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Das jüdische Echo · 1932-03-04 · 10 (4.3.1932) · p. [Seite]

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
19 (1932)
Issue
10 (4.3.1932)
Date
1932-03-04
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Das Jüdische Echo Erscheinungszeit: Jeden Freitag. Bezug: Durch die Postanstalten oder den Verlag. — Brzugsorels' Jährlich: RM. 8.—. halbjährlich: RM. 4.—. vierteljährlich: RM. 2.—. Einzelnummer 20 Rpf. I Verlag, Auslieferung des ,,Jüdischen Echos": München. Plinganserstraße Nr. 64. I N H Ä L T : Vor der Makkabiade — Die Phantasien des Herrn Jabotinsky Judengesetz-Entwurf beim Staatsrat Aus der jüdischen Welt -- Gemeinden- und Vereins-Echo — Spenden-Ausweis Anzeigen: Die viergespaltene Millimeter-Zelle 30 Rpf. / Famillen- Anzeigen Ermäßigung / Anzeigen- Annahme: Verlag des Jüdischen Echos. München. Plinganserstraße 64 / Telephon 73664/68 Postscheck - Konto: München 3987 Nr. 10 Mönchen, 4. März 1932 19. Jahrgang Vor der Makkabiade Von Wall er Frankl Am 29. März dieses Jahres wird in Tel-Awiw die erste Makkabiah unter Beteiligung von Makkabim aller fünf Weltteile feierlich eröffnet werden. Ein Ereignis, das über den Rahmen der beteiligten jüdischen Verbände und auch über den Rahmen der Sportwelt hinaus weite Kreise aller Nationen, wenn nicht in Bewunderung, so wenigstens in Überraschung und Staunen versetzt hat. Wer dann vernahm, daß sogar eigene Schiffe gechartert wurden, daß Plakate, Broschüren und Werbematerial in der Welt herumwandern, daß ein neuer Sportplatz in Palästina geschaffen wird, daß es Makkabiahbriefmarken geben wird, daß trotz Krise und Wirtschaftsnot überall fieberhaft gerüstet wird, um die besten Kräfte ins Land zu schicken, daß im Lande selbst alle Vorbereitungen gemacht werden, um den Aufenthalt für die Brüder aus dem Galuth würdig und eindrucksvoll zu gestalten, daß Theater und Oper Festvorstellungen planen, daß Hunderte von Familien ihre Wohnungen als Unterkunflsstätten zur Verfügung stellten, — der wird vielleicht zu der Ansicht gelangt sein, daß es sich hier um keine .geringfügige Sache handelt, daß die Makkabiah kein alltägliches Ding ist, sondern — daß sie ein Ereignis im wahrsten Sinne des Wortes darstellt. Ein Ereignis für die zionistische Bewegung, die hier einen neuen Weg gefunden hat, wieder neue Menschen als treue Mitarbeiter für das große Arbeitsfeld zu gewinnen, dadurch, daß man ihnen den Aufbau des Landes demonstriert, dadurch, daß man sie durch die besten Argumente -— durch persönliche Beispiele zu wahren Freunden unserer Siedlungen macht. Ein Ereignis für den Jiscluiw in Erez Israel, das einen viel lieferen Sinn hat, als es der bloße Besuch — die alleinige Begegnung zwischen den Brüdern des Galuth und den Bürgern von Erez Israel überhaupt auszudrücken vermag. Hier wird ein Band geknüpft, ein Band der persönlichen Freundschaft und Hilfe, ein Band, das stärker ist wie alle Schrift und alle Worte, ein Band, das für den weiteren Aufbau des Landes von unübersehbarem Erfolg sein kann. Die Makkabiah ist aber auch — und das ist nicht zu verachten — ein Ereignis für unsere nicht jüdische Lmwell und dadurch wohl oder übel auch ein Ereignis für denjenigen Teil der Judenschaft, der unserem Lager noch fernsieht. An den Artikeln und Nachrichten der allgemeinen Blätter, an dem großen Interesse nicht jüdischer Kreise, konnte kein Mensch Vorbeigehen, ohne hierbei zu empfinden, daß hier c‘ben etwas Großes vor sich gehe, daß hier eine Bewegung entstand, die in der ganzen Welt ein freudiges Echo gefunden hatte und speziell breite Schichten der sporttreibenden Jugend so in Begeisterung versetzte, daß sie ungeachtet aller Schwierigkeiten und Hindernisse alle Mittel und Kräfte zusammen nahmen, um seihst an dem großen Erlebnis teilzuhaben, um seihst Zeugen des historischen Momentes der ersten Makkabiah zu sein. Und schließlich das Ereignis für uns selbst. Das größte Ereignis unserer geistigen und physischen Erziehungsarbeit, das mächtigste Ereignis unseres nationalen Empfindens, die schönste Befriedigung liefinnerster Sehnsucht, der Born neuer Tatkraft und Schaffensfreude. Als Max Nordau am zweiten Zionistenkongreß in Basel im Jahre 1898 die einseitige geistige Einstellung der Juden verurteilte und die neuen Wege des gesunden, aufrechten, kräftigen Menschen auch für unser Volk zeichnete, gab er vielleicht die erste Anregung zu einer Idee, die wir erst in ganz großem Sinne mit unserer Makkabiah beginnen. Die Makkabiah ist nämlich nicht etwa die Krönung irgend eines Werkes, sie ist nicht Vollendung, sondern Beginn! Als die letzte Olympiade im Jahre 1928 in Amsterdam eine ganze Reihe prominenter jüdischer Sporlsleute vereinigte, war es die Kadimah Amsterdam, die die Gelegenheit ausnützte, um alle diese jüdischen Sportler zu einer großen Feier, zu einer imposanten Kundgebung zu vereinigen. Es war ein herrliches Erlebnis für uns alle, die wir daran teilgenommen hatten — wußten wir doch bis zu jenem Tage gar nicht, welch herrlichen jüdischen Turnverein die holländische Hauptstadt bürgt. Da waren wir nun alle zusammengekommen aus Deutschland und Österreich, aus Polen und der Tschechoslowakei, aus England und aus der Schweiz — jüdische Sportler — für die Farben fremder Nationen unsere1 besten Kräfte einzusetzen. Vor Amsterdam halte man es versucht, eine Anerkennung der Selbständigkeit der Juden als Nation auch vor dem höchsten allweltlichen Sportforum — der Olympiade — durchzusetzen, es wurde abgelehnt. Juden haben schon Olvinpia-Siege errungen. Leucht (Deutschland), Ahrahams (England) und Winter (Australien) sind der Well als Olympioniken gut in Erinnerung -— die Vollwerligkeit der Juden zur Beschickung der Olympischen Spiele wurde jedoch in Abrede gestellt. Wir sahen die Teilnahme Panamas, Haitis und kleinerer Nationen und dachten: Erst bis die jüdische Fahne mit dem Davidstern vom olympischen Siegermaste wehen wird, dann ist unser Ziel erreicht. Wenn die Well uns ihre Anerkennung versagt, dann müssen wir um diese Anerkennung kämpfen, dann müssen wir der Welt beweisen, daß unsere Sportbewegung ernst und mächtig ist, daß sie auch

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