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Das jüdische Echo · 1932-03-04 · 10 (4.3.1932) · p. Seite 82

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
19 (1932)
Issue
10 (4.3.1932)
Date
1932-03-04
Page
Seite 82 (sequence 2)
Language
German
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82 Das Jüdische Echo Nr. 10 fähig ist, eigene Spiele zu veranstalten — mit eigenen Leuten, mit eigenen Mitteln, im eigenen Lande. Das eindrucksvolle Turn- und Sportfest des Makkabiweltverbandes in Mähr.-Oslrau im Jahre 1929 brachte diesen Gedanken zum erstenmal in konkreter Form aufs Tapet, als der palästinensische Makkabifiihrer Jekutueli ausrief: „Kommt nach Erez Israel, kommt auf die erste Makkabiah — wir werden euch erwarten!“ Das war wie ein Lauffeuer in die Reihen unserer Bewegung gedrungen. Das war ein Ziel, dem galt unser Streben, unsere Arbeit, unsere Kraft. Und nun treten wir am 21. März dieses Jahres die Reise an, um zwei Tage später im Triester Hafen ein Schiff zu besteigen, das die jüdische Fahne gehißt haben wird. Ein Schiff, das uns mit Hunderten unserer Brüder aus Deutschland, Polen, Österreich und Jugoslawien vereinigt um nach Erez Israel zu fahren. Zu gleicher Zeit fährt ein Schiff mit den Bulgaren und Rumänen, ein Schiff mit den Franzosen, Belgiern, Holländern, Engländern, zu gleicher Zeit reisen die Schweizer, die Litauer und Estländer, zu gleicher Zeit kommt eine Expedition aus Nordafrika, aus Amerika, Australien, zur selben Zeit reisen die Gruppen aus Syrien, aus der Türkei, aus Ägypten und zu gleicher Zeit treffen die Makkabim in Erez Israel die letzten Vorbereitungen zum Empfang. Noch niemals hatte eine Idee — ein Ziel die Juden seit der Diaspora so bildlich vereinigen können, noch niemals hatte ein Gedanke eine derartige Bewegung in des Wortes richtigster Bezeichnung hervorgerufen! Die Makkabiah ist die Trägerin einer Friedensbotschaft, so wie der Sport ein Mittel der Völkerversöhnung ist. In voller Gastfreundschaft wurden alle Bewohner Palästinas ohne irgendwelchen Unterschied zu den Festen geladen. Chaluz und Makkabi werden sich die Hände reichen — einer das Werk des anderen betrachtend — beide zum Wohle und Gedeihen des jüdischen Volkes und seiner Heimat in Erez Israel! Das hellenische Volk halte seine höchste Blüteperiode in geistiger Beziehung zu verzeichnen, als die regelmäßigen Olympiaden Volksgut geworden waren, als der Olympiakult zum Volkskull wurde. Zu dieser Zeit blühte Dichtkunst und Musik, Malerei und Plastik, zu dieser Zeit war das griechische Volk fast unbesiegbar. Möge denn auch die Einrichtung der Makkabiolh in unserem Volke eine neue Ara beginnen, eine Epoche des Aufschwunges, eine Zeit des Gedeihens! Dann werden unsere Freunde unsere Freuden teilen und unsere Gegner vor unseren Werken verstummen. Eine mächtige Bewegung hat die Jugend unseres Volkes entflammt — unter unseren Füßen bebt die Erde — aber wir Makkabim marschieren .... kadimah zaoth! Die Phantasien des Herrn Jabotinsky London, 17. Februar 1932. Herr Jabotinsky hat im „Hajnl“ und im „Rassviet“ (und binner kurzem werden wir dasselbe im New Yorker „Morgen Journal“ lesen) einen Artikel veröffentlicht unter dem Titel „Das Ende der Balfour- Deklaralion“, in dem er sich ausführlich mit dem Inhalt der inzwischen in der Presse veröffentlichten angeblichen Vorschläge des Ex-Khediven über eine jüdisch-arabische Round Table-Konferenz auf Grund der Kantonaleinteilung Palästinas beschäftigt. Was Herr Jabotinsky zu diesen angeblichen Vorschlägen zu sagen hat, interessiert uns hier weniger. Wir müssen es ihm und seinen Freunden überlassen, mit einer, einer besseren Sache würdigen Leidenschaftlichkeit gegen Palästina zu kämpfen, deren Existenz allein von höchster Zweifelhaftigkeit ist. Aber Herr Jabotinsky ,der sich für berufen hält, Anderen Leichtsinn vorzuwerfen, macht in diesem Artikel den Versuch, dem Leser einzureden, die zionistische Exekutive stehe eigentlich bereits mitten in einem Komplott mit der britischen Regierung zur Abschaffung der Balfour-Deklaration, und natürlich darf Herr Jabotinsky und die von ihm geführte Revisionistische Union das nicht zulassen. Herr Jabotinsky zitiert aus der Rede Professor Brodetskys bei der unlängst gehaltenen Konferenz der englischen Zionisten den folgenden Satz: „Im Laufe der allernächsten Monate werden wir wahrscheinlich vor eine äußerst schwierige Aufgabe gestellt werden — die Annahme sehr wichtiger Beschlüsse, ganz unabhängig davon, ob der French-Bericht gut oder schlecht sein wird.“ Daran schließt Herr Jabotinsky die folgende Bemerkung: Damals war es unklar, worauf er sich bezog. Nun ist es klar: die Regierung hat mit den arabischen Führern eine Vereinbarung geschlossen, die zum Ziele hat, das Mandat und die Balfour-Deklaration zu vernichten und die ersten Schritte auf dem Wege zur Schaffung einer „arabischen Föderation“ einzuleiten, wobei den Juden, als Trost, „jüdische Kantons“ gewährt werden sollen; und die zionistische Exekutive weiß bereits, daß die Regierung den Versuch machen wird, sie zu zwingen, diese Vereinbarung anzunehmen und wieder einmal zu erklären, daß die auf diese Weise geschaffene Lage „zufriedenstellend“ sei; und dies sind jene „sehr wichtigen Beschlüsse“. Darauf ist nur so viel zu sagen, daß Herr Jabotinsky hier in der unverantwortlichsten und leichtsinnigsten Weise phantasiert. Es sei ein für allemal festgestellt, daß bis zum heutigen Tage weder von seiten der Regierung in London noch von seiten der Regierung in Palästina noch von irgend einer anderen Seite an die Exekutive mit diesem oder ähnlichen Vorschlägen herangetreten wurde. Das Material, auf das sich die ganze so geräuschvolle „Aktion“ der Revisionisten stützt, d. h. die von der JTA. bereits veröffentlichten angeblichen Vorschläge des Ex-Khediven, sowie der angebliche Brief des Mufti, sind zwar seit mehreren Wochen im Besitze der Exekutive gewesen, aber die Exekutive hat die Quelle, von welcher das Material an sie gekommen ist, für so unvertrauenswürdig gehalten, daß sie keinen Grund gesehen hat, ihm irgend welche Bedeutung beizumessen. Es sei ausdrücklich festgeslellt, daß die Revisionisten ihre ganze Aktion unternahmen, ohne auch nur den Versuch zu machen, von der Exekutive zu erfahren, ob und was sie über das Material wisse und ob und was sie unternehme. Die oben zitierten Worte von Professor Brodetsky haben mit dieser ganzen Angelegenheit nicht das Geringste zu tun. Professor Brodetsky sprach über die allgemeine politische Situation und insbesondere über die Frage des Landcnlwicklungsplanes und des Berichtes von French, der in einigen Wochen zu erwarten ist. Ob nun der French-Bericht — über dessen Inhalt trotz aller verfrühten Meldungen noch nichts bekannt ist — für uns günstig oder ungünstig sein wird, und was immer das Schicksal des Landen! wieklungsplanes sein mag, so ist doch für jeden Zionisten klar, daß die Beschlußfassung über die Stellung der zionistischen Bewegung und der Jewish Agency zu diesen Dingen von höchster Bedeutung für unser ganzes Werk ist. Das ist das einzige, was

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