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Das jüdische Echo · 1932-01-01 · 1 (1.1.1932) · p. Seite 7

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
19 (1932)
Issue
1 (1.1.1932)
Date
1932-01-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Nr. Das Jüdische Echo 7 Vor der Bildung des Hmerikani* sehen Pro Palästina~Komitees Mehrere Senatoren und Mitglieder des Kongresses stellen einen Plan zur Förderung des jüdischen Palästina-Werks auf Neuyork, 27. Dezember. (JTA.) Mehrere den verschiedenen Parteien angehörende führende Senatoren und Mitglieder des Kongresses der Vereinigten Staaten haben sich zu einer Gruppe zusammengeschlossen, deren Ziel es ist, den Aufbau des jüdischen Nationalheims in Palästina zu fördern. In diesen Tagen hielten die Mitglieder dieser Gruppe gemeinschaftlich mit mehreren führenden Zionisten aus Neuyork eine Konferenz ab, in der ein Plan zur Förderung des jüdischen Palästinawerks aufgestellt wurde. Einzelheiten des Plans sind noch nicht bekannt gegeben worden. Aus gut unterrichteten Kreisen wird erklärt, daß eine Durchführung dieses Plans für den Aufbau des Jüdischen Nationalheims in Palästina von großer Bedeutung sein würde. Der Plan wird bei Zusammentritt des Kongresses der Vereinigten Staaten zu Beginn des Jahres 1932 offiziell bekanntgegeben werden. Präsident Hoover, der schon als Handelsminister der Vereinigten Staaten im Jahre 1922 aus Anlaß der Annahme der Resolution betreffend das Jüdische Nationalheim in Palästina durch den Kongreß der Vereinigten Staaten ein Statement erlassen hat, in welchem er dem jüdischen Aufbau in Palästina die Sympathie der regierenden Kreise der Vereinigten Staaten zum Ausdruck brachte, steht auch dieser neuen Aktion zugunsten des jüdischen Werkes in Palästina mit Sympathie gegenüber. In diesen Tagen wird eine Konferenz prominenter Nichtjuden aus allen Teilen der Vereinigten Staaten abgehalten werden, in der praktische Maßnahmen zur Förderung des jüdischen Aufbau- Werks in Palästina zur Erörterung stehen werden. Gemeinsame Kampagne von Jewish Agency, Hadassah und Keren Kajemeth in Amerika Neuyork, 27. Dezember. (JTA.) Nach einer Reihe von Konferenzen, an denen repräsentative Mitglieder der Zionistischen Organisation Amerikas und prominente Nichtzionisten, sowie das Mitglied der Exekutive der Jewish Agency Emanuel Neuman teilnahmen, wurde zwischen der Jewish Agency (Keren Hajessod), der Zionistischen Frauenorganisation Fladassah und der Leitung des Jüdischen Nationalfonds in Amerika ein Übereinkommen getroffen dahingehend, daß diese drei Gruppen eine gemeinschaftliche Kampagne in den Vereinigten Staaten für die jüdische Arbeit in Palästina durchführen. Zur Durchführung der Kampagne tritt am 17. Januar in Neuyork die Nationale Konferenz zusammen, in der der Präsident der Zionistischen Weltorganisation und der Jewish Agency, Nahum Sokolow, das Hauptreferat halten wird. Für das jüdische Gesundheitswesen in Palästina Neuyork, 20. Dezember. (JTA.) Die Zionistische Frauenorganisation Hadassah hat am 17. Dezember in Neuyork ein Frühstück zugunsten des jüdischen Gesundheitswesens der Hadassah in Palästina veranstaltet, bei dem das Gedeck 20 Dollar kostete. Der Besuch war ein so starker, daß an diesem Abend 13 000 Dollar für das Hadassahwerk in Palästina aufgebracht werden konnten. Aus der Jüdischen Welt Das Jüdische Reform-Realgymnasium in Breslau öffentlich anerkannt Breslau, 22. Dezember. Der preußische Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung hat dem Jüdischen Schulverein in Breslau mitgeteilt, daß er nach Benehmen mit dem Herrn Finanzminister genehmigt hat, daß zu Ostern 1932 von dem Jüdischen Schulverein in Breslau privates Reform-Realgymnasium der Regelform mit Gemeinschaftsunterricht errichtet wird und daß die zur Zeit bestehenden drei untersten Klassen der privaten mittleren jüdischen Schule in Breslau als Sexta, Quinta und Quarta des neuen Reform- Realgymnasiums anerkannt werden. Die beiden Schulleiter, Dr. Radebrecht und Dr. Speyer, würdigen die öffentliche Anerkennung der Schule als ein für die Zukunft des Breslauer jüdischen Schulwesens bedeutungsvolles Ereignis. Die Anerkennung der Höheren Jüdischen Schule als Reform-Realgymnasium, schreibt Dr. Heinrich Speyer, beseitigt für die Zukunft den wesentlich- ^ten Grund, der jüdische Eltern, trotz der bisher zweifellos guten Erfolge der Schule, davon abgehalten hat, ihre Kinder unserem Schulwerk anzuvertrauen. Der jüdische Schüler an der christlichen Schule muß, wenn er sich jüdische Bildung erwerben will, diese sich außerhalb des obligatorischen Schulunterrichts aneignen. Die Gefahr ist vorhanden, daß der jüdische Unterricht als Mehrbelastung empfindet. An dem jüdischen Reform- Realgymnasium ist der jüdische Unterricht ein Teil des allgemeinen und wird wie dieser bewertet. Das bedeutet, daß das aufgegebene Pensum in allen Fächern, die jüdischen eingeschlossen, nicht mehr beträgt als an anderen Schulen. Das jüdische Reform-Realgymnasium will Menschen heranbilden, die als aufrechte, wissende Juden die Aufgaben ihrer Zeit verstehen. Studienrat Dr. Radebrecht gibt eine Geschichte der Schule und erklärt, daß die feste Absicht besteht, die Schule zur Vollanstalt auszubauen. Dann wird auch die Reifeprüfung (das Abiturium) an der Schule und durch ihre Lehrer abgehalten. Zum Schluß gibt er die folgende Parole aus: „Jedes jüdische Kind — ob Junge oder Mädchen —, das eine höhere Schule besuchen soll, gehört in das Jüdische Reform-Realgymnasium für Knaben und Mädchen. Ungesühnte Leichenschändung B e r 1 i n , 20. Dezember. Der Vorfall in der Berliner Anatomie, wo von unbekannten Tätern in einen zu präparierenden Leichenteil ein Hakenkreuz hineingeschnitten worden war, ist ungeklärt geblieben. Nach dem bisher geltenden Disziplinärrecht hat der Minister nicht das Recht gehabt, ein förmliches Disziplinarverfahren gegen Unbekannte eröffnen zu lassen, bei dem unter Umständen auch eidliche Vernehmungen hätten angeordnet werden können. Diese Möglichkeit ist dem Minister erst in dem künftigen Disziplinarrecht gegeben. Was die nationalsozialistischen Ärzte wollen Berlin, 20. Dezember. Auf der am 5. und 6. Dezember in Leipzig stattgefundenen Reichstagung des Nationalsozialistischen Ärzteverbandes hat bekanntlich Prof. Staemmler in seinem Referat „Rassenhygiene im Dritten Reich“ die Sterilisierung des dritten Teils des deutschen Volkes als rassisch verdorben vorgeschlagen. Gleichzeitig schlug er ein Gesetz zur Scheidung der Rassen und ein Gesetz der ReinerhaFjng der Rasse vor.

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