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Das jüdische Echo · 1932-02-26 · 9 (26.2.1932) · p. Seite 77

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
19 (1932)
Issue
9 (26.2.1932)
Date
1932-02-26
Page
Seite 77 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 9 Das Jüdische Echo 77 Schülerinnen, die bisher die Schule verbissen Indien, sind anschließend durch Vermittlung der Schule als Praklikanlinnen in jüdische Anslallen einge- Irelen, um dorl ihre Kennlnisse anzmvenden und zu vervollständigen. Von dorl aus führt sie ihr Weg leils zu weiterer Berufsausbildung und in Ansiellungen, teils zurück in die Familie und zur Ehe. Für jüdische Mädchen, deren Ellern noch in der glücklichen Lage sind, ihren Töchtern ein Jahr sorgloser, gesunder und fördernder Schulzeil schenken zu können, ist diese im schönen bayerischen Hochland (578 in ü. M.) gelegene Schule eine Slälte, wo sie in froher Gemeinschaft lernen können, was jede Frau heule in erster Linie verstehen und beherrschen muß. Für das junge Mädchen mit Volksschulbildung, das genötigt ist, möglichst bald Verdienst zu finden, besieht seif 1925 die Abteilung für Haushaiilehriinge ini Heim der Israelitischen Jugendhilfe, München, Antonienstraße. Tn Kursen von 1—2 Jahren unter Leitung einer geprüften Wirlschaflslehrerin, einer Jugendleiterin und einer Säuglingsschwester arbeiten hier die zukünftigen Hausfrauen oder Hausangestellten in folgenden Sparten: Küche, Hausarbeit, Gartenarbeit, Waschen, Bügeln, Flicken, Säuglings- und Kleinkinderpflege und Kindergarten. Besonderes Augenmerk wird darauf gelegt, daß die jungen Mädchen vor keiner Arbeit zurückscheuen und überall angreifen. Ein Hausexamen beschließt die Ausbildungszeit. Die tüchtige jüdische Hausangestellte gehört zu den Frauenberufen, die heute noch nicht überfüllt sind. Von den 60 Mädchen, die bisher im Heim der Israelitischen Jugendhilfe ausgebildel wurden (6 werden erst im April fertig), sind 32 in Stellung, 7 gingen nach der Ausbildung nach Hause, 4 gingen zur weiteren Ausbildung in die einschlägigen Anstalten (1 Kindergärtnerin, 1 Hauspflegerin, 1 Krankenpflegerin, 1 Säuglingsschwester), 4 wechselten nach der Ausbildung den Beruf, 4 wurden wegen unzureichender Fähigkeiten entlassen, 2 traten infolge Krankheit aus und 1 sucht momentan Stellung. Das Heim steht mit allen früheren Schülerinnen, auch den auswärtigen, in Verbindung, zuweilen finden Zusammenkünfte statt. Bei nichtpassenden Stellen wird nach Möglichkeit versucht, die Mädchen in geeignetere unterzubringen. Diejenigen Mädchen, die noch fortbildungsschulpflichtig sind, besuchen zweimal wöchentlich die Fortbildungsschule für Hauswirtschaft. Judentum und neudeutscher Nationalismus Der Bericht über diesen Vortrag folgt wegen Platzmangel in der nächsten Nummer. Zionistische Ortsgruppe Jungzionistischer Arbeitskreis, München V o r a n z e i g e Am Montag, dem 7. März, wird Herr Dr. E r n s t Mechner, Leiter des Jüdischen Nationalfonds, Berlin, einen Vortrag hallen. Die gesamte jüdische Jugend sowie alle Interessenten werden gebeten, sich diesen Abend freizuhalten. Alles Nähere ist aus der nächsten Nummer des „Jüdischen Echo“ ersichtlich. Zionistische Ortsgruppe, München V o r a n z e i g e Samstag, den 19. März, abends 8.30 Uhr, im Kunslgewerbehaus, Pfandhausstraße 7/1, Vortrag von Herrn Prof. Dr. Adolf F r a e n k e 1 , Kiel, über ,,2 J a h r e P r o f e s s o r i n P a 1 ä s t i n a“. Es wird schon beute auf diesen Vortrag aufmerksam gemacht und gebeten, sich den Abend freizuhallen. Jungzionistischer Arbeitskreis, München Im Anschluss an den anregenden Vortrag Blumenfelds über „Zionismus und neudeutscher Nationalismus“ fand am Montag, dem 23. Februar, ein Ausspracheabend statt. Nach einem Referat von Herrn Richard Eisen über den Inhalt der Krojankerschen Broschüre zum seihen Thema kam eine Aussprache zustande, deren Werl allerdings darunter litt, daß außer Herrn Dr. Cahnmann kein Gegner der zionistischen Gedankengänge das Wort ergriff. Die Diskussion bewegte sich vor allem um die Frage der Vereinbarkeit von deutschem Heimat- und Nationalgefüllt und zionistischer Gesinnung. I7. J. B. Jüdischer Jugendverein, München I) o n n erst a g a b e n d e. Lessingsaal. Beginn 20.30 Uhr. 3. März: U n I e r hall u n g s a b e n d. (Rezitationen, Gesang u. a.) 10. März: Vortragsabend: E d. S c h o e p f 1 i e h : „Aus der Geschichte der Juden in München.“ Jüdischer Kulturverein J. L. Perez Samstag, den 27. Februar, abends 9 Ehr, im Lessingsnal, Herzog-Rudolf-Straße 1: Herr Kapellmeister Joseph Ziegler: Betrachtungen in der jüdischen Musik. V o r a n z e i g e Samstag, den 5. März, abends 9 Uhr, Lessingsaal, Ilerzog-Rudolf-Slraße 1: Herr Dr. Rafael Levi: Der (ieist des Talmud. Samstag, den 9. April, abends 9 Uhr: Herr Geheimrat Dr. E. Doernberger: Leben und Sterben der Völker. Sozialistischer Arbeitskreis, München Am Montag, dem 22. Februar, fand der zweite Kursabend des sozialistischen Arbeitskreises statt. Ali Fröhlich referierte in sehr anschaulicher Weise über den II. Teil der „französischen Revolution“. Die anschließend slattgefundene Diskussion war sehr lebhaft und rege. Der nächste Kursabend findet Donnerstag, den 3. März, im jüdischen Jugendheim punkt 8.30 Uhr statt. Ali Fröhlich spricht über den „Chartismus“. Zionistische Ortsgruppe, Nürnberg-Fürth Am Samstag, dem 13. Februar, veranstalteten wir im überfüllten großen Saale des Künstlerhauses einen öffentlichen Vortrag. Professor Dr. Theodor Lessing, Hannover, sprach über: „Das Kräftespiel in Palästina, eine Reise durch Erez Israel.“ Hinsichtlich des Inhalts seiner interessanten Darlegungen verweisen wir, um Wiederholungen zu vermeiden, auf den Bericht in der „Jüdischen Rundschau“ vom 5. Januar 1932. Auf unseren besonderen Wunsch fand im Anschluß an den Vortrag eine Diskussion über „Jüdischen Selbsthaß“, in Anlehnung an das bekannte Buch Lessings, statt. Wir hoffen, daß diese Aussprache dazu beigetragen hat, weitere Kreise zur Lektüre dieses ausgezeichneten Werkes, das leider vom Jüdischen Verlag viel zu teuer verkauft wird, anzuregen. Wir glauben, daß der Vortragsabend für unsere Propagandaarbeit von wesentlicher Bedeutung sein wird. Kaffee-Konditorei Feldherrnhalle Inhaber: ADOLF ZIMMER, früherer langjähriger Direktor Hotel Excelsior Fernruf 91447 Wiener Kaffee und nur erstklassige Getränke Feinste eigene Konditoreierzeugnisse mit garantiert reiner Butter*

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