME AUFENTHALT IM lll STADTZENTRUM WEINSTRASSE 4 TÄGL. GEÖFFNET VON 8 UHR VORM. BIS 1 UHR NACHTS

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