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Das jüdische Echo · 1932-02-05 · 6 (5.2.1932) · p. Seite 53

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
19 (1932)
Issue
6 (5.2.1932)
Date
1932-02-05
Page
Seite 53 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 6 Das Jüdische Echo 53 Über den Voranschlag berichtete in einer erläuternden Einführung Herr J.-R. Dr. Elias Straus. Er führte aus, daß der Entwurf gegenüber den Etats der letzten Jahre eine bedeutende Schrumpfung aufweise. Sie ergibt sich aus dem starken Rückgang der Sleuereingänge, die im Jahre 1928' noch bei 8 Proz. Umlage 628 000 RM. ausgemacht hatten, im Jahre 1929 bei 7 Proz. 629 000 RM., 19-30 bei 7 Proz. 476 000 RM., 1931 waren sie bei 8 bzw. 9 Proz. mit 392 000 RM. veranschlagt, bei einem tatsächlichen Eingang von nur 320 000 RM. und für 1932 ist bei einem Umlagensatz von 12 Proz. mit einem Eingang von 320 000 RM. gerechnet. Diese Zahl ergibt sich dadurch, daß man annahm, bei einem Satz von 9 Proz. würden 60 Proz. der vorjährigen Eingänge zu erzielen sein, was 240 000 RM. ausmachen würde und der Rest von 80 000 RM. wird als Ertrag der Umlagenerhöhung angenommen. Der Referent konnte hinzufügen, daß die Steuereingänge des Monats Januar als relativ günstig zu betrachten seien. Da aus dem Vorjahr ein Fehlbetrag von 62 438.01 RM. in den neuen Haushalt zu übernehmen war, mußten natürlich auf der Ausgabenseite an allen Posten Abstriche soweit als möglich gemacht werden. Bei den Besoldungen sind Minderausgaben durch die Gehaltskürzungen der Notverordnungen ermöglicht; im übrigen mußte, da Einsparungen an den gemeindlichen Anstalten und Einrichtungen nur in geringem Maße möglich sind, vor allem an den Positionen für kulturelle und allgemein jüdische . Zwecke, an den Zuwendungen für die jüdischen Vereine und hauptsächlich bei den Wohlfahrtsausgaben gespart werden. So ist unter anderem im Haushaltplan weder eine Zuwendung an den Keren Hajessod noch an den Central-Verein vorgesehen; die Hebräischen Sprachkurse erhalten anstatt 1800 RM. wie im Vorjahre 600 RM, der Verein Ohel Jakob anstatt 13 000 5500 RM., der Verein Talmud Thora anstatt 7800 1500 RM. Die Aufwendungen für Offene Fürsorge sind aus dem Etat der Kultusgemeinde nahezu geschwunden; denn von den vorgesehenen Ausgaben für Jugendfürsorge, Mittelstandshilfe, Lebensmitlelbeschaffung und Wohlfahrtsamt im Gesamtbetrag von 50 000 RM. werden 27 000 RM. aus Stiflungszinsen und 20 000 RM. aus dem Ertrag der Sammlung Winterhilfe gedeckt. Der Etat schließt mit einem Fehlbetrag von 50 800 RM. ab. Eine Generaldebatte über den Etat wurde nicht gewünscht; in der Einzelberatung gab es Auseinandersetzungen auch nur über die Positionen für Ohel Jakob und Talmud Thora. Erhöhungsanträge der orthodoxen Fraktion und der Zionisten wurden trotz eindringlichster Darstellung der Notlage abgelehnt. Insbesondere zu bedauern ist, daß damit die Weiterexistenz der Talmud Thora-Schule unmöglich erscheint, die mit dem ihr bewilligten Betrag höchstens in der Lage wäre, den Betrieb im ersten Halbjahr weilerzuführen. Neben den Herren Siegel, Horn und Grünbaum setzten sich auch die Herren Wechsler, J.-R. Dr. Fränkel und Rosenthaler für die Erhöhung der Position ein. Erwähnenswert ist eine Erklärung von Herrn Oherstlandesgerichlsral Dr. Neumeyer, der ausführte, daß die Kürzung dieser Position keine parteipolitische Maßnahme gewesen sei und daß er für seine Person für mindestens 3000 RM. eingetrelen sei. Immerhin wurde beschlossen, die bewilligten 1500 RM. im ersten Halbjahr zur Auszahlung zu bringen und man darf wohl aus den Worten von Herrn Dr. Neumeyer schließen, daß eine nachträgliche Erhöhung auf 1500 RM. nicht unmöglich ist, wenn es die Steuereingänge nur irgend gestatten. In der Gesamtabslimmung wurde der Haushaltplan einstimmig angenommen und der Umlagensatz auf 12 Prozent feslgelegt. Zum nächsten Punkt der Tagesordnung: Wahlen und Verfassungsänderung wurde von Oberstlandesgerichlsrat Dr. Neumeyer bekannlgegeben, daß auf seine Anregung mit Rücksicht auf die gegenwärtigen Verhältnisse die Parteien übereingekommen sind, für die zum 13. März bereits ausgeschriebenen Neuwahlen eine Einheitsliste einzureichen und damit eine streitige Wahl zu vermeiden. Es bestanden jedoch schwerwiegende Bedenken dagegen, diesen Kompromiß gleich für die ftormale Wahlperiode von 5 Jahren abzuschließen, weswegen man sich dahin einigle, im Wege einer Verfassungsänderung nur die nächste Wahlperiode auf 3 Jahre abzukürzen. Der dahingehende Antrag wurde einstimmig angenommen. Schließlich wurde in geheimer Sitzung über Personalfragen beraten. Tanz-Nachmittag der Zionistischen Ortsgruppe München Der Tanz-Tee, den die Zionistische Ortsgruppe gemeinsam mit dem Jungzionistischen Arbeitskreis und dem Keren Kajemeth am Sonntag Nachmittag im Hotel Königshof veranstaltete, verlief außerordentlich erfolgreich. Schon bald nach 4 Uhr war der schöne Saal und die Nebenräume gefüllt und vom Anfang an herrschte eine angeregte, vergnügte Stimmung sowohl an den Tischen wie unter den Paaren, die sich in ganz faschingsmäßiger Enge auf dem Parkett drehten. Eine hübsche Abwechslung bildeten zwei Solotänze von Erl. Else Maier und eine unter großer Heiterkeit ausgetragene Ballonschlacht um Preise, die schließlich Frl. Blau und Herr Heinrich Kalter erringen konnten. Besondere Erwähnung verdient aber auch die Tanzkapelle Zuckerberg, die unermüdlich erstklassige Tanzmusik und auch einen sehr erfreulichen Anblick ’bot. — Zweierlei kann man aus dem großen Erfolg dieses Nachmittags lernen: erstens, daß gerade in diesen ernsten Zeiten solche Veranstaltungen, die die Möglichkeit geben, sich „unter sich“ aufzuheitern, nicht überflüssig sind. Zweitens aber — eine immer wieder beobachtete und nicht zu unterschätzende Tatsache —, welche starke Anziehungskraft alle gesellschaftlichen Veranstaltungen haben, die von zionistischen Kreisen ausgehen. Man darf daher dem vom Jüdischen National-Fonds geplanten Purimball mit großen Erwartungen entgegensehen. Zionistische Ortsgruppe München Wir machen heule schon auf den am Mittwoch, dem 17. Februar, im Kunstgewerbesaal stattfindenden Vortrag von Herrn Kurt Blumenfeld (Berlin) aufmerksam. Näheres in der nächsten Nummer des „Jüdischen Echo“. Programm der V. J. St. Jordania Samstag, den 6. Februar: 14 Uhr Cafe Hag. Mittwoch, den 10. Februar: 20.30 Uhr Kartelltagskonvent. Donnerstag, den 11. Februar: 20.30 Uhr Burschenkurs. Schekelaktion 5692 Die Schekelaktion, die von ehrenamtlichen Helfern durchgeführt wird, hat bereits begonnen. An Euch, Zionisten, ergeht daher der Ruf: Legt erneut das Bekenntnis zu Eurer Organisation ab, indem Huden Schekel, das Symbol Eurer Verbundenheit mit dem Zionismus, erwerbt und so der Zionistischen Organisation die Mittel zu ihrer organisatorischen, propagandistischen und politischen Arbeit sichert.

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