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Das jüdische Echo · 1932-01-08 · 2 (8.1.1932) · p. Seite 19

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
19 (1932)
Issue
2 (8.1.1932)
Date
1932-01-08
Page
Seite 19 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 2 Das Jüdische Echo 19 und Zwangskrankenversicherungen überprüfen und die Frage der Schaffung einer Norm zur Festsetzung eines Minimallohnes in Palästina erörtern. Ferner wird sie die Ergreifung von Maßnahmen erwägen, daß in allen Betrieben der Regieru ig und der Gemeindeverwaltungen — einerlei ob die Arbeiten in eigener Regie oder durch Unternehmer durchgeführt werden — Arbeitsbedingungen herrschen, ähnlich jenen, die bei den gemäß dem Palestine and East African Loans Act vom Jahre 1926 durchgeführten Arbeiten garantiert worden waren. Das jüdische Arbeiterviertel in der Haifa-Bucht Jerusalem, 1. Januar. (JTA.) In der Haifa- Bucht, in unmittelbarer Nähe der Eisenbahnwerkstätten der Regierung, ist ein jüdisches Arbeiterviertel im Entstehen. 180 Arbeiterhäuser, hauptsächlich für jüdische Eisenbahnarbeiter, sind im Bau. Klimatisch und hygienisch sind die Verhältnisse ausgezeichnet. Jeder Hausinhaber erhält einen Dunam umzäunten Gartenlandes. Der Jüdische Nationalfonds hat den Boden hergegeben, die Palästina Hypothek- und Kreditbank hat 20 000 Pfund als erste Bauhypothek vorgeschossen, der Palestine Emergency Fund gewährte eine Anleihe von 7500 Pfund zusammen. Das Arbeiterviertel wird über eine gute Wasserversorgung verfügen und elektrisch beleuchtet sein. Eine Abordnung der Agudas Jisroel beim High Commissioner Jerusalem, 1. Januar. (JTA.) Eine Abordnung der Agudas Jisroel in Palästina besuchte den High Commissioner für Palästina General Sir Arthur Wauchope und unterbreitete ihm das Ersuchen der in der Agudah vereinigten Orthodoxie, eine von der Knesseth Israel organisatorisch getrennte Gemeinde bilden zu dürfen. Sir Arthur Wauchope erwiderte, er habe bereits in London mit Führern der Agudas Jisroel über diese Angelegenheit gesprochen und sei im Bilde. Die Abordnung sprach den Wunsch aus, daß die Palästina-Administration der Agudas Jisroel 50 Einreisezertifikate* für Angehörige der Jeschiwoth ausfolgen möge. Die 15 jüdischen Familien aus Kurdistan verbleiben in Palästina Jerusalem, 1. Januar. (JTA.) Waad Leumi teilt offiziell mit, der High Commissioner General Sir Arthur Wauchope habe den vor einiger Zeit illegal nach Palästina eingewanderten 15 jüdischen Familien aus Kurdistan, die von der Einwanderungsbehörde bereits zur Landesverweisung verurteilt worden waren, gestattet, sich für die Dauer in Palästina niederzulassen, nachdem der Waad Leumi die Aufgabe auf sich genommen hat, diese 15 Familien so lange zu unterstützen, bis sie sich selbst erhalten können. Vor dem Weltkongreß sephardisch-orientalischer Juden Jerusalem, 27. Dezember. (JTA.) Die Exekutive der Weltorganisation sephardisch-orientalischer Juden ist zur Zeit energisch mit Vorbereitungen zur Ausführung ihres Beschlusses der Einberufung eines Weltkongresses beschäftigt. Zur Erleichterung der Arbeit wurde in Paris eine Exekutive für die Golusländer unter dem Vorsitz von Herrn M. D. Picciotto eingesetzt, der auch der Pariser Großrabbiner Dr. Nissim Obadia und der Advokat M. Abarbanel angehören. Demnächst wird die Organisation mit der Herausgabe eines Verbandsorgans unter der Redaktion von Herrn Kimchi beginnen. In Belgrad und Buenos Aires wurden Organisationszentren eingerichtet, während die Exekutive in Jerusalem die organisatorische Vorbereitung für den Kongreß in Palästina und in den Nachbarländern übernommen hat. Aus der jüdischen Welt Bialik in Berlin Berlin, 31. Dezember. (JTA.) Am Montag, den 4. Januar, morgens, traf der berühmte palästinensisch-hebräische Dichter Chaim Nachman Bialik zu mehrtägigem Aufenthalt in Berlin ein. Die Berliner Zionistische Vereinigung und die Ortsgruppe Berlin des Brith Ivrith Olamith veranstalten ihm zu Ehren am Donnerstag, den 7. Januar, abends, in den Räumen der Loge, Kleisstraße 10, einen Empfangsabend. In der „Jüdischen Rundschau“ widmet Robert Weltsch dem Dichter eine Begrüßung, in der er u. a. ausführt: Eine Begegnung mit Bialik ist für jeden von uns und für jede jüdische Gruppe immer wieder ein Erlebnis. Bialik ist ein Jude, der die Krise des heutigen Judentums am klarsten erkennt, ihr wahres (geistiges) Wesen begreift und zugleich am bewußtesten einen Auswxg zu neuem Aufbau jüdischer Volkhaftigkeit sucht. Bialik ist nicht nur ein Fordernder, ein Weckender, er ist der erfüllte Jude. Aktion für das hebräische Buch Anläßlich der Anwesenheit von B i a I i k in Deutschland Der Aufenthalt Bialik’s in Deutschland soll zu einer Aktion, die' der Verbreitung der hebräischen Literatur dient, ausgenutzt werden. Die beiden Verlage „D w i r“ und „S t y - bei“ haben sich zu einer gemeinsamen Propaganda vereinigt und schreiben Biicher-Subskriptionen gegen feste J a h r e s - A b o n n e m e n t s aus. Der Jahres-Abonnementspreis beträgt: a) RM. 42.—, b) RM. 105.—, c) RM. 210.— und mehr. Alle Kenner, Freunde und Lernende der hebräischen Sprache werden aufgefordert, sich durch eigene Subskription und durch die Aufbringung von Abonnements an der Aktion zu beteiligen. Meldungen und Bestellungen könne ergehen an: Brit Ivrit Olatnit, Berlin W 15, Kurfürstendamm 61, sowie an: Zionistische Vereinigung für Deutschland, Berlin W 15, Meinekestraße 10. Der Helldorf-Prozeß Berlin, 29. Dezember. (J TA.) In dem Prozeß gegen die Rädelsführer und Teilnehmer im Kurfürstendamm-Exzeß am jüdischen Neujahrstage fragte der Vorsitzende, Landgerichtsdirektor Ohnesorge, den Angeklagten Graf Helldorf, wie es zu erklären sei, daß auf dem Kurfürstendamm so viele SA.-Leute aus verschiedenen Stürmen erschienen. Helldorf hat dafür nur eine Erklärung: Die Behörden und die Gegner wären gerade in den letzten Tagen vor dem Kurfürstendamm-Ereignis äußerst scharf gegen die SA. vorgegangeu. Die SA. glich einem überhitzten Dampfkessel. Sie mußte sich irgendein Ventil verschaffen. So erschien sie auf dem Kurfürstendamm. Der Vorsitzende legt dem Angeklagten eine Karte vor, auf der die einzelnen Verkehrslokale und SA.-Heime angezeichnet sind, von denen aus die Stürme sich nach dem Kurfürstendamm begeben haben müssen. Wie erklären Sie sich, fragt Landgerichts-

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