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Das jüdische Echo · 1932-01-29 · 5 (29.1.1932) · p. Seite 45

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
19 (1932)
Issue
5 (29.1.1932)
Date
1932-01-29
Page
Seite 45 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 5 Das Jüdische Echo 45 Die Beteiligung ist kostenlos und erfordert keine Vorkenntnisse. Bar Kochba „Die Nacht ohne Zores!“ Die Zeiten — doch wem sag ich das! — sind mies und machen Sorgen. Wo will wer wem was borgen? Wem macht ein ungedeckter Scheck heut Spaß? Mir nicht. Wem noch? — Jedoch zum Triibsalblasen ist übermorgen auch noch Zeit. Heut mögt ihr euer Faschingskleid vom letzten Jahr aufbügeln lassen, euch in es werfen und in ihm zum Stachus pilgern. Dort im Restorang erwartet euch. Musik, Tanz und Gesang. Hin jeder treibts so wie er will: allein, zu zweit, laut oder still. Man kann, wie einst Hillel, auf einem Bein stehend sich amüsieren, Man kann, wenn man kann, als Gesangverein oder als Pascha sich produzieren. Weinzwang ist nicht; man weiß was das heißt: der Konsum bleibt jedem, unbenommen. Hs wird ganz nach Belieben gespeist (Gäste sind überaus herzlich willkommen!!) Kommt* pünktlich an um einhalbacht Vergeßt Textil und andere S’chores. Wir feiern heute eine Nacht mal ausnahmsweise ohne Zores! darum laßt euch nicht lang bitten, sondern strömt in hellen Scharen heute Abend zum Kostümfest des „Bar Kochba“ im Hotel „Der Königshof“ am Stachus. Es geht natürlich erst um halb 9 Uhr an, aber das hätte sich leider nicht auf „Nacht“ gereimt. Der Eintrittspreis kostet 100 Pfennige. Es wird eine Masse Prominenter anwesend sein, sie werden aber nicht stören und bald wieder gehen. Es wird herrlich werden. Die Beiträge werden an diesem Abend nicht eingetrieben, es ist wunderbar dekoriert. Jüdisches Jugendheim. Herzog-Rudolf-Straße 1 1. Februar, Montag: Presse-Abend, Leitung Hugo Droller. 8. Februar, Montag fällt aus (Rosenmontag). 15. Februar, Montag, lesen und besprechen wir die Rede Gustav Radbruclis „Der Mensch im Recht“. München. Am Montag, dem 1. Februar, findet abends halb 9 Uhr, im Jüdischen Jugendheim, Herzog-Rudolf-Straße 1, ein kontradiktatorischer Abend, veranstaltet von der Borochow-Jugend (Linke Poale Zion) und den Zionisten-Revisionisten, statt. Für die Borochow-Jugend wird Herr Harry 0 b e r m a y e r , für die Revisionisten Herr F r i t z R o s e n t h a 1 sprechen. Um zahlreichen Besuch wird gebeten. Generalversammlung des Jüdischen Jugendvereins Am 14. Januar 1932 hielt der Jüdische Jugendverein München seine Generalversammlung ab. Vor der gut besuchten Versammlung gab der erste Vorsitzende, Herr Oberlehrer Dr. Siegfried Keßler, den Bericht über das vergangene Vereinsjahr. Der Verein hatte im vergangenen Jahr einen erfreulichen Aufschwung genommen, der sich nicht nur in einer ansehnlichen Zunahme der Mitgliederzahl zeigte, sondern auch in dem starken Besuch durch Gönner und Gäste. Dem rührigen Vorstand war es auch gelungen, eine Reihe ausgezeichneter Vortragsabende herauszubringen. Eine wohlgelungene Chanukkafeier steht in bester Erinnerung. Selbstverständlich wurde Wandern und Sport nicht vernachlässigt. Einige Gruppen bildeten Arbeitsgemeinschaften, um. sich mit den Problemen der Gegenwart zu beschäftigen. Leider mußten die Freitagabendfeiern aufgegeben werden, da geeignete Herren zur Leitung der Abende nicht in genügender Anzahl zur Verfügung standen und die Gästeschar sich infolgedessen verlief. Die Kassenlage war dtmk der energischen Arbeit des Kassenwartes, Herrn Theodor Naschitz, eine günstige. Die Entlastung wurde der Vorstandschaft einstimmig erteilt. Der einmütige Wille der Versammlung beschloß, die Vorstandschaft solle in der gleichen Zusammensetzung wie bisher ihre Tätigkeit fortsetzen. Gesamtausschuß der Ostjuden Familie M. Königsberg gratuliert herzlichst zur Verlobung Ro'sner-Gidalewitsch, zur Bar Mizwah Eisenberg und Wiesenfeld sowie Familie Jul. Kolm zur Geburt ihres Töchterchens (unlieb verspätet) RM. 2.—. Der Verein Talmud-Thora-Schule gratuliert herzlichst seinem Ehrenvorsitzenden Herrn Bernhard Wadler zum 75. Geburtstag (unlieb verspätet). RM. 1.—. Schekelaktion 5692 Die Schekelaktion, die von ehrenamtlichen Helfern durchgeführt wird, hat bereits begonnen. An Euch, Zionisten, ergeht daher der Ruf: Legt erneut das Bekenntnis zu Eurer Organisation ab, indem Ihr den Schekel, das Symbol Eurer Verbundenheit mit dem Zionismus, erwerbt und so der Zionistischen Organisation die Mittel zu ihrer organisatorischen, propagandistischen und politischen Arbeit sichert. Tragt durch Verbreitung des Schekels den zionistischen Gedanken in diejenigen Kreise unseres Volkes, die bisher unserer Bewegung fernstanden. Entrichtet und sammelt den Schekel! Stärkt und vergrößert die zionistischen Reihen! Nürnberg. Am Donnerstag, dem 22. Januar 1932, hielt Herr Dr. Geßner in der WIZO-Gruppe Nürnberg einen sehr gut besuchten Vortrag mit Lichtbildern über das „Jüdische Rom“, das der Referent selbst gesehen und studiert hat. Der Redner gab zuerst einen kulturell sehr interessanten Überblick über die römischen Juden von heute, ihre Typen und ihre Abstammung, ihr Verhältnis zur Umwelt. Dann zeigte er in einer großen Anzahl von Lichtbildern die jüdischen Altertümer, die Katakomben, das Kolosseum, den Titusbogen, alte Synagogen usw. Er knüpfte belehrende historische Erläuterungen ein und die Beziehungen zur Gegenwart. Das Publikum hat den fesselnden Vortrag mit großem dankbaren Interesse aufgenommen. Zionisten, kauft und verbreitet den Scheket!

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