Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 19 (1932)
- Issue
- 5 (29.1.1932)
- Date
- 1932-01-29
- Page
- Seite 44 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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44 Das Jüdische Echo Nr. 5 winnung der amerikanischen öffentlichen Meinung und der Sicherung der Unterstützung Amerikas für den Aufbau des Jüdischen Nationalheims in Palästina bezeichnet. Zweieinhalb Millionen Dollar sollen 1932 in Amerika für Palästina aufgebracht werden Neuyor k, 19. Januar. (JTA.) Am 18. Januar fand im Botel Astor unter dem Vorsitz von Morris Rothenberg und unter Teilnahme des Präsidenten des America Jewish Committee und des Administrative Committee der Jewish Agency Dr. Cyrus Adler, des Präsidenten des Joint Foreign Committee Felix M. Warburg und anderer prominenter amerikanischer Nichtzionisten, die der Jewish Agency angehören, die Nationalkonferenz des Keren Hajessod statt, der 600 Delegierte, Zionisten und Nichtzionisten, aus allen Teilen der Vereinigten Staaten beiwohnten. Es wurde beschlossen, im Verlaufe des Jahres 1932 2 500 000 Dollar für die Fortführung des jüdischen Aufbauwerkes in Palästina aufzubringen. Jüdischer Nationalfonds, Keren Hajessod und Hadassah werden die Kampagne, die unter der Leitung von Morris Rothenberg vor sich gehen wird, gemeinsam führen. Nahum Sokolow1, der Präsident der Zionistischen Weltorganisation und der Jewish Agency, war der Hauptredner des Abends. Es wurde ein Begrüßungstelegramm vom Präsidenten der Vereinigten Staaten, Herbert Hoover, verlesen, in welchem Hoover sein Interesse an dem Fortschritt des jüdischen Aufbauwerkes in Palästina bekundet. Paul M. Warburg gestorben Neuyork, 25. Januar. (JTA.) Paul M. Warburg, der hervorragende Finanzmann, Schöpfer und Organisator des American Federal Reserve System, ist in der Nacht von Sonntag zu Montag in seiner Neuyorker Wohnung einer schweren Erkrankung erlegen. ln der amerikanischen Öffentlichkeit hat die Nachricht vom Ableben Paul M. Wiarburgs Trauer hiervorgerufen. Sämtliche amerikanischen Montagszeitungen widmen dem Verstorbenen große Nachrufe; führende Persönlichkeiten des politischen, des gesellschaftlichen und des Finanzlebens Amerikas ergreifen in der Presse das Wort, um das Lebenswerk Paul M. Warburgs zu werten, und zollen ihm den Tribut der Verehrung, der Liebe und der Dankbarkeit für die Verdienste, die er sich um die Organisation des Finanzwesens der Vereinigten Staaten und um die wirtschaftliche Wiederannäherung der Vereinigten Staaten an Deutschland erworben hat. Paul M. Warburg trat zum erstenmal vor die große Öffentlichkeit, als ihn 1914 Präsident Wilson in die Leitung des neugegründeten Federal Reserve Board, dessen Grundlagen Paul schaffen half, berief. Das ganze Federal Reserve System war zum großen Teil eine Konsequenz der Warburgischen Geld-Ideen. Seiner Tatkraft und Initiative ist es zu danken, daß der stark theoretische Gesetzentwurf zu einem praktisch funktionierenden Geld- Instiut führte und daß heute das Federal Reserve System zu den mächtigsten Notenbanken der Wjelt gehört. Paul M. Warburg, der stets außerordentlich viel arbeitete, erübrigte nicht viel Zeit, um sich mit jüdischen öffentlichen Dingen .zu befassen, doch unterstützte er sehr viel die jüdischen Aktionen seines Bruders Felix und verfolgte die jüdischen Angelegenheiten mit einem stets wachen Interesse. Aus der jüdischen Welt Hakenkreuze auf Falschgeld In verschiedenem Gegenden Deutschlands tauchten gefälschte Zehnmarkscheine auf, die besonders dadurch erkenntlich sind, daß ihnen ein Hakenkreuz aufgedruckt ist. Die Scheine wurden in Düsseldorf ausgegeben, die Reichsbank hat für die Ermittlung des oder der Täter eine hohe Belohnung ausgesetzt. Ruhe und Ordnung! Die „Leipziger Studentenschaft“ teilt mit, daß sie u. a. folgenden Beschluß gefaßt hat: „Zur Wahrung der Ruhe und Ordnung an der Leipziger Universität und innerhalb der Studentenschaft wird den einzelnen Ämtern der Studentenschaft nahegelegt, zu Vorträgen keine Juden zu bitten.“ Wieder eine Friedhofschälndung — 67 Grabsteine umgeworfen Berlin, 21. Januar. (JTA.) Auf dem jüdischen Friedhof Buttenheim-Hirschaid wurden,^ wie das „Israelitische Familienblatt“ meldet, 67 Grabsteine umgeworfen und zum Teil sehr schwer beschädigt. Der Sachschaden ist sehr bedeutend und wird auf Tausende von Mark geschätzt. Als Täter ist der Kleingütler Kaiser aus Seigendorf ermittelt worden. Die Tat erregt bei der Bevölkerung der ganzen Umgebung großen Abscheu. Die kleine Gemeinde hat eine Aktion eingeleitet, um den Friedhof wieder instand zusetzen, was ihr aus eigenen Mitteln unmöglich ist. Gemeinden- und Vereins-Echo Zionistische Ortsgruppe — Jungzionistischer Arbeitskreis — Keren Kajemeth Lejisrael veranstalten am Sonntag, dem 31. Januar, nachmittags 4 Uhr, im Hotel Königshof, einen Tee- Nachmittag mit Tanz, zu der sie alle Gesinnungsgenossen und Freunde herzlichst einladen. Eine flotte Tanzkapelle, Solotänze, vorgeführt von Fräulein Else Maier und lustige Tanzspiele mit Preisen werden den Besuchern einen vergnügten Nachmittag bereiten. Eintritt RM. 1.20 inklusive Tee. — Saalöffnung halb 4 Uhr. — Kartenvorverkauf: Minikes. Klenzestraße 62; Ewer-Buchhandlung. Ottostraße 2; Pelzhaus S. Orljansky, Neuhauser Straße 29; Zionistische Ortsgruppe, Herzog-Rudolf-Straße 1. Siehe Anzeige in dieser Nummer. Liederstunde der hebräischen Sprachkurse, München Nach einer kleinen Pause findet die hebräische Liederstunde ab Mittwoch, den 3. Februar, abends 8.45 Uhr bis 10 Uhr, im Raum der hebräischen Sprachkurse, Herzog-Rudolf-Straße 1/Rckg„ wieder regelmäßig statt. 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