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Das jüdische Echo · 1932-03-25 · 13 (25.3.1932) · p. Seite 107

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
19 (1932)
Issue
13 (25.3.1932)
Date
1932-03-25
Page
Seite 107 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 13 Das Jüdische Echo 107 Gemüse: 7700 t in 1921, 19 000 t in 1927 und 12 800 t in 1930. Der Tabakanbau entwickelte sich in wichtigem Umfange. Im Jahre 1921 wurden 1700 Dunam mit einem Ertrage von 265 000 kg angebaut. 1924 stieg die mit Tabak bebaute Fläche von 27 000 Dunam mit einem Ertrage von 1 845 000 kg. 1928 verkleinerte sich die Anbaufläche auf 7900 Dunam mit einem Ertrag von 341 000 kg, während im Jahre 1930 wieder 23 000 Dunam mit einem Ertrag von 953 000 kg angebaut wurden. Es ist interessant festzustellen, daß der Import verschiedener Düngersorten von Jahr zu Jahr ansteigt. So wurden im Jahre 1927: 2800 t, 1928: 3300 t, 1929: 5900 t und 1930: 7300 t nach Palästina eingeführt. Die Produktion verschiedener Weinsorten, die 1923 2 600 000 Liter betrug und 1924 auf 1 650 000 Liter zurückging, erreichte im Jahre 1930 eine Höhe von 4 398 000 Litern. Insbesondere entwikkelte sich die Herstellung von Kognak, die 1924: 52 000 Liter, 1928: 137 000 Liter und 1930: 240 000 Liter betrug. Forstwirtschaft: Die für Bewaldung reservierte Bodenfläche (forest reserves) betrug im Jahre 1926: 517 000 Dunam und Ende 1930: 679 000 Dunam. Es wurden von der Regierung in der Zeit von 1927 bis 30: 3 529 000 Bäume gepflanzt. Aus der jüdischen Welt Wieder Friedhofs- und Synagogenschändungen In der Nacht vom 5. zum 6. März wurden auf dem jüdischen Friedhof in Niederursel an der Straße Frankfurt a. M.—Bad Homburg v. d. H. vier Grabsteine gewaltsam aus dem Boden gerissen und umgelegt. Die Ortgruppe Frankfurt a. M. des Centralvereins bat für die Ergreifung der Täter eine Belohnung von 100 Mark ausgesetzt und die Untat mehrmals durch Rundfunk bekanntgeben lassen. Leider fehlt von den Tätern bisher noch jede Spur. Die Umzäunung des jüdischen Friedhofes in Cleve wurde mit meterhohen Buchstaben „Juda verrecke! Heil Hitler!'4 beschmiert. Die Clever Presse ist sich in der Verurteilung dieser Schandtat einig. In der Nacht vom Freitag zum Sonnabend vergangener Woche wurde die Synagoge in Namslau mit einem Hakenkreuz und der Inschrift „Deutschland den Deutschen!“ bemalt. Die Täter sind noch nicht ermittelt. Das Protokoll des 17. Zionistenkongresses erchienen Wie wir erfahren, ist soeben das Sterographische Protokoll des 17. Zionistenkongresses und der 2. Tagung des Council der Jewisli Agency für Palästina erschienen. Wir kommen noch auf das 600 Seiten starke, vornehm ausgetattete Buch, das zwei so bedeutsame jüdische Ereignisse, wie die letzten Baseler Tagungen, zum Inhalt hat, noch ausführlich zurück. Gründung einer jüdischen Genossenschaftsbank in Köln Wir erhalten folgenden Bericht: Am 3. März sprachen in einer vom vorbereitenden Komitee zur Gründung einer jüdischen Genossenschaftsbank in Köln einberufenen Versammlung die Herren Dr. Wilhelm Kleemann und Dr. Boris Silbert über die Bedeutung der genossenschaftlichen Selbsthilfe der Juden in Deutschland. Die Versammlung war von zahlreichen Interessenten aus allen Kreisen der Kölner jüdischen Bevölkerung besucht. Das vorbereitende Komitee, das zu dieser Versammlung einlud, setzte sich aus allen Kreisen und Schichten der Juden in Köln zusammen. Herr Dr. Frank, Vorsitzender der Kölner Gemeinde, setzte sich sehr warm für die sofortige Aufnahme der Tätigkeit der Bank ein und versprach die Unterstützung der Gemeinde. Herr Steinitz stimmte den Ausführungen von Herrn Dr. Frank zu und gab über die bisherigen Vorarbeiten des Gründungskomitees Mitteilung. Die Räume für die Genossenschaftsbank stehen bereits gratis zur Verfügung. Auch ein großer Teil anderer Vorbereitungsarbeiten ist günstig erledigt worden. Eine Reihe von Mitgliedserklärungen zur jüdischen Genossenschaftsbank erfolgten noch am selben Abend. Kleine Nachrichten aus Erez Israel Jerusalem, 15. März. 376 Advokaten bei einer Million Einwohnern, — das ist eine unglaubliche Zahl! Die Hälfte wäre schon zu viel. Diese Übersättigung kann auf das ethische Niveau des Durchschnitts der Anwaltschaft nicht günstig einwirken. Übrigens dürften neun Zehntel der Advokaten Juden — und zwar fast sämtlich aus Osteuropa stammende — sein. In Tel-Awiw gibt es 50 Apotheken, gleichfalls eine Rekordzahl. Leider lassen sich solche Rekorde noch für viele Berufe aufstellen. Günstige Arbeitslage in Palästina Mangel an Arbeitskräften Alle Berichte aus Palästina stimmen darin überein, daß die Lage auf dem Arbeitsmarkt sich in der letzten Zeit außerordentlich verbessert hat. Es ist ein deutlicher Mangel an jüdischen Arbeitern fühlbar, sowohl in den Kolonien, wo jetzt während der Saisonarbeit alle bisher arbeitslosen jüdischen Arbeiter absorbiert sind, als auch in den Städten, wo allein in Tel-Awiw, wie uns berichtet wird, in den letzten Wochen 500 neue Arbeiter in den industriellen Betrieben eingestellt wurden. Auch die Bautätigkeit, die sofort nach dem Pfundsturz einsetzte, ist noch weiter sehr lebhaft und beschäftigt viele Arbeiter. In Tel-Awiw fand Anfang März eine von Vertretern verschiedener lokaler jüdischer Arbeitergruppen beschickte Sitzung der Arbeiterorganisation statt, worin festgestellt wurde, daß es in Palästina höchstens 800 jüdische Arbeitslose gibt und diese vor allem in den Städten. An manchen Orten zeigt sich eine deutliche Knappheit an Arbeitskräften, so daß von den Unternehmern ein Steigen der Löhne befürchtet wurde. Die Konferenz kam zu dem Ergebnis, daß eine sofortige größere jüdische Arbeitereinwanderung möglich und notwendig sei. Insbesondere wenn man bedenkt, daß in der nächsten Zeit 17 000 Dunam für Orangenpflanzungen in Bearbeitung kommen sollen, muß man die Dringlichkeit einer jüdischen Arbeitereinwanderung betonen. „Dawar“ berichtet z. B. aus Chederah, daß dort, obwohl dort 400 arabische Arbeiter beschäftigt sind, auch die gesamten jüdischen Arbeiter Beschäftigung gefunden haben und noch mindestens 150 Mann weiterhin erforderlich wären. Der Aufschwung des Scharon Der Ausschuß der neuen Kolonien des Scharon (der Küstenebene nördlich von Tel-Awiw), wo seit 1924 die Orangenpflanzungen einen großen Aufschwung genommen haben, veranstaltete eine Rundfahrt der palästinensischen Journalisten durch das neue Pflanzungsgebiet. Der Kolonist Schuchowitzky (Magdiel) gab eine eingehende Schilderung

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