Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 19 (1932)
- Issue
- 4 (22.1.1932)
- Date
- 1932-01-22
- Page
- Seite 37 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 4 Das Jüdische Echo 37 meister von Tel-Awiw Dizengoff beim High Commissioner Sir Arthur W.auchope über eine Verfügung der Leitung der palästinensischen Polizei, der gemäß die jetzt nur aus Juden bestehende Polizei der jüdischen Stadt Tel-Awiw in die Landespolizei in einer Weise eingegliedert werde, daß sie ihren jüdischen Charakter verliert und auch Nichtjuden Polizeigewalt in Tel-Awiw ausüben. Wie die Jüdische Telegraphen-Agentur nun erfährt, ist es zwischen dem Stadtrat von Tel-Awiw und dem Chef der Palästina-Polizei Spicer zu einer Abmachung gekommen, der gemäß die Polizei von Tel- Awiw auch in Zukunft ihren jüdischen Charakter behält. Neue Ausgrabungen in Palästina Jerusalem, 4. Januar. (JTA.) Bei den in der Nähe von Nablus in Mittelpalästina gegenwärtig betriebenen Ausgrabungen sind Funde von großem archäologischen Wert gemacht worden, die aus der Zeit des jüdischen Königtums stammen. So stieß man unter anderem auf eine von den Juden errichtete mächtige Mauer, an die die Römer zur Zeit des Herodes das Forum gebaut hatten, ferner auf Gräber mit zahlreichen Gold- und Silbergegenständen, sowie Glasgefäßen, auf einen ausgezeichnet erhaltenen, aus Stein gebauten Wasserleitungskanal und auf ein römisches Mausoleum mit steinernen Särgen. 339 000 Juden sind im letzten Jahrzehnt in Amerika eingewandert Washington, 18. Januar. (JTA.) In den Jahren 1921 bis 1930 sind unter insgesamt 4 107 209 Einwanderern 339 054 Juden in die Vereinigten Staaten gekommen. Von in dem gleichen Jahrzehnt aus den Vereinigten Staaten ausgewiesenen 92 157 Personen waren 1756 Juden. Nur 9 Prozent der deportierten Juden haben sich kriminelle Akte zu Schulden kommen lassen. Buchbesprechungen Eine zionistische Schriftenreihe Das Anwachsen, die Verbreitung einer Bewegung kann man deutlich an der Zahl der Broschüren über die Bewegung beurteilen. Der Zionismus hat eine ganze Flut von Broschüren hervorgebracht und unentwegte Sammler können sich rühmen, eine ganze Reihe zu besitzen. Und wirklich steckt in Broschüren ein wertvoller Gehalt. Die Zeit wird genau erfaßt und dank der Kürze verständlich gemacht. In letzter Zeit haben sich Broschüren, wenn wir von denen absehen, die rein propagandistisch sein wollen, selten gemacht. Nur noch vor Wahlen beschenken uns besonders eifrige Gruppen mit Broschüren, welche parteimäßig gehalten sind. Wohltuend unterscheidet sich von diesen das Beginnen der Prager jüdisch-akademisch-technischen Verbindung „Barissia“, die eine Schriftenreihe „Zur Diskussion des Zionismus“ herausgibt. Die Zeit ist dafür sehr günstig, dies um so mehr, als wirklich Gediegenes geboten wird. Bisher sind 5 Hefte erschienen, von denen bereits einige vergriffen sind. Die jüngsten drei Hefte liegen vor mir und sollen hier, so weit es der Raum gestattet, angezeigt werden. Es sind dies: „Einführung in den Zionismus“ von Dr. Walter Kohner; „Antisemitismus als Völkerhysterie“ von Felix Weltsch und eine „Selbstdarstellung der Parteien und Strömungen im Zionismus“. Dr. Walter Kohner wählte zu seiner Arbeit den Briefstil und gibt in 12 Briefen eine klare Darlegung der Grundlagen des Zionismus. Dieser kleine Band wächst aber über sich hinaus, da er neben dem gediegenen Inhalt auch eine glückliche Zusammenstellung der zionistischen Literatur gibt. Über Felix Weltsch „Antisemitismus als Völkerhysterie“ wurde schon anläßlich seines Vortrages einiges geschrieben. Jetzt liegt das gesprochene Wort gedruckt vor und es ist sicherlich ein Gewinn, daß man zu diesem interessanten Thema bereits Literatur hat. Der fünfte Band behandelt „Parteien und Strömungen im Zionismus, in Selbstdarstellung“. Sechs Parteien und zwei Strömungen (Brith Schalom und Dr. Robert Weltsch) versuchen, jenseits von Parteiphrasen, ihr Gedankengebäude aufzubauen. Die Broschüre will nicht werben und doch klingt der eine oder andere Beitrag mit einer kleinen Parteifanfare aus. Die war nicht zu umgehen, jedenfalls ist diese Selbstdarstellung wichtig und schließt sich würdig der Reihe der anderen Bändchen an. Eine ganze Reihe von Broschüren ist von dem Verein vorgesehen und die angezeigten Autoren bürgen dafür, daß man mit wervollem Literaturmaterial rechnen kann. „Wenn diese Hefte einen bescheidenen Beitrag bedeuten würden, bestehende Gegensätze wohl nicht auszugleichen, aber im Bezug auf die ihnen allen gemeinsamen zionistisch — also durchaus ethischen — Züge dem Bewußtsein der zionistischen Öffentlichkeit näher zu bringen — so war ihr Zweck erfüllt.“ e. p. Die Schriften sind zu beziehen durch Herrn Ing. V. Bauer, Prag, Sochowa 26. Hans Kohn. Die Rechtsstellung der Ausländer in Palästina. Archiv des öffentlichen Rechts 1931. Seite 359—375. Die Rechtsstellung der Ausländer im Orient beruhte lange Zeit auf den aus dem Mittelalter überkommenen Kapitulationen, durch die ehedem etwa das byzantinische Reich den Venezianern in Konstantinopel das Recht eigener Strafr und Zivilgerichtsbarkeit einräumte. Fast überall, besonders in den nunmehr selbständigen Staaten Türkei, Irac und Siam sind die Kapitulationen — nicht zuletzt auf sowjetrussischen Druck hin — verschwunden und hat man versucht, die notwendige Konsequenz zu ziehen: ein Recht und einen Richterstand heranzubilden, die sich vor Europa sehen lassen können. Die Kapitulationen bestehen fast nur noch in Ägypten und — eingeschränkt — in türkischen Nachfolgeländern, vor allem in Palästina; hier übrigens infolge amerikanischer Einflußnahme. Sonderrechte in Palästina — vor allem das Recht, von britischen Richtern abgeurteilt zu werden — stehen danach im wesentlichen den Angehörigen der Völkerbundsstaaten zu; nicht aber den Deutschen (da Deutschland darauf verzichtete) und nicht den „native s“ (zu denen wahrscheinlich die Inder, nicht die weißen Au- Zionisten, kauft und verbreitet den Scheketl\