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Das jüdische Echo · 1932-01-08 · 2 (8.1.1932) · p. Seite 18

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
19 (1932)
Issue
2 (8.1.1932)
Date
1932-01-08
Page
Seite 18 (sequence 6)
Language
German
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18 Das Jüdische Echo Nr. 2 ding, hätte ich nicht den zehnten Teil dessen für Palästina getan, das ich jetzt tue. Tel-Awiw T e 1 - A \v i w , 29. Dezember. (JTA.) Die Bevölkerung von Tel-Awiw bereitete dem früheren britischen Außenminister und einstigen Vizekönig von Indien, Lord Reading, bei seinem Besuche in der Stadt einen Empfang, wie er bisher nur Lord Balfour und Baron Edmund de Rothschild bei ihrem Besuch in Tel-Awiw zuteil geworden ist. Durch ein dichtes Spalier von Menschen, die den Gast begeistert begrüßten, wurde Lord Reading in das Stadthaus geleitet, wo ihm Bürgermeister Mayer Dizetigoff mitteilte, daß der Stadtrat ihn zum Ehrenbürger der Stadt ernannt hat. Lord Reading ist damit nach Lord Balfour, Baron Edmund de Rothschild, Sir Herbert Samuel, Prof. Albert Einstein, Samuel Untermayer und Achad Haam der siebente Ehrenbürger der jüdischen Stadt Tel-Awiw. Lord Reading dankte bewert für den ihm bereiteten Empfang und sagte u. a.: Als ich heute die jüdische Stadt Tel-Awiw erblickte, übermannte mich ein Gefühl der Begeisterung, wie ich es bis heute bei mir noch nicht kannte. Ich gewann die Erkenntnis von der großen Freiheitsliebe der Juden. Ich lernte die Unabhängigkeit ihres Denkens schätzen und ihr Bestreben, ihre Kinder zu freien und unabhängigen Menschen zu erziehen. Ohne mich in politische Auslassungen ergehen zu wollen, erklärte Lord Reading, will ich nur feststellen, daß der britische Arm weit recht und das Jüdische Nationalheim, wie es in der Balfour- Deklaration verkündet worden ist, für England ein nicht unwichtiges Unternehmen bedeutet. England wird an der Politik des Nationalheims festhalten. Die Juden in Palästina haben Anspruch auf eine absolute Garantie für Sicherheit .ihres Lebens und Eigentums. Jerusalem Jerusalem, 1. Januar. (JTA.) Im Hauptbüro des Jüdischen Nationalfonds zu Jerusalem fand am 30. Dezember nachmittags ein Empfang für Lord Reading statt, dem die Mitglieder der Executive der Jewish Agency, die Mitglieder des Waad Leumi, die Direktoren des Keren Hajessod und des Keren Kajemeth und andere Führer des Jischuw beiwohnten. Dr. Chaim Arlosoroff im Namen der Executive der Jewish Agency, M. M. Ussischkin im Namen des Keren Kajemeth und Ben Zwi im Namen des Waad Leumi hielten Ansprachen an Lord Reading, in denen sie darüber Klage führten, daß der Aufbau des jüdischen Nationalheims infolge der Non-cooperation seitens der britischen Administration behindert sei. Lord Reading erwiderte auf die Begrüßungen mit einer Ansprache, in der er ungefähr ausführte: Ich kenne genau die Schwierigkeiten, unter denen Sie zu arbeiten haben, ich will diese Schwierigkeiten nicht verkleinern, wenn sie auch in einem gewissen Maße überbetont werden. Was heute in Palästina erreicht ist, ist das Ergebnis großgedachter Aktionen, ungeheurer Energie und vielfacher Anstrengungen. Entwicklung und Fortschritt Palästinas sind in einem hohen Maße das Ergebnis jüdischer Arbeit. Es ist wahr, daß auch die Araber Fortschritte gemacht haben, aber auch diese Fortschritte haben ihren Anstoß durch das jüdische Werk erhalten: die einheimische Bevölkerung folgte dem Beispiel der eingewanderten Juden und arbeitete auch ihrerseits an der Entwicklung des Landes mit. Der zukünftige Fortschritt wird vielleicht nicht so rapide vor sich gehen, wie der in den ersten Jahren erzielte, aber das eine ist sicher: das Werk wird weiter fortschreiten. Die von den Juden geschaffenen Werte und die von den Juden in Palästina erworbenen Rechte, schloß Lord Reading, sind zu sehr gefestigt, als daß sie noch fehlschlagen könnten. Was aber die Rechte der Araber betrifft, so werden diese von niemand bedroht und es besteht deshalb kein Grund, daß nicht Juden und Araber harmonisch Zusammenarbeiten. * * * Dr. Arlosoroff besucht den ägyptischen Ex-Khediven Jerusalem, 28. Dezember. (JTA.) Dr. Chaim Arlosoroff, Mitglied der Exekutive der Jewish Agency, besuchte den Ex-Khediven von Ägypten, Abbas Hilmi Pascha, der für einige Tage nach Palästina gekommen ist. Es heißt, daß des Ex- Khediven Besuch in Palästina in Zusammenhang steht mit seinem Anspruch auf den Thron Syriens. Diese Angelegenheit ist jetzt darum aktuell geworden, weil ein Beschluß der französischen Regierung über eine Modifizierung des Syrien-Mandats demnächst erwartet wird. Abbas Hilmi Pascha wird von dem bekannten ägyptischen Publizisten und Zionistenfreund Dr. Ahniud Azim, der als sein politischer Berater fungiert, begleitet. Ein neuer Wasserturm im Emek Jerusalem, 28. Dezember. (JTA.) Die beiden Gruppen Hascharon und Sarona/ die sich zu einer einzigen Kolonie vereinigt haben, welche zu Ehren von David Lloyd George den Namen „Ramath David“ erhielt, verfügen jetzt über eine moderne Wasser Installation, die ihnen vom Jüdischen Nationalfonds errichtet wurde. Die benachbarte Kwuzah Gebat wird ebenfalls den Segen dieser Wasserversorgung genießen. Der in Ramath David errichtete Wasserturm ist der schönste im Emek. Er ist von einer großen Entfernung aus sichtbar. In (Jebat wurde eine Zisterne errichtet. Der Brunnen, der zur Aufnahme der Wasserzufuhr angelegt wurde, hat eine Kapazität von 12 bis 15 cbm, je nach der Jahreszeit. Er wird aus unterirdischen Quellen gespeist, welche jetzt südlich von Nahalal Sümpfe bilden, deren üble Wirkungen von jetzt ab verringert werden düiften. Der Turm hat eine Kapazität von 75 cbm und die Zisterne eine solche von 50 cbm. Bei einer Berechnung von 1 cbm pro Familie genügt der jetzige Wasserstand für 120 Familien, so daß eine Reserve für die Ausdehnung der Siedlung vorhanden ist. Die Arbeitsgesetzgebung in Palästina Jerusalem, 31. Dezember. (JTA.) Der High Commissioner für Palästina General Sir Arthur Wauchope setzte ein Komitee ein, dem die Prüfung der bestehenden Verordnungen über Arbeiterschutz, die Unterbreitung von Vorschlägen zur Verbesserung der bestehenden Arbeitergesetzgebung, eventuell für Schaffung einer neuen Gesetzgebung, obliegen. Dem Komitee gehören der Jerusalemer Distriktskommissar Major Campbell als Vorsitzender, ferner der Direktor des Gesundheitsdepartements Colone] Heron, der Oberpostmeister Colonel Hudson, der Direktor des Unterrichtsdepartements Bowman, der Chef des Einwanderungsamtes Hyamson, die Inspektorin für Wohlfahrtswesen Miss Bizon, Pinchas Ruthenberg, Auni Bey Abdul Hadi, Elias T. Gelat, Dr. M. Stnoira an. Das Komitee wird die Bestimmungen über Schutz von Kindern in der Lohnarbeit, Schutz vor Ausbeutung, Entschädigung bei Betriebsunfällen

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