Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 19 (1932)
- Issue
- 12 (18.3.1932)
- Date
- 1932-03-18
- Page
- Seite 101 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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- Aleppo 1× ep/1047811
- Beirut 1× ep/1047833
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Nr. 12 Das Jüdische Echo 101 keinerlei parlamentarische Institution anerkennen, bzw. an ihr teilnehmen, die die Tendenz verfolgt, die Entwicklung des Jüdischen Nationalheims zu hemmen“. Die neuerlich gefaßte Resolution enthält noch den Nachsatz: „Die politische Situation rechtfertigt keinerlei Änderung in dieser Haltung, sondern im Gegenteil: sie bekräftigt sie.“ Die Assefah erörterte auch von den Revisionisten eingebrachte Resolutionsanträge gegen die Vorschläge einer arabisch-jüdischen Round-Table- Konferenz, sowie betreffend die pan-islamitische Konferenz, die Pläne zur Schaffung einer arabischen Föderation und die Forderung nach Noncooperation mit der britischen Regierung. Die Assefah befaßte sich auch mit einem Antrag der Allgemeinen Zionisten gegen die Idee der Einteilung Palästinas in einen jüdischen und einen arabischen Kanton. Einmütig faßte die Assefah eine Entschließung betreffend den Palästina-Landentwicklungsplan, in der erklärt wird, die Palästina-Judenheit werde sich jedem Plan widersetzen, der die jüdische Entwicklung ignoriert und darauf hinausgeht, jüdische Einwanderung ünd jüdischen Bodenkauf zu beschränken. Nach 500 Jahren wieder eine Judengemeinde in Barcelona Die jüdische Gemeinde in Barcelona, die aber eine eigene Synagoge und einen eigenen Friedhof verfügt, ist von dem Präsidenten der spanischen Provinz Katalonien offiziell anerkannt worden. Der Vorstand der Gemeinde beriet über einen Antrag, den Präsidenten im Rahmen eines festlichen Aktes zu begrüßen. Es wurde aber beschlossen, vor einer solchen Begrüßung, die leicht als eine Identifizierung der jüdischen Gemeinde mit einer bestimmten Partei ausgelegt werden und den Juden, sobald eine andere Partei zur Macht kommt, starke Verlegenheiten bereiten könnte, abzusehen. Der Präsident der Gemeinde Barcelona, Dr. Danon, begab sich inoffiziell zum Präsidenten von Katalonien und begrüßte ihn. 200 amerikanische Juden nach Palästina abgereist N e u y o r k. 200 amerikanische Juden haben sich in diesen Tagen nach Palästina ausgeschifft. Die Mehrheit derselben wird sich dauernd in Palästina niederlassen, um dort Orangenplantagen anzulegen, während die übrigen nur als Touristen reisen. Der bisherige Präsident des amerikanischen Misrachi und frühere Chefredakteur des New Yorker „Togblatt“, Gedaliah Bublick, begibt sich demnächst auf die Reise nach Palästina, wo er dauernd Aufenthalt nehmen und sich literarischer Tätigkeit widmen wird. Wieder Ritualmord-Märchen in Syrien Die hebräische Tageszeitung „Doar Hayom“ berichtet über eine neue Ritualmordbeschuldigung in Syrien, im klassischen Lande der Ritualmordlegende. In Aleppo wurde ein Araber verhaftet, der einen Sack trug. Als er gefragt wurde, was in dem Sack enthalten sei, erwiderte er: Brennmaterial für die Synagoge. Mau öffnete den Sack und fand in ihm einen zerstückelten Leichnam. Bei dem Verhör vor der Polizei legte der Araber das Geständnis ab, er sei von einem Griechisch-Orthodoxen gedungen worden, den Leichnam vor die Tür der Synagoge ibinzulegen, damit auf diese Weise gegen die Juden' die Beschuldigung erhoben werden könne, sie hätten einen Ritualmord begangen, um sich Christenblut zu dem bevorstehenden Pessachifest zu beschaffen. Erst im Juli 1929, einen Monat vor den Massakres in Palästina, wurde von der arabisch und französisch geschriebenen Presse in Damaskus und in Beirut eine Ritualmordhetze eingeleitet. Es stellte sich heraus, daß diese Legende von Anfang bis Ende erfunden war. Trotzdem wurde von christlichen Kreisen in Damaskus die Ritualmordhetze fortgeführt und dabei die Legende vom Ritualmord im Jahre 1840 aufgefrischt. Die Ritualmordaffäre von 1840 in Damaskus, die viele jüdische Opfer kostete, hatte bekanntlich die gesamte jüdische Welt in Erregung versetzt und war mit der Anlaß zur Gründung der Alliance Israelite Universelle. Auch in den Jahren 1892 und 1926 wurde das Judentum in Syrien durch Ritualmordlegenden und -Hetzen beunruhigt. Beide Male gelang es, die Legende zu zerstören, bevor sie Unheil amrichten konnte. Gemeinden- und Vereins-Echo Hebräische Sprachkurse. München In sämtlichen bestehenden Kursen werden neue Schüler aufgenommen, die dort d/ie Möglichkeit haben, die hebräische Sprache, die alte und die neue hebräische Literatur kennen zu lernen. Nach Pessach beginnt ein neuer Anfängerkurs: Anmeldungen hierzu werden angenommen, im Unterrichtslokal, Herzog-Rudolf-Straße 1. Telephon 2 97 4 49. Die hebräische Liederstunde fällt aus technischen Gründen bis auf weiteres aus. Der Wiederbeginn wird bekannt gegeben. Jüdischer Jugendverein München Donnerstagabende, Lessingsaal, Beginn 20.30Uhr. 24. März: Vortrag Rabb. Dr. Prys: „Eheschließung und Ehescheidung im jüdischen Recht.“ Jüdischer Kulturverein J. L. Perez, München Samstag, den 19. März, abends 9 Uhr, Lessingsaal, Herzog-Rudolf-Straße 1: Klubabend (Referat Herr H. Obermaier: „Zur Judenfrage von Karl Marx“, Besprechung). Voranzeige : Samstag, den 26. März: Purimabend unter Mitwirkung namhafter Kräfte. Samstag, den 2. April: Lichtbildervortrag (Herr Theo Harburger: „Hagadah“). .Samstag, den 9. April: Herr Geh. Sanitätsrat Dr. Eugen Doernberger: „Leben und Sterben der Völker“. Wir bitten unsere Mitglieder und Freunde, in Anbetracht dieser sehr interessanten Themen sich diese Abende für den Kulturverein zu reservieren. Berichtigung: Durch ein Versehen der Redaktion wurde der Vortrag von Herrn Löwy nochmals angekündigt. Herr Löwy befand sich jedoch auf einer Vortragsturnee. Goethe-Feier Der Verein zur Abwehr des Antisemitismus feierte Goethe im überfüllten Saal des Bayerischen H'ofs. Eingeleitet wurde der Abend vom Jüdischen Kammerorchester mit der Ouvertüre aus „Iphigenie in Aulis“ von Gluck. Der Dirigent E rck stellte wiederum den Beweis, daß diese jüdische Orchestergemeinschaft unter seiner Hand zu einem vorzüglichen dynamisch und klanglich ifeinabgetönten Instrumenfalkörper geworden ist. Die Begrüßungsansprache hielt infolge Verhinderung von Freiherrn von Falkenhausen, Herr Geheimrat Küster mann, der dem deutschen Kulturleben das Beschämende und Unwürdige des alle mensch-