Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 19 (1932)
- Issue
- 2 (8.1.1932)
- Date
- 1932-01-08
- Page
- Seite 21 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 2 Das Jüdische Echo 21 wertete er seine Erfindungen geschäftlich nicht aus, sondern stellte sie der Akademie der Wissenschaften zur Verfügung. Seine wertvolle Bibliothek vermachte er der Hebräischen Nationalbibliothek in Jerusalem. Antisemitismus unvereinbar mit Christentum Wien, 28. Dezember. (JTA.) Der in der katholischen Welt hochangesehene Pater Bichlmair hielt im österreichischen Rundfunk aus Anlaß des Weihnachtsfestes eine Ansprache, in der er u.a. erklärte: An diesem Friedensfeste ruft die katholische Kirche die Christenheit auf, sich nicht länger dem Hasse hinzugeben und die gegen die Juden, Gottes auserwähltes Volk, gerichteten Lehren des Antisemitismus von sich zu weisen. Das jüdische Volk hat der christlichen Welt den Heiland geschenkt, die Haltung der Christenheit gegenüber den Juden sollte darum eine der Dankbarkeit und Liebe sein. Antisemitismus ist ewas den Lehren der katholischen Kirche Entgegengesetztes. Die antisemitische Bewegung ist für den Heiligen Vater eine Quelle des Grams; der Papst hat wiederholt der Christenheit zugerufen, keine feindlichen Gefühle gegen das Volk zu hegen, dem der Heiland entsprang. Legalisierung jüdischer Gemeindestatuten in Rumänien Bukarest, 23. Dezember. (JTA.) Der Präsident des Verbandes der jüdischen Gemeinden Altrumäniens Dr. W. Fildermann hatte eine längere Unterredung mit dem Ministerpräsidenten und Minister für Kultus und Unterricht Prof. N. Jorga, in deren Verlauf eine Reihe wichtiger Probleme der jüdischen Bevölkerung Rumäniens erörtert wurden. Ministerpräsident Jorga, der den von Dr. Fildermann erhobenen Forderungen gegenüber großes Verständnis zeigte, bewilligte am Schlüsse der Unterredung die Legalisierung der Statuten der Jüdischen Gemeinde Bukarest und mehrerer anderer großer jüdischer Gemeinden Rumäniens. Die Anerkennung der Gemeindestatuten ist für die rechtliche Stellung der betreffenden Gemeinden und für die organisatorische Geschlossenheit der jüdischen Religionsgemeinschaft in Rumänien von großer Bedeutung. Prof. Jorga erfüllte auch die Forderungen Dr. Fildermanns betreffend die Regelung der Erzeugung und des Vertriebs von Mazzoth durch die jüdischen Gemeinden. Subvention der Stadt Bukarest für das Wohlfahrtswerk der Jüdischen Gemeinde Bukarest, 23. Dezember. (JTA.) Der Gemeinderat der Stadt Bukarest hat in seiner letzten Sitzung auf Grund eines eindringlichen Appells des jüdischen Mitglieds des Gemeinderates Adv. Gabriel Schaeffer beschlossen, die Subvention für das Wohlfahrtswerk der Jüdischen Gemeinde im Hinblick auf die große Not unter der jüdischen Bevölkerung und die hohe Bedeutung der jüdischen Fürsorgeinstitutionen im Rahmen der allgemeinen Wohlfahrtspflege auf 150 000 Lei zu erhöhen. Im vorigen Jahre betrug die städtische Subvention für die jüdische Wohlfahrtspflege nur 60 000 Lei. Außerdem hat die Jüdische. Gemeinde noch größere Subventionen seitens der einzelnen Bezirkssektionen der Stadt Bukarest zu erwarten. Die Erhöhung der Subvention für die Jüdische Gemeinde erfolgte, obwohl an anderen Etatposten einschneidende Kürzungen aus Ersparungsgründen vorgenommen wurden. Ernst H. Schiff gestorben L o n d o n , 28. Dezember. (JJ'A.) Ernst H. Schiff, der seit vielen Jahren im jüdischen öffentlichen Leben Englands führend tätig war, ist im Alter von 50 Jahren verstorben. Er war Angehöriger der bekannten Neuyorker Bankierfamilie Schiff und ein Bruder des Präsidenten des Jews’ Temporary Shelter Otto M. Schiff, Ernst H. Schiff war Präsident des jüdisch-religiösen Erziehungsrates, Vorsitzender des Foreign Apneals Committee des Jewish Board of Deputies und Vorsteher der Großen Synagoge zu London. Dr. Weizmann tritt am 22. Januar seine Reise nach Südafrika an London, 28. Dezember. (JTA.) Dr. Chairri Weizmann begibt sich am 22. Januar auf die Reise nach Südafrika, um an der Kampagne für den Keren Hajessod, die am 8. Februar in der südafrikanischen Union offiziell eingeleitet wird, teilzunehmen. Dr. Alexander Goldstein, der bekannte Keren Hajessod-Pionier, der Dr.Weizmann in dieser Kampagne beistehen wird, tritt die Reise nach Südafrika schon am i. Januar an. Nahum Sokolow in Neuyork eingetroffen Neuyork, 30. Dezember. ((JTA.) Der Präsident der Zionistischen Weltorganisation und der Jewish Agency, Nahum Sokolow, ist in Begleitung des früheren englischen Parlamentsmitglieds Norman Angell und des Präsidenten des Weltmisrachi Rabbi Meir Berlin in Neuyork eingetroffen, um die am 7. Januar in den Vereinigten Staaten beginnende große Kampagne für das jüdische Aufbauwerk in Palästina zu leiten. Zur Begrüßung der Gäste fanden sich im Hafen von Neuyork die zionistischen Führer Richter Julian W. Mack, Dr. Stephen S. Wise und Robert Szold, sowie das Mitglied der Exekutive der Jewish Agency Emanuel Neuman ein. Die Einladungen zur Sokolow-Konferenz in Neuyork bereits ergangen Neuyork, 29. Dezember. (JJ’A.) Der Präsident des American Jewish Committee Dr. Cyrus Adler, der Vizegouverneur des Staates Neuyork Herbert H. Lehman, Richter Julian W. Mack, Felix M. Warburg, Dr. Stephen S. Wise, James Marshall (der Sohn von Louis Marshall), Nathan Straus jr., und andere jüdische Persönlichkeiten in den Vereinigten Staaten haben soeben eine Einladung an die Führer aller jüdischen Gemeinden und Organisationen in allen Teilen der Vereinigten Staaten zur Teilnahme an der am 7. Januar in Neuyork beginnenden Nationalkonferenz der amerikanischen Juden zur Beratung von Plänen betreffend den Wiederaufbau Palästinas unterzeichnet. Hauptrender in der Eröffnungssitzung der Konferenz wird der Präsident der Zionistischen Organisation und der Jewish Agency, Nahum Sokolow, sein. Senator Borah und Hitler Neuyork, 30. Dezember. (JTA.) Der Führer der deutschen Nationalsozialisten Adolf Hitler hat in seinem vor kurzem den ausländischen Pressevertretern in Berlin gegebenen Interviews erklärt, Senator Borah sei der einzige Politiker in den Vereinigten Staaten, der sein Programm versteht. In einem Gespräch mit Herrn Karl Schwager, amerikanischen Korrespondenten linksstehender deutscher Zeitungen, erklärte Senator William E. Borah, der Vorsitzende des außenpolitischen Ko-