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Das jüdische Echo · 1932-01-08 · 2 (8.1.1932) · p. Seite 22

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
19 (1932)
Issue
2 (8.1.1932)
Date
1932-01-08
Page
Seite 22 (sequence 10)
Language
German
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22 Das Jüdische Echo Nr. 2 tnitees des Senats der Vereinigten Staaten: Ich habe von Herrn Hitler niemals, sei es direkt oder indirekt, irgendeine Mitteilung erhalten. Ich hege keinerlei Sympathie für irgendetwas in der Welt, das den Charakter der Intoleranz gegen eine Nation oder Rasse oder den Charakter der Verfolgung einer Minderheit trägt. Gemeinden- und Vereins-Echo Jüdischer Jugendverein München Die diesjährige Generalversammlung findet am Donnerstag, den 14. Januar 20.30 Uhr, im Lessingsaale statt. Tagesordnung: 1. Jahres¬ und Kassenbericht. 2. Entlastung der Vorstandschaft. 3. Neuwahlen. 4. Anträge und Verschiedenes. Voranzeige: Am Donnerstag, den 21. Januar, Beginn 20.30 Uhr, spricht im Rahmen unserer Veranstaltungen im Saale der „C o n c o r d i a“ Herr Dir. Rieh. Scheid vom off. Russ. Reisebüro „Intourist“ über das zeitgemäße Thema: „Die Lösung de rjuden frage in der Sowjet- Uni o n“. Mitglieder, haltet euch diesen Abend frei, erscheint zahlreich und bringt Freunde unserer Ideen mit. Jüd. Kulturverein J. L. Perez München Samstag, den 9. Januar abends 8.45 Uhr, im Lessingsaal, Herzog-Rudolf-Straße 1: Herr Fritz Rosenthal liest aus Eigenem. Gäste herzlich willkommen! Voranzeige : Samstag, den 16. Januar, abds. 8.45 Uhr, findet ein Vortrag des Herrn Rabb. Dr. Ernst Ehren treu im Lessingsaal über das Thema: „Die zerstreuten Glieder des Jüdischen Volkes“ statt. Wir machen schon heute alle unsere Mitglieder, Freunde und Interessenten auf diesen vielversprechenden Abend aufmerksam. Gerade die wenig erfreuliche Lage der Juden in den bekannten jüdischen Zentren legt die Frage nahe, ob und wie luden außerhalb dieser Gebiete leben und wirken. Führerschulungskurs der jüd. Jugendvereine Vom 25. bis 27. Dezember 1931 fand in Stuttgart ein Führerschulungskurs der Landesverbände der jüdischen Jugendvereine Bayern, Baden und Württemberg statt. Aus dem reichhaltigen Programm seien nur folgende Vorträge erwähnt: Curt Friedmann, Geschäftsführer des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands, über „Wege zur Bibel“; Danziger „Soziale Hilfe“. Der Redner konnte darauf hinweisen, daß eine Gemeinschaft, wie sie die im Bunde zusammengeschlossene Jugend darstelle, zu einer sozialen Hilfe für die mit der Not kämpfenden Mitglieder verpflichte. Aus der Diskussion konnte allgemein die Tatsache festgestellt werden, daß der Jude es nun endlich lernen müsse, sich auf die veränderte Wirtschaftslage einzustellen. Weitere interessante Vorträge bildeten die von Curt Friedmann über: „Die jüdische Jugend im Kampf um die Frage der Zeit“, sowie Arthur Aufochs (Nürnberg) und Dr. Cohn (Stuttgart) über: „Die wirtschaftliche und soziologische Schichtung der jüdischen Jugend. Aufochs kennzeichnete als wichtigste Aufgabe für die Arbeit des Verbandes die Frage der Berufsberatung; welchen Beruf der junge Mensch, eben als Jude, heute ergreifen solle. Ein weiterer interessanter Punkt war der, daß die heutige Wirtschaft eine ganz deutlich verfolgbare Tendenz verfolge, und zwar die, sich möglichst sozial umzuschichten. Welchen Weg sie aber dabei einschlage, lasse sich heute noch nicht feststellen. Von äußerster Gefährlichkeit ist es deshalb für uns Juden, wenn ein Großteil für das sozialistische Experiment sich entscheide. Denn sollte der faszistische Gedanke sich durchsetzen, und die Möglichkeit besteht heute immerhin, so könnte der Jude von unseren Feinden einfach als Schädling des neuen Systems hingestellt werden können. Fritz Kessler konnte dann noch über die erfolgreiche Junggruppenarbeit in den Landesverbänden und Vereinen berichten. Als Ergebnis des Führerschulungskurses wurden schließlich einstimmig sieben Leitsätze aufgestellt, von denen ich nur die wichtigsten herausgreife: § 1 Die soziale Hilfe muß sich in Folge der geringen zur Verfügung stehenden Mittel im wesentlichen auf Berufsberatung und geldliche Unterstützung zur Fortbildung im Beruf — und in den einzelnen Bünden Versuch der Linderung der Arbeitslosigkeit — beschränken. § 3 Man hält es für unerläßlich, sich mit der jüdischen Sittenlehre zu befassen, um § 4 als letztes Ziel eine Synthese zwischen einer erstrebenswerten Wirtschaftsordnung und den Forderungen jüdischer Ethik zu finden. § 7 Die Teilnehmer der Tagung bekennen sich über alle Verschiedenheiten der religiösen und innerjüdischen Anschauungen hinweg zur unbedingten Notwendigkeit der Schaffung einer jüdischen Einheitsfront gegen den Nationalsozialismus. Gesamtausschuß der Ostjuden, München Gesammelt bej Verlobung Hafner durch Herrn Rosner für Moos Chitten 18.75 RM. Verein Schomre Schabbos grat. Familie Hafner zur Verlobung ihrer Tochter 2 RM. Wochenprogramm der V.J.St. Jordania, München Samstag, 9. Januar, 14 Uhr: Cafe Hag; Montag, 11. Januar, 20.30 Uhr: A. C. Off.; Donnerstag, 14. Januar, 20.30 Uhr: Fuxenkurs Off.; Samstag, 16. Januar, 14 Uhr: Cafe Hag. Zionistische Vereinigung Duisburg Der Vorstand der Jüdischen Gemeinde Duisburg hatte beim Preußischen Landesverband Jüdischer Gemeinden die Einberufung eines außerordentlichen Verbandstages angeregt, damit er seine Stimme erhebe zur Wahrung der Rechte der deutschen Juden. Der Preußische Landesverband lehnte die Anregung aus Ersparnisgründen ab. Darauf faßte Vorstand und Gemeindevertretung der Jüdischen Gemeinde Duisburg am 4. Januar 1932 folgenden Beschluß, der dem Landesverband übermittelt wurde: „Die Gemeindevertretung der jüdischen Gemeinde Duisburg hat einstimmig mit Befremden davon Kenntnis genommen, daß der Preußische Landesverband Jüdischer Gemeinden lediglich wegen seiner Finanzlage die Einberufung eines außerordentlichen Verbandstages zum Zwecke einer Protestkundgebung gegen die antisemitische Verhetzung ablehnt. Sie betrachtet es als eine der wichtigsten Aufgaben des deutschen Judentums und ein Gebot der notwendigsten Selbstverteidigung, daß die Gesamtvertretung der preußischen Juden gegen die ständige Herabwürdigung von Juden und Judentum in würdiger und entschiedener Form Stellung nimmt und dabei das Bewußtsein eigenen, durch keine Anfeindung zerstörbaren Wertes zum Ausdruck bringt.“

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